Ruz

von Gastautorin Carina Usko

Spanisches Juwel in Berlin-Mitte – Was soll ich sagen? Wenn einem ein Spanier einen Spanier empfiehlt sollte man darauf hören und anschließend seine Begeisterung teilen. Auch wenn ich ja schon ein wenig Sorge habe, dass ich nach Veröffentlichung dieses Artikels nie wieder ohne Probleme einen Tisch reservieren kann.

Wer Schwierigkeiten hat, Entscheidungen zu fällen, sollte besser nicht mit komplett leerem Magen in diesem spanischen Restaurant in der Auguststraße in Berlin Mitte ankommen, sonst wird er oder sie vermutlich die Hölle auf Erden erleben. Neben einer wirklich ausführlichen und exzellenten Tapas-Karte (Auswahl aus gut 20 verschiedenen Mini-Gerichten), kann der hungrige Gast auch aus dem wechselnden Mittagsangebot, vegetarischen Speisen und Tortillas wählen. Nicht zu vergessen die absolut göttlichen Raciones (kleine Pfannen mit wahlweise Schwein, Huhn, Kaninchen oder Lamm in unterschiedlichen leckeren Soßen).

Brot gibt’s immer gratis zu den Speisen dazu, um es dann wolllüstig in das am Tisch bereitstehende, hausgemachte Olivenöl zu tunken und zu verspeisen. Perfekter Zeitvertreib bis das eigentliche Schlemmen beginnt. Nebenbei kann man sich wunderbar an der vorzüglichen Auswahl der spanischen Weine beschwipsen. Ich persönlich schwöre im Ruz ja auf den weißen Hauswein, aber das wunderbare Kellner-Team des Ladens gibt gern auch eine ausführliche Beratung welcher Wein gut zu welcher Speise passt.

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In guter Gesellschaft zu Familien und Mittdreißigern lässt sich hier ein genussvoller Abend verbringen. Preismäßig ist das Ruz in der Mittelklasse anzusiedeln, für große Gruppen gibts Sonderkonditionen. Platz ist ungefähr für 50 Personen im rustikal-hellen Ambiente und im Sommer gibt es auch draußen Sitzmöglichkeiten.

Kleiner Anwendungshinweis: In der Regel macht es Sinn, dass pro Person drei Tapas-Portionen bestellt werden und Ihr dann untereinander teilt. Tapas sind ein gesellschaftliches Event und außerdem könnt Ihr so gleich mehrere Dinge von der Speisekarte kosten. Tortillas sind eine etwas größere Angelegenheit, welches sich zwei figurbewusste schlanke Menschen auch ohne Probleme teilen könnten um satt zu werden.

Am Wochenende ist die Reservierung eines Tisches in den Abendstunden angeraten, sonst könnt ihr nur hungrig an der Scheibe kratzen.

Wer nicht nur isst, sondern genießt, ist in jedem Fall hervorragend im Ruz in Berlin-Mitte aufgehoben.

Berliner Kaffeerösterei

Rösterei, Kaffeehaus, Chocolaterie und Pâtiserie – was auch immer. Die Berliner Kaffeerösterei ist eine der letzten Privatmanufakturen in Berlin und sogar in ganz Deutschland. Die inhabergeführte Berliner Kaffeerösterei befindet sich etwas versteckt in der niedlichen Uhlandstraße in Berlin-Charlottenburg. Den betörenden Duft des hier feilgebotenen Kaffees nimmst du allerdings schon vorn am belebten Kurfürstendamm wahr.

Um’s mal vorweg zu sagen. Die Berliner Kaffeerösterei vertreibt unseres Erachtens den besten Kaffee (nicht nur) im Westteil Berlins, der zu Recht die mittlerweile Vierfach-Auszeichnung der Zeitschrift „Der Feinschmecker“ erhalten hat.

Die Location an sich ist schon ein Traum. Vor dem Laden gibt es eine Terrasse, die bei gutem Wetter so ab dem späten Frühlingsvormittag komplett in Sonnenschein gehüllt ist. Das gemütliche und mit viel Liebe zum Detail eingerichtete Kaffeehaus hat neben einem bistroähnlichen Verkaufsraum mit Hochtischen direkt gegenüber der schmucken Verkaufstheke auch einen Salon und eine ruhigere Bibliothek mit „Kamin“, die auch mal  gern für Lesungen, Hochzeiten usw. genutzt wird. An der Theke kannst du einen schnellen Espresso trinken und den Baristi bei ihrer Arbeit zusehen. Direkt mit dem Kaffeehaus verbunden ist der Feinkostladen, aus dem der just bestellte Kaffee in den zwei Röstmaschinen geröstet, aus güldenen Schütten gezapft und gemahlen wird.

