Zwar sind wir generell keine Fans, Tipps zu großen Restaurant-Ketten zu veröffentlichen, aber das Café Alex am Platz der Einheit gehört einfach ‚zur Familie‘. Nicht zuletzt, weil es gefühlt in der exakten Mitte von Potsdam zu finden ist.
Und dort ist es eben für nahezu jeden jungen Potsdamer bereits einmal Anlaufstelle für einen gemütlichen Nachmittag oder Abend gewesen. Insbesondere jungen Familien mit Kindern bietet das Café Alex die Gelegenheit, einen gemütlichen Kaffee zu trinken oder gar das reichhaltige Angebot vom Sonntags-Brunch zu genießen und die Kinder im großen Atrium der Wilhelmgalerie ungestört rumtoben zu lassen. Manchmal werden Stimmen laut, die meinen, der Service hier sei nicht der beste. Diesen Eindruck können bzw. müssen wir mitunter bestätigen: Das Service-Personal lässt ist manchmal flink wie nix, manchmal wartet man bis zu 15 Minuten, obwohl nicht wirklich viele Gäste das Alex mit ihrem Besuch beehren. Auch haben wir schon erlebt, dass uns die durchaus leckeren Speisen & Getränke etwas zu kumpelhaft und leger feilgeboten wurden.
Das hält sehr viele Potsdamerinnen und Potsdamer an sonnigen Tagen jedoch offenbar nicht davon ab, draußen auf der Terrasse den Blick auf den grünen und wuseligen Platz der Einheit zu genießen.
Alle paar Jahre verschönert sich die Inneneinrichtung oder erweitert sich die Speisekarte. Ständig locken jedoch Aktionen und Special-Events, mal wieder einen Blick hinein zu werfen.
Und was gibt’s zu essen?
Naja, welches Café bietet schon jeden Tag bis 12 Uhr Frühstück mit warmen Köstlichkeiten wie Rührei, Bacon, Würstchen und allem, was noch so dazu gehört. Und das auch noch zu verdammt fair gehandelten 7,50 €. Da kannste echt nicht meckern.
Darüber hinaus Sandwiches und Burger, die durch die Bank nett angerichtet sind. Zwar reichen sie geschmacklich nicht an Berliner Burger-Exoten wie z.B. die Über-Burger vom Burgeramt am Boxhagener Platz oder auch die Monster vom Kreuzberger Berlinburger International heran, jedoch sind sie wirklich mehr als genießbar. So zum Beispiel der Pulled-Pork-Burger, der für Potsdamer Verhältnisse sowohl äußerlich als auch geschmacklich echt über jeden Zweifel erhaben ist. Der kommt auf Wunsch zusammen mit im nett aussehenden Drahtkorb servierten, knackigen Pommes. Niemand darf behaupten, er würde hier nicht gut essen und satt werden.
Wie gesagt, wenn’s mit dem Service noch ein wenig besser klappt, ist das Alex durchaus etwas, dass man in Potsdam ‚erledigt‘ haben sollte. Nicht zuletzt wegen der sonnenreichen Draußensitz-Gelegenheit und dem unfassbar großen Indoor-Spielplatz für die jüngsten Gäste. Schön, dass es das Café Alex gibt.
„Moment mal, hier war doch früher noch ein Durchgang“, denkt man sich, wenn man vor dem Eingang der Genusswerkstatt am östlichen Ende des Marstalls a.k.a. Filmmuseums in Potsdam steht.
Dort wo früher ein Arkaden-gleicher Durchgang war und eine Shisha-Bar ihr nicht gerade besucherstarkes Dasein fristete, fällt der Blick des hungrigen Besuchers auf ein in jedem Detail stilvoll eingerichtetes, langgezogenes Cafeteria-ähnliches Etablissement, in dem sich das geübte Location-Auge sprichwörtlich sofort wohlfühlt.
Trotz des modern-industriellen Innendesigns vergisst man irgendwie nicht, dass man sich in historischem Gemäuer aufhält. Tolles Gefühl. Gedeckte Brauntöne im Dialog mit metallenen Lampen sowie Fotos und große Bilder aus alten Filmen mit Filmgrößen von Manfred Krug bis Roman Polanski.
