Cô Cô

In den kalten Wintermonaten ist es zumeist das große Glas frischer Minztee das uns auf unserem Heimweg in das kleine Deli in der Rosenthaler Straße zieht. Schräg gegenüber des Café Oberholz weist ein schwarzes Schild über dem Gehsteig den Imbiss in einer nachts leuchtend weißen Schrift als Cô Cô aus.

Wobei Imbiss das falsche Wort ist. Denn weder das Essen, noch die Getränke, noch die Dekoration sind typisch für einen Imbiss. Von der Speisekarte über der Theke lachen uns leckere Teekreationen, vietnamesische Sandwiches und Nachspeisen entgegen. Im Kühlregal daneben gibt es Berliner Glam Cola und Tiger Bier zu kaufen. Und nahezu überall an den Wänden stehen in Reih und Glied riesige Glasbottiche mit eingelegten Zitronen.

Eingelegte Zitronen? Mehr als nur Deko!

An jenem kalten Februarabend entscheiden wir uns einmal mehr für den – sehr zu empfehlenden! – frischen Minztee, stibitzen uns die Tube Honig und machen es uns an einem Platz hinter der Fensterscheibe des Cô Cô bequem. Während der süße Honig sich mit dem Geschmack der frischen Minze vermengt und wir immer wieder kleine Schlucke der wohltuenden Flüssigkeit aus dem dampfenden Glas zu uns nehmen, lassen wir unseren Blick aus dem Fenster schweifen. Vom Cô Cô aus lässt sich das Leben am und um den Rosenthaler Platz wunderbar beobachten. Sehen, ohne sofort gesehen zu werden.

Coco - 05

Auch die eingelegten Zitronen rücken immer wieder in unser Sichtfeld und neugierig fragen wir nach. Tatsächlich sind die großen Glasgefäße nicht einfach nur ein dekoratives Element des Deli. Sie sind vielmehr die Basis für eine besondere Spezialität des Hauses: Selbstgemachte salzige Limonade! Die Zitronen werden in Salzwasser eingelegt und ziehen so lange, bis die Flüssigkeit im Bottich sich dunkel färbt. Dann kommen noch einige Zutaten hinzu und – fertig ist die Limonade. Klar, dass wir die für euch getestet haben!

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Wichtig zu erwähnen: Der salzig-zitronige Geschmack ist nicht jedermanns Sache, vor allem nicht zur kalten Jahreszeit. Im Sommer aber entfaltet der originelle Durstlöscher sicherlich seine erfrischende Wirkung. Einfach mal ausprobieren!

Neben leckeren Getränken locken vietnamesische Sandwiches

Vielleicht habt auch ihr euch schon eure Gedanken zum Namen der kleinen Lokalität gemacht? Warum so lange und was hat er eigentlich zu bedeuten? Das vietnamesische Cô steht für „Tante“ und der Zusatz bánh mì deli bedeutet so viel wie „Baguette-Delikatessen“. Denn um das bánh mì, das eigentlich französische Baguette das im CôCô mit allerlei vietnamesischen Leckereichen gefüllt wird, dreht sich das kulinarische Konzept des Imbisses. Mit Grillfleisch, Fleischpastete oder auch vegetarisch belegte bánh mìs werden als gesunde Alternative zu herkömmlichem Fast Food angepriesen. Daneben gibt es außerdem klassische vietnamesische Phở (Suppe), Reisgerichte, Salate und eine ansehnliche Tageskarte – alles zu erschwinglichen Preisen. Durchaus probierenswert, wenn vielleicht auch nicht jedem Gaumen auf Anhieb ein Genuss, sind die Desserts. Für euch getestet haben wir den gehaltvollen Bananenkuchen (lecker!) und den Süßmais-Pudding (nicht ganz unser Fall, aber Geschmäcker sind bekanntlich verschieden).

Das Cô Cô hat täglich von den Mittagsstunden ab bis 22 Uhr, freitags und samstags sogar bis 23 Uhr geöffnet. Und so viele begeisterte Anhänger wie die vietnamesischen Sandwiches auf Foursquare und in den sozialen Netzwerken mittlerweile gefunden haben, ist ein Besuch mit Sicherheit nicht verkehrt. Probiert es doch gleich einmal selbst!

Eure Sarah

An einem Sonntag im August

von Gastautorin Hannah Hauer

An einem Sonntag im August ist beides – tagsüber ein Prenzlauer-Berg-typisches Café im Hipster-Look und abends eine Bar, in der ab einer bestimmten Uhrzeit hauptsächlich von donnerstags bis samstags auch DJs auflegen.