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Die Jungs und Mädels von der Berliner Kaffeerösterei bieten zudem sagenhafte 60 verschiedene Kaffee- und ein gutes Dutzend Espresso-Sorten sowie ein umfangreiches Angebot an hochwertigem Ronnefeldtee an.

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Ein weiteres absolutes Highlight ist die hauseigene ‚gläserne‘ Schokoladenmanufaktur im Laden, in der du dir herrliche Torten nach eigenem Wunsch fertigen lassen kannst, von denen es manche ob ihrer schieren Größe und ihres Herstellungsaufwands auf einen Wert von knapp 1.000 Euro bringen. Es werden Schokoladen gegossen, Aufstriche gekocht, Gebäck hergestellt und Nüsse schokoliert. Ein umfangreiches Angebot an Schokoladen von französischen und italienischen Chocolatiers rundet diesen tollen Eindruck noch ab. Sorry, uns läuft hier gerade das Wasser im Mund zusammen.

Und wenn du dir deinen Kaffee lieber zu Hause selbst zubereitest, lohnt sich ein kurzer Blick auf das Angebot an Equipment für die heimische Zubereitung des hier erworbenen Kaffees, wie exklusive Kaffeemühlen und Eindruck machende Kaffeekannen.

Bikinihaus

… und das nun schon seit über einem Jahr! Fündig wird der kundige Berliner dabei im Bezirk Charlottenburg, genauer gesagt an der Budapester Straße 38 – 50. Dort steht, eingerahmt von Zoo und Gedächtniskirche, das nicht minder geschichtsträchtige Bikini Berlin. Im Jahr 1957 als Teil des Zentrums am Zoo errichtet, hat das Bikinihaus seinen Namen bis heute behalten. Er hat sich mit einer solchen Selbstverständlichkeit in den Berliner Wortlaut eingebürgert wie das Rote Rathaus, die Schwangere Auster oder die Hungerharke.

Für den 50er-Jahre‐Spitznamen verantwortlich gemacht werden kann das sogenannte „Luftgeschoss“ – ein mit Berliner Luft gefüllter Gebäudepart, der den Bau in einen unteren und einen oberen Bereich teilte und im zweiten Stock den Blick auf den dahinter liegenden Zoo freigab. Die Bikini-Form des mittlerweile renovierten Gebäudes ist leider wieder verschwunden. Geblieben ist jedoch seine Attraktivität. Zum Beispiel in Form der riesigen (7000 m²!), frei zugänglichen Dachterrasse mit Blick auf die Gehege des Zoos. Oder in Gestalt des riesigen Panoramafensters im Erdgeschoss, das den Blick auf den Affenfelsen freigibt und Menschen wie Pavianen beste Unterhaltung bietet.

Das Bikini Berlin ist in erster Linie ein großes Einkaufsparadies. Fernab der gängigen Labels finden sich über drei Stockwerke verteilt Gastronomie, sowie verschiedene Mode- und Einrichtungsgeschäfte, die zum Schlendern und Staunen einladen. Einen Einkauf selbst kann sich in den teilweise hochpreisigen Läden allerdings nur zahlungskräftige Kundschaft leisten. Das ist der Preis für die Individualität des Bikini Berlin, den Wunsch danach, keine Läden gängiger Shoppingcenter zu beherbergen. Dennoch lohnt sich eine kleine Safari durch die Concept Mall. Denn bei einem Spaziergang vorbei an den grünen Streben und durch die hölzernen Boxen im Erdgeschoss kann doch so mancher Schatz gefunden werden. Boxen? Ja, richtig gelesen: In einem Teil des Einkaufszentrums, der ein wenig an eine große Markthalle erinnert, finden sich mehrere „Bikini Berlin Boxes“. Das sind kleine Ladenflächen in Form überdimensionaler Holzkisten, die von Händlern und Designern für mehrere Monate gemietet werden können. Die stetig wechselnden Mieter lassen eine Art Marktgefühl aufkommen – immer wieder gibt es Neues zu entdecken!