Großes Staunen am Wochenende
Wenn man die Genusswerkstatt so wie wir an einem Sonntag betritt, kommt man sprichwörtlich aus dem Staunen nicht mehr heraus. Im Rahmen des regelmäßig – also sonntags – angebotenen Sonntagsbrunchs empfangen den hungrigen Gast reichlich und unglaublich geschmackvoll eingerichtete Tische, die – wenn man wie wir reserviert hat – bei Ankunft bereits mit allerlei Köstlichkeiten gedeckt sind. Ohne Witz. Also das haben wir so noch nie erlebt. Der ganze schöne Eindruck wird noch begünstigt durch die hell hereinscheinende Frühlingssonne aus Richtung des Potsdamer Lustgartens auf der anderen Straßenseite.
Wir zählen auf: Unter den vierarmigen silbernen Kerzenständern auf den massiven Holztischen stehen zur Begrüßung klitzekleine Flaschen hausgemachten Orangen-Spinat-Smoothies bereit. Und die allein schmecken schon fabelhaft. Um die zentral positionierten Käse- und Wurst-Etagèren (also Teller im Gestell) versammeln sich außerdem unzählige Schälchen zum Beispiel mit Garnelensalat, Fleischsalat, süßen und scharfen Cremes aller Art und Lachsplatten, kleine Gläser mit nachweislich frischem Obstsalat und dazu Körbe mit Croissants sowie hellen und dunklen Brötchen. Nichts, was das Herz hungriger Frühstücksliebhaber begehren könnte, fehlt hier. Und Orangen- und Apfelsaft sind zumindest an Wochenenden kostenlos und stehen in Karaffen am ellenlangen Tresen für nicht limitierte Nachfüllungen bereit. Noch Fragen?
Offene Augen
Das freundliche Service-Personal, welches uns zu Beginn schon am Eingang empfangen und zum bereits gedeckten Tisch geleitet hatte, scheint auftretenden Mangel an Brötchen und Kaffee bereits lange im Voraus zu antizipieren und kann so auf Nachbestellungen prompt reagieren. Toll! Wirklich toll. Dieser Eindruck brachte uns wohl auch dazu, uns direkt im Anschluss an das reichhaltige Sonntagsfrühstück tatsächlich noch zu hausgemachten Makkaroni mit Lammfiletspitzen überreden zu lassen. Wir sind untröstlich. .. und nachhaltig satt. Nicht unerwähnt lassen wollen wir auch, dass sich der Kellner dieses tolle Erlebnis mit 55 Euro für zwei Personen vergüten ließ.
Werkstatt klingt nach aktiv werden. Das müsst ihr hier jedoch nicht. Da man euch jeden Wunsch von den Lippen ab liest. In dieser Hinsicht – aber ausschließlich in dieser – hält die Genusswerkstatt nicht, was der Name verspricht. So bleibt uns nix, außer 5 von 5 seltenen Sternen zu vergeben. Genuss pur!
Hier ein Vorschlag für den ein oder anderen arbeitsfreien Tag in Potsdam bei traumhaften Sonnenschein: Ausschlafen, aufstehen und ein Frühstück zu sich nehmen. Und zwar im „Bistro & Croissanterie & Patisserie Backstoltz“ in der Dortustraße, etwas abseits der auch vormittags bereits trubeligen Brandenburger Straße, genau gegenüber vom Lewy Weinbistro.
Das Backstoltz ist in zwei lieblich eingerichtete Räumlichkeiten unterteilt. Links Konditorei und Café, wo man herrlich drinnen und draußen frühstücken kann, rechts mehr so Mittagsbistro. Aber schönes Wetter und traumhafter Sonnenschein schreien förmlich danach, hier draußen zu sitzen.
Frühstück bis mittags
Bis 12 Uhr mittags bekommt ihr hier Frühstück aller Art und Größe zu echt fairen Preisen. So serviert man euch beispielsweise ein Frühstück gemischt – also mit ausreichend Wurst und Käse – für schlappe 7,50 Euro. Dazu empfiehlt sich ein Spiegelei oder auch Rührei in verschiedenen Ausführungen. Sämtliche Teller kommen garniert mit je einer kleinen Auswahl an Obst und Salat.
Besonders empfehlen können wir jedoch auch das Frühstück für zwei Personen, welches unfassbar reichhaltig ist und zwar üppige 19 Euro kostet, diesen Preis jedoch verdient. Mit seinem riesigen Gedeck mit Leckereien von frischem Obst bis zu unzähligen Sorten Käse und Wurst, welche mit Baguettes oder Brötchen eurer Wahl serviert werden, wirst du richtig zu kämpfen haben, um alles zu schaffen. Dazu ein schöner Orangensaft oder Kaffee und die Welt ist sowas von in Ordnung.