Schon wenn man das Lokal betritt, steht man vor der Qual der Wahl: Möchte man in einem der uralten, bequemen Sofas versinken oder doch lieber auf der tribünen-ähnlichen Konstruktion mit Blick auf die belebte Kastanienallee Platz nehmen? Für Raucher gibt es einen mit einer Glaswand abgetrennten Raum, von dem aus man ungestört das Treiben rund um den U-Bahnhof Eberswalder Straße beobachten kann. Die angenehme Atmosphäre und das gratis w-LAN bieten außerdem die optimalen Verhältnisse zum Arbeiten, Lernen oder einfach nur Abhängen und stundenlang Quatschen. Draußen lädt außerdem eine Hollywood-Schaukel zum Verweilen ein.

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Veggie Burgers meet Cocktails

Die Getränkekarte führt von Heißgetränken, über Bier und Wein bis hin zu vielerlei Cocktails. In einer Vitrine gleich am Eingang finden sich immer drei verschiedene Kuchen und Torten, wobei wir besonders den Cheese-Cake empfehlen können. Wer jedoch noch mehr Hunger hat, kann einen der leckeren vegetarischen Burger probieren. Das Menü für 8,50 Euro beinhaltet außerdem eine Creme-Suppe, Krautsalat und Kartoffelchips. Am Wochenende können sich Jung und Alt am Frühstücksbuffet für schlappe 4,95 Euro die Bäuche vollschlagen.

Das „An einem Sonntag im August“ ist nicht nur an einem Sonntag im August empfehlenswert. Ihr erreicht es mit der Tram M1 und M10 und es befindet sich unweit des U-Bahnhofs Eberswalder Straße. Und Achtung, ihr könnt hier nur bar bezahlen.

Eure Hannah

Kaffeerösterei Junick

Auf gedachter Linie zwischen Wohlfühlasiate LE’S CYCLO >>, der hervorragenden CREPERIE LA MADELEINE >> auf der anderen Straßenseite sowie der unvergleichlichen BRASSERIE ZU GUTENBERG >> präsentiert sich dieses Cafe im Eckhaus von Lindenstraße und Gutenbergstraße. Gemütlich eingerichtet und mit nettem Ambiente im Innenraum muss es sich nicht hinter anderen Cafés in der Potsdamer Innenstadt verstecken.  

Das Leben spielt bei gutem Wetter jedoch draußen: Wenn ihr es an einem sonnigen Wochenendnachmittag schafft, vor dem Laden einen Platz zu ergattern, ist euch das Glück an diesem Tag offenbar hold. Denn sowohl vorbeiziehende Touristen als auch einheimische nach frischem Kaffee Dürstende reißen sich regelmäßig ähnlich einem Reise-nach-Jerusalem-Stuhltanz um die rar gesäten Sitzgelegenheiten, um dicht gedrängt die im Folgenden erläuterten Speisen und Getränke zu bestellen.

Große Kuchennamen

Johannesbeerbaiser, Florentiner Apfel, Lübecker Marzipantorte, Schweden-Charlotte, Grand Marnier Torte mit Marzipan und Haselnuss oder kleine Petit fours … tatsächlich ist die Kuchen- und Tortenauswahl in der Kaffeerösterei Junick riesig und kann sich auch geschmacklich ‚sehen lassen‘. Wer sich nach einem Blick in die umfangreiche Karte nicht entscheiden kann, dem sei wohl mit einem prüfenden Blick in die gläserne Theke im Gastraum geholfen, hinter der sich die unzähligen Köstlichkeiten gekonnt präsentieren.

Und nicht im Unklaren wollen wir euch darüber lassen, was man neben Kuchen und Kaffee sonst noch hier genießen kann: zum Beispiel Frühstück.

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Bei unserem letzten Besuch im Hause Junick orderten wir zum einen ein „Kleines Potsdamer“ Frühstück für rund 8 € sowie ein English Breakfast mit Speck, Würstchen, Bohnen, gegrillten Tomaten und Rührei für gerade noch machbare 11,90 €. Zusammen mit einem großen Cafe Latte für 3,90 € steht man mir-nix-dir-nix mit luxuriösen 15 € beim Wirt in der Kreide.