An die Concept Mall angeschlossen ist auch das 25hours Design-Hotel, ein Hochhaus, das mit zwei Besonderheiten aufwartet: Dem Restaurant Neni und der Monkey Bar im 10. und krönenden Stockwerk des Gebäudes. Das Neni, das sich nicht so recht einer kulinarischen Stilrichtung oder Ländergruppe zuordnen möchte, bietet eine bunte Mischung aus Fisch, Fleisch, Salaten und Humus zu für Berliner Verhältnissen gehobenen Preisen. Getreu dem Motto des Hotels, „Urban Jungle“, verheißt die Monkey Bar nicht nur einen Blick auf die Affengehege des Zoologischen Gartens, sondern auch auf den Großstadt-Dschungel vor seiner Dachterrasse. Im Sommer lässt es sich hier wunderbar bei einer Gin Tonic Variation oder leckeren Kleinigkeiten wie Humus oder Sandwiches die Aussicht genießen.

Sehr zu empfehlen sind übrigens die Süßkartoffel-Pommes mit Sweet Chili Chutney zum Sonnenuntergang! Auch für Wintergäste hat die Monkey Bar etwas zu bieten: Die bodentiefe Glasfront sorgt auch in den kalten Monaten für einen atemberaubenden Blick und die Kaminecke spendet wohlige Wärme, so dass tatsächlich auch bei Minusgraden ein bisschen Urwaldgefühl aufkommt. Auch wenn sich Neni und Monkey Bar allmählich zum Hot Spot der Gegend um den Bahnhof Zoo entwickeln und dementsprechend gut besucht sind, ist ein Besuch definitiv lohnenswert!

Eure Sarah

Kuchi

Wir können es in der Tat nicht anders beschreiben. Das Kuchi ist ein Laden, der hinsichtlich seiner Sushi-Kunst über nahezu jeden Zweifel erhaben ist und in dem ihr mitunter schon mal den ein oder anderen Promi als Tischnachbarn habt.

Zum Standard gehört jedoch, dass es rappelvoll ist. Reservieren wäre demzufolge besonders an Freitag- oder Samstagabenden nicht nur vorteilhaft, sondern zwingend notwendig, wenn ihr nicht unverrichteter Dinge wieder abziehen wollt. Sobald ihr jedoch einen der begehrten Sitzplätze ergattern konntet, empfängt euch ein tolles Ambiente – schlicht aber harmonisch eingerichtet. Ihr fühlt euch wohl hier drin. Bei gutem Wetter habt ihr alternativ die Möglichkeit, draußen zu sitzen. Zugegebenermaßen ist dies weitaus ungemütlicher als drin, weil das Kuchi direkt an der zu jeder Tages- und Nachtzeit stark befahrenen Kantstraße liegt. Also Augen auf bei der Platzwahl. Besonderheit an der Inneneinrichtung sind natürlich die wenigen, aber langen massiven Tische und Holzbänke, an denen auch fremde Gäste euch nicht zu nahe kommen, wenn ihr das nicht mögt.

So, wichtige Info zum Essen vorweg: Das Sushi ist verhältnismäßig teuer, aber man merkt, dass der Fisch eine hervorragende Qualität hat. Die Vorspeisen-Typen unter euch dürfen wir auf die traumhafte Dim Sum Rotation mit Garnele, Schwein oder Gemüse hinweisen, die ihr euch bei einem Besuch definitiv nicht entgehen lassen solltet.

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Wir dagegen verzichteten darauf und hatten bei unserem letzten Besuch stattdessen diverse Sushis, darunter eine Sashimi-Platte und Teriyaki-Lachs, die jeweils mit einer kleinen, aber ausreichenden Schüssel duftenden Reis‘ serviert werden. Besonders empfehlen können wir euch die My Best Friend’s Roll: Das sind Gemüsetempura, Lachs, Kresse, Majo und Kuchi-Sauce. Ich habe irgendwie das Gefühl, dass es sich hierbei um Ananas-Sauce handelt. Keine Ahnung, jedenfalls ist die der absolute geschmackliche Oberhammer. Und egal, was ihr von der großzügig gestalteten Karte nehmt, es ist für jeden Geschmack – ob Fischfan oder Vegetarier – etwas dabei.

Was uns nicht gefällt

Der Service im Kuchi ist seit jeher leider ein wenig – naja – träge oder vielleicht auch überfordert mit der durchgehend hohen Zahl an kommenden und gehenden Gästen. Damit muss man hier einfach leben. Das Essen jedoch macht jeden Patzer mit Leichtigkeit wett.