Und solltest du vom Frühstück dennoch nicht genug haben, bekommst du hier einige die besten hausgemachten Kuchen und Torten Potsdams: Die nachmittägliche Auswahl an hausgemachten süßen Köstlichkeiten kann mit jedem Café in Potsdam mithalten, sowohl in Sachen Vielfalt als auch im Geschmack. So lassen uns wohlklingende Namen wie Käsekuchen, Schwarzwälder Erdbeer, Schwedischer Apfelkuchen oder Schokomousse-Birne schon wieder Wasser im Mund zusammenlaufen. Aber damit nicht genug. Bei den täglich wechselnden Mittagsgerichten kannst du unter anderem zwischen leckeren Suppen und traumhaften Quiches auswählen, die in der Innenstadt ihresgleichen suchen.
„TK, PK, LM …“
Besonderes Highlight im Backstoltz ist aber der Service: Kellner Pete – wir glauben ja, er ist mit dem Backstoltz verwachsen – ist mit seinem direkten und fröhlichen Brandenburger Charme in der Lage, jeden noch so trüben Tag in einen heiteren zu verwandeln. Provoziert ihn bloß nicht, er würde jedes Rhetorik-Battle haushoch gewinnen und dennoch sympathisch dabei rüberkommen. So erfolgt die Präsentation der diversen Kaffeesorten schon mal in gebrüllten Abkürzungen wie „TK, PK, LM, …“ für Latte Macchiato, Tasse Kaffee, Pott Kaffee. Nebenbei liest er euch aber auch jeden Wunsch von den Lippen ab.
Was gibt’s zu meckern?
Was uns nicht so gefällt, ist, dass das Backstoltz sonntags geschlossen hat. Warum bloß? Gerade an diesem Tag rennen Hinz & Kunz über die gefühlt drei Meter entfernte Brandenburger Straße. Diesen kleinen Wermutstropfen verzeihen wir diesem symphatischen Laden jedoch und stellen fest: Das Backstoltz ist ein echter Frühstücksgeheimtipp und bekommt von uns 5 von 5 Sternen.
Also, umgehend hin zum „Backstoltz – Bistro & Croissanterie & Patisserie“ in der Dortustraße, direkt gegenüber vom Lewy Wein-Bistro.
Ihr habt sicherlich schon davon gehört. Oder in der Zeitung davon gelesen. Bei Reparaturarbeiten unterhalb der Humboldt-Universität in Berlin Mitte wurde von Bauarbeitern ein Zugang zu einem bis zu diesem Zeitpunkt unbekannten Objekt freigelegt. Unwissend, was auf sie zukommt, sind die Männer durch den schmalen Schlitz in der Wand vorgedrungen – und bis heute nicht zurück gekehrt. Daraufhin hat die Stadt den Zugang sperren lassen und bittet nun euch, ein Team erfahrener Archäologen, das Geheimnis des unterirdischen Ortes zu lüften.
Das Spielprinzip ist einfach: Ein Team. Ein Raum. Eine Stunde.
So weit die Erklärung des Spielleiters, der uns im gepflegten Warteraum von The Room in einem renovierten Fabrikgebäude in der Lichtenberger Ruschestraße 64-66 in die Geschichte des Raumes einweiht, den wir in Kürze betreten werden. Wir sind zu fünft angetreten – die maximale Zahl an Abenteurern für diesen Raum – und schon mehr als gespannt, was uns an diesem Samstagabend für stolze 99 Euro erwartet. Einige von uns haben schon zuvor eines der Live Escape Games gespielt, die deutschlandweit mittlerweile zahlreich aus dem Boden sprießen. Andere, so wie ich, sind noch gänzlich unerfahren. Dabei ist das Spielprinzip denkbar einfach und schnell erklärt: Ein Team von etwa 2-5 Spielern wird in einen Raum voller geheimnisvoller Gegenstände und kniffliger Rätsel gesperrt, mit dem Ziel, innerhalb von 60 Minuten wieder zu entkommen. Die ganze Zeit über steht dieses Team unter Beobachtung des Spielleiters, der mit Hilfe eines Bildschirms Tipps in den Raum liefern kann, wenn die Gruppe an einer Stelle überhaupt nicht mehr weiter kommt. Ansonsten ist das Team auf sich allein gestellt. Für die Klaustrophobiker unter euch: Das Entkommen aus dem Raum ist jederzeit durch einen Not-Buzzer möglich.