Das Zwischenmenschliche

Den Service in der Kaffeerösterei können wir bislang folgendermaßen bewerten: in der Regel flink, manchmal etwas verpeilt („Wir wollten keine Wurst, warum haben wir Wurst auf dem Teller?“), aber immer sympathisch und kumpelhaft freundlich.

Fazit

Wegen der etwas nachlassenden Qualität und der recht hohen Preise im Zusammenspiel mit manchmal überfordertem Service können wir guten Gewissens drei von fünf Sternchen vergeben und lassen uns hier gern auch auf konstruktive Streitgespräche ein. Etwas weniger Tourismus und etwas mehr Individualität sind unseres Erachtens kein zu frommer Wunsch in Sachen Kaffeerösterei Junick.

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LuLa Deli Deluxe

Seit Generationen wird uns eingetrichtert, dass das Frühstück die wichtigste Mahlzeit wäre. Na gut, auf manche mag das ja zutreffen, aber was ist mit all den Morgenmuffeln, bei denen erst nach Stunden das Hungergefühl einsetzt? Für die haben wir die Lösung!

Das LuLa Deli Deluxe unten in Friedenau – welches neuerdings im Übrigen auch mit einem zweiten Laden ‚LuLa am Markt’ vertreten ist – überzeugt wirklich jeden davon, dass ein Frühstück nicht nur zu sich genommen, sondern richtig zelebriert werden kann. Es ist ohne Zweifel das beste Frühstück, das wir seit langem getestet haben, weil man sich vor Frische und liebevoller Zubereitung der selbstgemachten Speisen kaum retten kann. Und wer von euch lieber gleich mit warmen Speisen den Tag startet, ist hier ebenfalls richtig. Neben wirklich leckeren Burgern und anderen Köstlichkeiten findet sich hier für jeden Geschmack etwas.

Tante Emma’s Stübchen

Das gemütliche, wohnzimmerliche Interieur hat ein wenig etwas von Tante Emma’s Stübchen, in dem es andauernd herrlich nach frischem Brot oder frischem Kuchen duftet. Die Bedienung erinnert an eine eingespielte, bemühte Familie, die den Gast zum König macht und mit so viel Herzlichkeit bemuttert, dass man fast gar nicht mehr gehen möchte.

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Nicht nur deshalb ist eine Reservierung ratsam. Es ist halt immer voll, der Kiez weiß gute Küche zu schätzen und lockt viele Besucher. Wer könnte schon solchen Leckereien widerstehen wie hausgemachter Brioche mit Beeren-Vanillemarmelade, Bio-Rührei mit Schafskäse und Tomaten, dazu Kichererbsen-Sesamcrème und spanischer Landschinken und auf Anfrage das ganze auch vegan. Unglaublich! Am liebsten würden wir schon wieder hin.

Demnächst werden wir auch das ‚LuLa am Markt’ testen, in das wir kurz reingeschaut haben. Hier locken in der Vitrine herrlich frische Pizzen!


Burgermeister

… exakt so lautet die Sub-Line, wenn man den Burgermeister bei Google Maps entdeckt. Nun klingt der Slogan jetzt nicht so unbedingt einladend, aber wer schon einmal einen dieser Geschmackskracher probieren durfte, nimmt darauf nun gar keine Rücksicht mehr.

Dort wo Skalitzer, Schlesische und Oberbaumstraße eine verkehrsreiche Liaison eingehen, werdet ihr einen der besten Burger-Läden der Mudderstadt vorfinden. Mission also: Burger essen. Aber Obacht: Beim Burgermeister seid ihr im Sommer dem vorbeiziehenden Verkehrslärm ausgesetzt, im Winter findet ihr Schutz unter einem schmucklosen Plexiglas-Vorbau. Das weiß man beim Besuch des Burgermeisters jedoch vorher und kehrt hier nicht ein, um gediegene, Südwest-Berliner Restaurantambiente zu finden, sondern um nix als Burger zu essen. Aber egal zu welcher Tages- oder Nachtzeit ihr hier ankommt, ihr müsst euch immer auf das Warten in einer Schlange einrichten.

Low Carb is‘ anders

Wir haben unsere burgerkennenden Gaumen beim letzten Besuch u.a. mit dem ‚Meister aller Klassen‘ verwöhnen dürfen. Jener ist mit 6,90 € in der langen Liste von Burgern der teuerste, diesen Preis jedoch mehr als wert: doppelt Fleisch, doppelt Käse, gebratener Speck sowie krass würzige BBQ-Soße und Jalapenos erachten wir darum als fair gehandelt. Von den Bratlingen bis zur Soße ist alles hausgemacht. Dazu Chili Cheese Fries.