Und wenn euch die Kantstraße nahe der City-West zu weit weg ist, widmet euch doch einfach den Sushi-Träumen in Berlin-Mitte. Diese Kuchi-Filiale macht selbstverständlich genau so viel Spaß, ist von der Atmosphäre aber irgendwie noch ein bisschen entspannter und ‚cooler‘, nicht nur weil es an der hipsteresken Gips- Ecke Auguststraße liegt, sondern auch, weil es nochmal ein wenig schöner eingerichtet ist.

Alles in allem ist das Kuchi jedoch ein spitzenmäßiger Sushiladen, der sich nicht hinter Aisa-Experten wie zum Beispiel dem auf höchstem Kochniveau agierenden Restaurant NU in unmittelbarer Nachbarschaft nicht zu verstecken braucht.

Und jetzt das Schmankerl oben drauf: Das Kuchi hat auch einen Lieferservice – juhu juhu -, über den wir absolut nicht meckern können. Alles kommt tatsächlich frisch und warm geliefert. Lecker!

Eure Anso

Bagels & Coffee

Das bekannte kleine Café Daily Coffee hat gleich zwei Lokalitäten. Neben dem eigentlichen Café und Restaurant am Nauener Tor befindet sich auf der Friedrich-Ebert-Straße das kleinere, aber nicht weniger feine Bagels & Coffee, das unter Potsdamern oft nur ‚Bagels’ genannt wird, denn genau für diese Köstlichkeit ist es bekannt.

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Ob auf einen schnellen Cappuccino oder zum ausgiebigen Frühstück an einem sonnigen Vormittag: Am Bagels & Coffee an der stets belebten Ecke von Gutenberg- und Friedrich-Ebert-Straße kommt so gut wie jeder irgendwann mal vorbei. Lohnt sich! … denn der Laden hat durchaus was Besonderes: Hier kann man dem freundlichen und fleißigen Personal oft bei der Zubereitung von Limonaden, Keksen und belegten Bagels zusehen. Das alles zeigt dem Gast, dass er dort mit gutem Gewissen essen und trinken sowie gemütlich sitzen und den Tag genießen kann.

Bei meinem letzten Besuch hab ich nun einmal den Bagel der Woche probiert: Der Orientalische Bagel mit Hummus, Halloumi, Paprika, roten Zwiebeln und Mango-Pie ist ein Genuss der exotischen Art. Und diese frisch und kreativ belegten Varianten der ringförmigen Brötchen werden auf Wunsch auch beidseitig getoastet.

Dazu gibt es für heiße Tage hausgemachte Limonaden und erfrischende Getränke wie die Erdbeer-Rhabarber-Minz-Schorle. Tipp für alle Genießer und Special-Sachen-Ausprobierer: Ihr könnt euch auch euren eigenen Saft zusammenstellen. Meine abgefahrene Kreation enthielt Karotte, Orange, Ananas und frischen Ingwer. Kann ich nur empfehlen, eine sehr gute Wahl. Auch süße Leckereien wie Brownies, Blondies und Milchreis oder das ebenfalls selbstgekochte Chili con Carne sind in diesem Café einfach zum Niederknien.

Genügend Auswahl und gute Qualität

Genau aus diesen Gründen steht bei mir ein Besuch Bagels mehrmals im Monat im Kalender und hierhin kann man Besucher, Freunde und Familie auch gerne Mal auf einen Tee einladen. Im Sommer wie im Winter ein Muss für jeden Potsdamer und Besucher.

Princess Cheesecake

Make every day a lovely day … … ist das Motto, welches das Princess Cheesecake seinen Besuchern als lieben Willkommensgruß kommuniziert – und zwar sieben Tage die Woche, jeweils zwischen 10 und 19 Uhr, im echt chilligen Abschnitt der Tucholskystraße zwischen Linien- und Auguststraße in Berlin-Mitte.