Rätsel lösen wie Indiana Jones
Ausgerüstet mit einem Koffer in dem sich zwei Walkie-Talkies und einige Bilder und Kärtchen befinden, die uns als Hinweise dienen könnten, begeben wir uns an den Ort des Geschehens. Der Spielleiter deutet auf einen dünnen Spalt in der Betonmauer, in den wir uns nacheinander hineinzwängen. Hinein in die völlige Dunkelheit, durch ein kleines Labyrinth aus Mauerwerk. Die Nackenhaare stellen sich mir auf, als ich mich bei dem Gedanken ertappe, hier stecken zu bleiben. Aber hinter der nächsten Biegung leuchtet uns schon ein schwacher Lichtschimmer entgegen. Noch einige wenige Schritte – und es ist geschafft.
Nach und nach finden wir uns in der schummrigen Kammer ein. In dieser fremden Welt, in die wir für die nächste Stunde eintauchen wollen. Aus den unsichtbaren Lautsprechern hallt ein leises Tropfen. Die holzvertäfelten Wände, die teilweise mit Büchern, teilweise mit antik wirkenden Gerätschaften und ausgestopften Tieren gefüllt sind, bilden den Rahmen um einen kantigen Tisch in der Mitte, der mit seltsamen Symbolen gespickt ist. Eine vergilbte Landkarte ziert eine der Wände, in einer weiteren Nische finden wir edle Steine und gläserne Kugeln. Als wir alle den Raum betreten haben, fängt die Uhr auf dem Bildschirm an der Wand an die Zeit nach unten zu zählen. 60 Minuten von jetzt an.
Wir teilen uns auf, erkunden den Raum und unsere Hinweiskärtchen. Als wir die erste Geschicklichkeitsübung gemeistert haben, werden wir mit mehr Licht belohnt – und das Abenteuer beginnt!
Natürlich will ich an dieser Stelle nicht zu viel verraten. Schließlich ist es gerade der Reiz des Unbekannten der Humboldt zu einem solchen Abenteuer macht. Immer wieder ist Teamwork gefragt, um die teilweise wirklich anspruchsvollen Rätsel zu lösen. Haben wir eine Aufgabe gemeistert, etwas entdeckt oder getan, werden wir mit einem Code, einem Schlüssel oder einer weiteren Kammer belohnt, deren Zugang sich auf magische Art und Weise öffnet – und in dem wir uns sofort auf die Suche nach weiteren Hinweisen und Rätseln machen. Mehr als nur einmal müssen wir uns aufteilen, muss einer vorangehen in einen engen schwarzen Spalt oder Tunnel klettern, der sich hinter einer der Wände auftut. Die Walkie-Talkies helfen uns dabei in Kontakt zu bleiben.
Die Zeit verrinnt wie Sand zwischen unseren Fingern. Noch fünf Minuten. Noch drei. Ich spüre, wie mein Atem immer schneller geht, wie mein Herz gegen meine Brust hämmert. Die Lösung kann nicht mehr weit sein! Als die Uhr auf dem Bildschirm die letzte Minute nach unten zählt, ziehen wir unsere letzte Hoffnung aus unserem Koffer: Ein kleines Knicklicht, das uns 15 Minuten mehr Zeit verschafft. Da Humboldt seine Spieler vor einige zeitintensive Herausforderungen stellt, ist er einer der wenigen Räume, bei dem eine Verlängerung der Spielzeit gegen einen Aufpreis von 5 Euro pro Person möglich ist. Jetzt muss alles schnell gehen!
Das Spiel zieht euch in seinen Bann – garantiert!
Das wirklich einnehmende an den unglaublich liebevoll und detailverliebt gestalteten Räumen ist: Ich nehme dieser künstlichen Umgebung ihre vorgetäuschte Echtheit tatsächlich ab. Ich vergesse, dass ich eigentlich in Lichtenberg bin. Dass ich in einem simplen Keller ein Spiel spiele. Ja, ich vergesse sogar für einen Moment, dass ich keine Schatzsucherin bin, deren einzige Aufgabe darin besteht, das Geheimnis von Humboldt zu lüften. Denn in diesem Moment bin ich es eben doch. Ich bin Indiana Jones bei einer seiner schwierigsten Missionen.
Letztendlich schaffen wir es, das Geheimnis von Humboldts Schatz in letzter Minute zu lösen – und die beeindruckende Abschlusssequenz zu erleben.