Sowohl draußen als auch drinnen ist es liebevoll eingerichtet, dennoch auch irgendwie ‚grungy‘ und bei Weitem nicht so ‚etepetete’ wie man so oft liest und hört. Wir sind uns auch gar nicht sicher, wie man den Einrichtungsstil bezeichnen könnte: Irgendwie französisch, irgendwie auch nicht. Ach, Mensch … Wir wissen’s auch nicht. Der nicht allzu große Innenraum ist jedenfalls in einen zarten Flieder-pink-aprikot-Farbton getaucht und passt wie keine andere Farbe zu den angebotenen Köstlichkeiten. Wer sich nach der Bestellung genug an der Torten-Auslage satt gesehen hat, kann im Hintergrund in die Küche lunschen, wo am laufenden Band neue Kuchen gemacht werden.

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Und von denen klingt eine Sorte besser als die andere. Also warum nicht mal eine kleine Wasser-im-Mund-Zusammenlauf-Auswahl: White Lady, das ist weiße Schokomousse mit einem Rum-Pistazien-Quarkkern oder White Coco Lala – Kokos-Käsesahne mit Mount Gay Rum? Jedes einzelne Stück Cheesecake ist zudem mit einem Schokoplättchen verziert, das das Logo des Ladens ziert. Süß! Alternativ könnt ihr aber auch auf eine akzeptable Selektion veganer Petit four zurückgreifen.

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Bei unserem letzten Besuch gönnten wir uns nun jeweils ein Stückchen vom ChocoLoco Darling und eins vom New York Dolce für jeweils 4,10 €: Man vermag mit Worten kaum zu beschreiben, wie sich der Geschmack im Mund ausbreitet. Man genießt schlicht und ergreifend jeden kleinen Bissen und denkt unweigerlich darüber nach, anschließend noch ein weiteres Stückchen dieser Riesenauswahl zu probieren. Und wir möchten hier unter Zeugen gern ein Geständnis ablegen: Beim vorletzten Besuch haben wir dies sogar getan. Schlimm.

Was gibt’s zu meckern

Natürlich kann man nun abwägen, ob die Preise gerechtfertigt sind. Durchschnittlich 4,- € pro Stück, Mann oh Mann, da kriegste bei Lidl zwei ganze Kuchen für. Aber der Geschmack macht’s jedes Mal so was von wett. Ob dies auch für den Preis von 4,50 € für einen einfachen Milchkaffee auch noch gilt, lassen wir hier einmal unbewertet. Aber die Nachfrage bestimmt bekanntlich den Preis und wer will schon Kuchen ohne den obligatorischen Kaffee dazu genießen?

Babelfood

Wenn ich etwas kulinarische Exotik und Schärfe ins Leben bringen will, besuche ich ein noch junges Restaurant ein paar Meter abseits von der größten Flaniermeile Potsdams. Es befindet sich nicht weit von der Brandenburger Straße und man kann hier bei jedem Besuch etwas Neues und für Potsdam Außergewöhnliches genießen.

Daher meine absolute Empfehlung: Frau Babel mit ihrem Babelfood direkt am KuZe (KulturZentrum) Potsdam in der Hermann-Elflein-Straße. Der kleine, ruhige Innenhof und die traditionelle und schlichte, ja leicht urige Einrichtung des Restaurants laden zum Verweilen und Wiederkommen ein.

Es gibt immer eine aktuelle Tageskarte und leckere, frisch gekochte Gerichte. Die afro-karibische Küche ist ungewöhnlich und mit ihren großen und kleinen, vegetarischen oder veganen Gerichten sowie den supersaftigen Fleischvariationen ist wirklich für jeden etwas dabei.

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Die Zutaten sind eine Mischung aus Altbekanntem und Lebensmitteln, die manch einer vielleicht noch nie zu Ohren bekommen hat. Da kommen Maniokwurzel, Süßkartoffel, Karotten, Kokosmilch, Zucchini, Zuckerschoten und Kürbis in einen Topf und verbinden sich zusammen mit den vielfältigsten Gewürzen zu einer leckeren Suppe. Aus genanntem Gemüse und Putenfleisch wird ein geniales Reisgericht gezaubert und Tofu verbindet sich mit Nudeln zu einer Geschmacksexplosion. Man merkt richtig, mit welcher Liebe zum Essen und zur Tradition, wie regional und hausgemacht alles zubereitet wird. Schon Kleinigkeiten wie die würzigen Dipps und Soßen sind bei jedem Besuch ein Renner.

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Die kleine Karte mag für manche etwas befremdlich und wenig vielseitig wirken, aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt: So erregte bei einem unserer letzten Besuche zum Beispiel das Jerk Chicken mit Reis, gegrilltem Gemüse und einem verdammt scharfen Dipp unsere Aufmerksamkeit, an dessen unglaublich intensiven Geschmack wir heute noch denken.