Mein Fazit
Selten habe ich ein Spiel gespielt, das mich so in seinen Bann gezogen hat. Das für mich in dieser einen Stunde so real war, als wäre ich tatsächlich in einer unterirdischen Kammer unter der Humboldt-Universität zu Berlin. Ich habe mich gefreut wie ein kleines Kind, wenn wir eines der Rätsel knacken konnten, war erdrückt von der stickigen Luft, als es auf Knien durch den nächsten engen Gang ging, habe gespürt, wie mein Herz aufgeregt gegen meine Brust hämmerte, als der dritte Zahlencode immer noch nicht der richtige war – und hätte selbst dann noch atemlos über die Effekte und Geschehnisse gestaunt, wenn mir in diesem Moment noch bewusst gewesen wäre, das es sich nur um ein Spiel handelt.
Berlin ist voll von Geschichte. Mauerreste findet man in der ganzen Stadt verteilt und noch immer wird Berlin in den Köpfen der Bewohner in „Ost“ und „West“ unterteilt. Doch wenige, die heute in der Hauptstadt wohnen oder sie besuchen, waren dabei als die Mauer noch stand.
Um den Alltag in der DDR besser zu verstehen, lädt das DDR Museum direkt an der Spree, gegenüber dem Berliner Dom ein. Staunen und Begreifen kann man täglich von 10-20 Uhr, samstags sogar bis 22 Uhr. Erwachsene zahlen dafür 7 Euro, ermäßigt sogar 4 Euro. Online-Tickets gibt’s auch ab 4 Euro.
Mit allen Sinnen in die Geschichte eintauchen, statt ein öder, trockener Informationsüberschuss – das verspricht ein Besuch in diesem einzigartigen Museum. Überall dürft ihr Schranktüren und Schubladen öffnen und vielleicht sogar altbekannte Gegenstände aus der eigenen Kindheit selbst entdecken und erleben. Und obwohl das Museum auf den ersten Blick nicht gerade groß erscheint, kann man Stunden darin verbringen und immer wieder neues über das Leben in der ehemaligen DDR lernen.
Von Mode und Mauer bis hin zu Obrigkeit und Opposition
Die interaktive und multimediale Ausstellung ist in verschiedenen Themenbereichen gegliedert und gewährt einen einmaligen Einblick in den Alltag der DDR. Diese führen von Arbeit, Bauen, Mauer, Umwelt, Verkehr, Wirtschaft und Wohnen, über Bildung, Familie, Freizeit, Medien, Mode, Jugend, Konsum, Kultur und Urlaub, bis hin zu Armee, Berlin, Bruderstaaten, Grenze, Ideologie, Obrigkeit, Opposition, Partei, Staat, Staatssicherheit und Strafvollzug.
Sogar eine komplett (mit originalen Einrichtungsgegenständen) eingerichtete, typische Plattenbauwohnung ist in das Museum integriert und lässt euch 50 Jahre in der Zeit zurückgehen. Erlebt außerdem was es heißt von der Stasi überwacht oder in einer engen Zelle verhört zu werden. Ein echter Trabi, in den ihr euch auch hineinsetzten dürft, rundet die Zeitreise perfekt ab. Und wie könnte es anders sein, verlässt ihr die Ausstellung durch ein Loch in der Mauer.
Fazit
Auch wenn ihr sonst nicht so auf Museen und Geschichte steht, ist diese Ausstellung auf jeden Fall einen Besuch wert. Egal, ob man nur übers Wochenende in Berlin ist oder neu in die Stadt gezogen ist. Spielerisch und ohne viel Aufwand erfährt ihr hier viel über die erst jüngst vergangene Geschichte. Zum Anfassen nah! Direkt am Hackeschen Markt:
S-Bahn S5, S7, S75
Spandauer Str./Marienkriche: Bus M48, 100, 200 oder Tram M4, M5, M6
Wenn es nun bei einem Spaziergang durch die Brandenburger Straße in der Innenstadt intensiv nach mediterraner Küche duftet und euch davon das Wasser im Mund zusammenläuft, könnte diese Vorstellung Wirklichkeit werden. Ok, ohne den Toskana-Urlaub. Ihr seid dann nämlich aller Wahrscheinlichkeit nach nicht mehr weit entfernt vom Pfeffer & Salz mit seiner klassischen und modernen mediterrane Küche.
Schon rein äußerlich muss sich der Laden mit seinem italienischen Ambiente wahrlich nicht vor der Konkurrenz gehobener italienischer Küche im bis Berlin reichenden Umfeld verstecken. Der Gastraum ist mit dunklen, schweren Tönen sehr gemütlich eingerichtet. Von der Decke über der Bar hängen italienische Schinken und die appetitliche Auslage glänzt mit einer Vielzahl italienischer Wurst- und Käsespezialitäten sowie liebevoll angerichteten Antipasti, die man am liebsten alle auf einmal probieren möchte.
Bei sommerlichen Temperaturen empfiehlt sich bis in den Abend hinein natürlich ein Platz vor dem Laden mitten in der Fußgängerzone. Man fühlt sich hier wie in einem italienischen Straßenrestaurant. … ein Traum. Den ganzen Tag hindurch sitzt ihr hier in der Sonne. Und sollte es zur Nacht hin doch etwas kühler werden, können sich Begleiterinnen gern eine der zur Verfügung stehenden Decken um die Beine schwingen.
Bei unserem Besuch haben wir uns im Rahmen unserer Vorspeise einer völlig ausreichenden Antipasti-Platte mit Schinken, Büffelmozzarella und Salat gewidmet, welche zusammen mit frisch gerösteten Schwarzbrotscheiben serviert wird.
Nachdem der anfängliche Hunger etwas gestillt war, ließen wir uns eine Pizza Gamberoni mit Riesengarnelen und Rucola mit knusprigem Rand servieren. Der hervorragende, intensive Geschmack lassen die 14,50 € gerechtfertigt erscheinen. Von der ebenfalls georderten Portion Pasta Bolognese bei dem Preis von 13,50 € hätten wir geschmacklich jedoch etwas mehr erwartet.
Andere Köstlichkeiten wie zum Beispiel das gegrillte Entrecôte mit einer gratinierten Ofenkartoffel oder geschmortes Kaninchen mit Wurzelgemüse und Polenta hätten nicht in unsere nun bereits teilgefüllten Bäuche gepasst, werden uns beim nächsten Besuch jedoch ganz sicher nicht entgehen.
Was gibt’s zu meckern?
Bei früheren Vorbeispaziergängen dachte man sich stets: Das Essen muss bei den Preisen durchgehend verdammt gut sein. Im Nachhinein sehen wir diese Preise als in Ansätzen gerechtfertigt. Und wer auf’s Ambiente wert legt … das ist so lala: Tagsüber ist es sehr laut, man befindet sich halt auf der belebten Brandenburger Straße und hier zudem direkt gegenüber von McDonalds. Wer ruhige Atmosphäre sucht, um sich ungestört unterhalten zu können, wird zumindest auf der trubeligen Terrasse des Pfeffer & Salz nicht glücklich werden. Manch mitunter etwas lauter und kumpelhaft redender Mitarbeiter tut da wahrscheinlich sein Übriges.
Alles in allem könnt ihr jedoch davon ausgehen, dass euer Abend im Pfeffer & Salz ein gelungener sein wird.
(Fotos mit freundlicher Genehmigung vom Pfeffer & Salz)
Hat der Berliner am Sonntag nichts Besseres zu tun, könnt ihr euch sicher sein, dass er oder sie sich im Mauerpark herumtreibt. Der Park liegt im ehemaligen Grenzgebiet zwischen Wedding und Prenzlauer Berg und ist in den letzten Jahren zum Touri-Hotspot avanciert.
Ganzjährig und bei jedem Wetter findet am Sonntag von 9 bis 18 Uhr der wohl berühmteste Flohmarkt in Berlin statt. Von Klamotten, Schmuck, Taschen und Brillen, über Möbel und Geschirr, bis hin zu Büchern, Polaroid-Kameras und Schallplatten gibt es hier wirklich alles. Die meisten Händler sind Privatpersonen, Studenten, die sich ein wenig Taschengeld dazu verdienen möchten. Aber auch Künstler stellen hier ihre Schätze und Kuriositäten aus. Somit ist es fast unmöglich ohne einem Schnäppchen das Gelände wieder zu verlassen. Leider ist der Flohmarkt lange kein Geheimtipp mehr und man muss sich bei Schönwetter regelrecht durch die Gänge schieben. Ziemlich in der Mitte des Marktgeländes gibt es auch einen Art Food-Court mit allerlei Leckereien aus der ganzen Welt. Einfach mal durchprobieren!