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Dieses Mal habe ich jedoch eine weitere Neuentdeckung gemacht: Fruchtiges Bier von DjuDju, serviert in einer waschechten Kalebasse. Ja, Bier aus einer halben, getrockneten afrikanischen Frucht – in Afrika und der Karibik als Trink- und Aufbewahrungsgefäß verwendet –, das gibt echtes Urlaubsfeeling. In Geschmacksrichtungen wie Ananas, Banane oder Passionsfrucht bringt das kalte Mischbier sprichwörtlich den Sommer. Natürlich gibt es aber auch „normales“, regionales Bier, Biolimonaden, Säfte, aber auch Heißgetränke zur Wahl.

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Außerdem gibt es jeden Sonntag einen Brunch und Frau Babel bietet sogar Kochkurse an, in denen man ihre Künste erlernen kann. Wenn es euch also genau so gut schmeckt wie mir, dann solltet ihr das Essen nicht nur immer wieder im Babelfood genießen, sondern auch mal selbst den Kochlöffel schwingen. Vielleicht schafft es diese afro-karibische Exotik sogar, euch eine Auszeit von eurem Alltag zu bescheren.

Bürgershof

Die erste Frage, die sich stellt: Gehört der Bürgershof nun zu Potsdam oder zu Berlin? Dieser idyllische Biergarten liegt irgendwie so komisch auf der Grenze zwischen beiden Städten, sodass böse Zungen gar behaupten, er gehöre zu Berlin.

Wir haben sauber nachrecherchiert und können nun mit geografischem Wissen protzen: Der Bürgershof liegt in Klein-Glienicke, Klein-Glienicke gehört zu Potsdam, also ist er ein Potsdamer Biergarten, zumal er aus Potsdam sowieso viel besser zu erreichen ist. So!

Jedenfalls ist er mit seinem gediegenen Ambiente und der schönen Aussicht auf die Einfahrt zum Teltowkanal mit vorbeifahrenden Yachten und DIKI-Tours-Flößen und dem sich dahinter auftürmenden Park Babelsberg ganz anders, als man sich den Standardbiergarten so ausmalt: keine laute Musik, nur leises Murmel der unzähligen Gäste, die es sich am Ufer des Teltowkanals in der abendlichen Sonne gut gehen lassen und die es trotz ihrer mitunter hohen Zahl nicht schaffen, den Biergarten überfüllt wirken zu lassen.

Aufgeteilt in Biergarten mit den üblichen Bierbänken und –tischen und einen strandbarähnlichen Bereich mit grüner Wiese und loungigen weißen Vollplastik-Liegestühlen, auf denen man Stunden verbringen kann, ist der Bürgershof schon irgendwie ‚special‘. Dies äußert sich ferner darin, dass die Leute sich hier am Selbstbedienungskiosk – dessen Personal echt schnell und freundlich ist –  wohl eher mit einem Glas roten Bordeaux mit Couscous-Salat versorgen als mit gelbem Berliner Kindl und der ebenfalls angebotenen Weißwurst.

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Wir sind jedes Mal überrascht über die reichhaltige Speisenauswahl. So könnt ihr hier neben den Biergarten-Bestsellern wie Brezeln, Weißwurst, Obazda und Knödel auch erwähnten Couscous-Salat oder mediterranen Nudelsalat probieren. Geschmacklich gehören die jetzt nicht unbedingt zur noblen 3-Sterne-Cuisine, aber meckern kannste trotzdem nicht.

Kurzum: Hier kommt jeder geschmacklich auf seine Kosten und man würde sich nicht wundern, wenn Familien hier einen ganzen langen Sommertag verbringen … nicht zuletzt auch wegen des kleinen Spielplatzes und der klitzekleinen Badestelle, an der man durchaus auch mal mit Kanu anlegen und das ein oder andere Hopfen-Schörlchen genießen kann.

Bei einem unser letzten Besuche haben wir übrigens auch schon Hochzeitsfeiern gesehen. Nach eigenen Angaben der Betreiber finden drinnen mitunter Feiern mit bis zu 1.000 Personen statt.

Was gibt’s zu meckern?

Die Fassbrause ist aus der Flasche. Schade! Ansonsten sind wir hier im Bürgershof jedes Mal wunschlos glücklich und genießen einfach nur das traumhafte Sommerwetter.