Sing mir ein Lied
Zusätzlich findet bei Sonnenschein etwa ab 15 Uhr im steinernen Amphitheater die coolste Outdoor-Karaoke-Party Berlins a.k.a. the Bearpit Karaoke Show statt. Gastgeber ist der Ire Joe Hatchiban, der das Ganze 2009 gegründet hat. So taucht Joe jeden Sonntag, wenn das Wetter passt, mit seinem Lastenfahrrad auf. Darauf zwei große Boxen, ein Mischpult und sein Laptop. Nachdem er alles in der runden Bühne aufgebaut hat, kann’s losgehen.
Schnell füllen sich die Reihen des steilen Amphiteaters, von wo man aus eine gute Sicht auf die Gesangs- und Tanzperformance der tapferen Künstler hat. Doch auch hinter der Bühne sammeln sich Karaoke-Begeisterte. Die Stimmung ist ausgelassen. (Fast) niemand wird ausgebuht und alle singen und klatschen mit, um die mutige Leistung zu würdigen.
Viele der Sänger sind (nicht ganz nüchterne) Touristen, die von Joe und seiner Show im Hostel oder im Reiseführer gelesen haben. Immer mit dabei sind natürlich auch Mädels oder Jungs eines Junggesellenabschiedes, die mit rosa Federboas, Krönchen und T-Shirts mit albernen Aufdrucken, ein letztes Mal die Sau rauslassen wollen. Aber es gibt auch einige Stammgäste, die jeden Sonntag ihr einstudiertes Lied zum Besten geben. Von schüchtern bis Rampensau, von „trifft keinen Ton“ bis „Gänsehaut-Stimme“ ist hier alles dabei.
Finanziert wird das Spektakel übrigens ausschließlich durch Spenden. Dazu läuft Joe immer wieder mit einer Dose durch die Reihen und freut sich über jeden Cent. Zum Abschluss darf dann jedes Mal der Gastgeber selbst ein Liedchen anstimmen, das schon fast wie das Amen im Gebet die grandiose Sonntagnachmittags-Party beendet.
Festivalstimmung
Wer genug von Karaoke hat, findet auch schnell jede andere Art von Musikdarbietungen. An einer Stelle singt ein halbnackter Mann mit Pferde-Maske auf dem Kopf und Gitarre. Anderswo erklingt die süße Stimme einer Singer-Songwriterin. Wieder an einem anderen Plätzchen heizt eine Gruppe von Trommlern die Stimmung an. Überall bilden sich Menschentrauben um die Künstler. Einige tanzen. Musik liegt in der Luft – das ist sicher. Zugegeben der Park an sich ist nicht gerade schön. Doch, ganz objektivbetrachtet, wirklich schön ist in Berlin wenig. Trotzdem macht genau das Berlin aus. Und so vereint sich im Mauerpark Geschichte mit Popkultur.
Als grüne Oase darf man den Mauerpark jedenfalls nicht bezeichnen. Vom Grün der Rasenfläche ist eher wenig übrig geblieben. Glasscherben, Zigarettenstummel und hässliche, braune Erdflecken dominieren die Parkanlage. Doch davon lassen sich die wenigsten aufhalten. Und so ist es schwierig an einem sonnigen und warmen Sonntag überhaupt ein Plätzchen für sich und seine Freunde auf dem Boden zu finden.
Besonders beliebt ist der kleine Hügel, der hoch zu einem ehemaligen Mauerstück führt, an dem sich jederzeit Sprayer und Graffiti-Künstler neu entfalten. Von der Erhebung hat man einen super Ausblick auf die Menge, die vor einem vorbeizieht. Und wenn dann die Sonne untergeht und die Leute langsam nach Hause gehen, kann man den Tag entspannt mit einem Bierchen ausklingen lassen.
Und wie kommt ihr hin?
U2 Eberwalder Straße
U8 Bernauerstraße
M10 Wolliner Straße oder Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark
Einst die Metzgerei der Familie Kuhlke, die wohl um die Jahrhundertwende diesen Fleischwarenbetrieb in der Birkenstraße 30, unweit des heute dort gelegenen U-Bahnhofs unterhielt. Heute ist das Arema, aus dem Kurdischen für „Meine Mühle“, ein Café und Restaurant. Das Bild über der Kaffeemaschine, neben dem Tresen, vermutlich um 1914/15 entstanden, zeigt die ca. 20-köpfige Mannschaft der ehemaligen Metzgerei.
Es macht neugierig – hakt man bei dem überaus freundlichen Personal nach, wird schnell klar, dass dieses Haus noch immer eng mit seiner Geschichte verwoben ist. Beim Umblicken fallen schnell die Jugendstilfliesen an den Wänden auf, ebenso alte mit verziertem Glas verkleidete Lampen, liebevoll arrangierte Holztische, Sessel, Sofas und Stühle. Mit Liebe zum Detail und zu Vergangenem eingerichtet, schmücken auch Bilder mit Motiven aus vergangenen Jahrhunderten die Wände. Der Flöte spielende Alte Fritz kann so schon mal mit von der Kaffee-Partie sein. Dem Besitzer selbst ist daran gelegen, etwas aus der Historie des Ladens zu bewahren und mit Modernem zu mixen. Hieraus ist eine ganz eigene, sehr warme und gemütliche Atmosphäre entstanden.
Hunger & Durst, Joghurt & Schnitzel
Vor den Bücherregalen sitzend, trifft man auf Menschen die allein für sich schreiben oder lesen wollen, aber auch auf Familien oder kleinere Gruppen, in Gespräche bei duftendem Kaffee vertieft.
Hunger und Durst lassen, bei dem Blick auf die Teller der anderen Gäste, nicht lang auf sich warten. In der Speisekarte erblickt man dann eher süddeutsche Spezialitäten, was der Name nicht vermuten lässt. Neben klassischen Suppen und Salaten, gibt es original schwäbische Maultaschen mit diversen Füllungen. Neben Nürnberger Würstchen mit Kartoffelpüree, hausgemachten Spätzle, auch das Schnitzel „Wiener Art“ mit lauwarmem Kartoffelsalat. Portionen die sicher satt machen. Für die Spätaufsteher unter uns gibt es ein reichhaltiges Frühstück bis 16.00 Uhr aus verschiedenen Rührei- und Omelettevariationen. Bis 18.00 Uhr ist es jedoch immer noch möglich ein Frühstück zu bekommen – wenn auch nur klein, so werden diverse Müsli und Joghurtkombinationen mit frischen Früchten angeboten. Gerne werden auch individuelle Wünsche berücksichtigt, so ist es zumindest auf der Karte vermerkt.
Fazit
Keine experimentierfreudige Küche, eher bodenständig und etwas für den ordentlichen Appetit. Die warme und liebevoll gestaltete Atmosphäre lädt einfach zum Verweilen ein. Wenngleich das Arema in Moabit kein Geheimtipp mehr ist, so sei es dem empfohlen, der am Sonntagnachmittag auf der Suche nach einem gemütlichen und ruhigen Platz ist, zum Zeitung lesen und Kaffee trinken. Sowie denen, die unter der Woche abends, gerne noch ein Afterwork-Bier genießen oder auch mal einen Cocktail schlürfen wollen. Für das leibliche Wohl ist immer gesorgt.
Für ein bisschen Hamburg-Feeling sorgt das Café „Elbspeicher“ in Prenzlauer Berg. Das Lokal, das so wirkt als wäre es eine Altbauwohnung mit hohen Decken, Flügeltüren und großen Fenstern, unterteilt sich in drei Räume.
Der hintere Teil bietet die perfekte Lern- und Arbeitsstimmung mit etlichen Tischen, auf denen man sich ungestört ausbreiten kann. Nie würde man hier aufgefordert werden, jemand anderes Platz zu machen. Eine perfekte Alternative also zur staubigen und stinklangweiligen Bibliothek. Auch Wlan gibt es (außer am Wochenende). Im Hintergrund läuft leise Musik. Die stört im Arbeitsfluss aber rein gar nicht.
Die beiden vorderen Zimmer sind mit super gemütlichen Sofas, Hocker und Holz-Kisten ausgestattet. Und bietet sich mehr zum Quatschen und entspannten Kaffee-Trinken an. Und wenn dann endlich der Frühling und Sommer wieder in Berlin eingekehrt sind, können Besucher draußen auf Palletten Platz nehmen.
Schnuckerkram und Herzhaftes
Hinter einer Vitrine sind leckere Kuchen ausgestellt. Auch Franzbrötchen sind dabei. Dazu gibt’s Kaffee aus Hamburgs Rösterei Elbgold. Für den kleinen Hunger werden wechselnde Tagessuppen und frisch getoastete Sandwiches und Bagels angeboten, unterschiedlich belegt mit Serrano-Schinken, Räucherlachs, Ziegenkäse und vielem mehr. Ein überschaubares, aber vielversprechendes Frühstücksangebot lässt gesättigt in den Tag starten. Und wie könnte es anders sein, gibt es natürlich auch eine Auswahl an Hamburgs Fritz-Limo.