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Mann oh Mann … wer macht denn sowas? Pommes mit Käsesoße und Hackfleischsoße garniert mit Jalapenos. Low Carb is‘ anders! Egal! Allein der Duft, wenn sie vor dir auf den viereckigen Bartischen stehen, lassen dich alle eventuell gefassten Diätgedanken in die nächtlich Kreuzberger Luft entfleuchen. Und der mit dem ganzen Fett einhergehende Flüssigkeitsbedarf wird mit einer hipsteresken Flasche ‚Mischmasch‘ (siehe Foto) gesättigt.

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„Nummer ziehen und warten!“

Der Burgermeister reiht sich in die illustre Gesellschaft von Burger-Experten wie Berlin Burger International oder Burgeramt ein – er ist schlicht und ergreifend echtes Berlin-Feeling. Man fühlt die Atmosphäre Berlins und kann dabei alles und jeden entdecen: Bauarbeiter holen sich Lunch, Touristen folgen den Tipps der unzähligen Blogs und junge Mütter vertreiben sich die Elternzeit mit einem Burger.

Zudem wird man irgendwie mit typisch Berliner Schnauze und zu ziehender Nummer abgefertigt und beim Verlassen dieses Imbisses fallen die Blicke auf die unzähligen in der Gegend herumstehenden Burgermeister-Takeaway-Papptüten – rundherum um den Burgermeister – direkt am S-Bahnhof Schlesisches Tor in Kreuzberg.

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Zweitwohnsitz

Wenn ein Café in Potsdam den Namen „potenzieller Zweitwohnsitz“ verdient, dann das „Zweitwohnsitz“ in der Geschwister-Scholl- Ecke Nansenstraße im mittlerweile durchaus als Szeneviertel zu beschreibenden Potsdam-West. Und bei im Regal stehenden Buchtiteln wie „Vegan to go“ und Hinweisen auf den Refugees Emancipation e.V. weiß man gleich, welch frisches Herz in der Brust der Inhaber schlummert.

So bunt zusammengewürfelt und doch so liebevoll eingerichtet findet sich im Umkreis kein zweites Café. Man fühlt sich irgendwie wie bei Oma zu Hause und im Hipster-Café im Prenzlauer Berg gleichermaßen. Alles wirkt sympathisch unaufgeräumt und sehr gemütlich, individuell und – glücklicherweise – keinem Stil folgend. Das hat Stil! Und der wird von den Lese- und Laptop-Ecken bis hin zum niedlichen Geschirr stringent verfolgt. Kein Stuhl gleicht dem anderen und keine Tasse entstammt demselben Service wie die nächste. Ein kleiner Wermutstropfen ist die räumlich etwas abgetrennte Kinderspielecke: Die ist nett aber fad. Der einzige kleine Spielteppich wirkt auf kleine Gäste jetzt nicht zu einladend.

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Bei gutem Wetter können Lärmunempfindliche allerdings auch auf der beplankten, von einem süßen weißen Zäunchen eingefassten und nett begrünten Terrasse Platz nehmen, wobei man jedoch etwas dicht am vorbeirauschenden Verkehr inklusive Straßenbahn sitzt.

Was gibt’s zu essen?

Der eigentliche Kracher an diesem Café ist, dass du dir dein Frühstück individuell zusammenstellen kannst. Und zwar per Ankreuz-Bestellzettel. Eine nette Idee, die unserer Ansicht nach ruhig Schule machen könnte.

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Der als Biokaffee angepriesene Kaffee macht ein gutes Gefühl, schmeckt hervorragend und ist trotzdem günstig: So kostet ein großer Kaffee Latte durchaus durchschnittliche 3,60 Euro. Und der frisch gepresste Orangensaft ist recht preisintensiv, lohnt sich aber. Und natürlich …

 

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… bekommt man aber nach der Bestellung auch eine Reihe an Köstlichkeiten zum Essen: Neben ‚normalem‘ Frühstück mit Brötchen, Croissants oder Brotscheiben mit Wurst, Käse und Marmelade wird euch auf Wunsch auch auf den Punkt gebratener Speck und köstliches Rührei mit frischem Schnittlauch serviert, was das Frühstück hier im Zweitwohnsitz ebenfalls zu etwas ganz Besonderem und Individuellem macht. Kostenloses Wasser kann sich übrigens selbst vom nett präsentierten Wasserspender gezapft werden.

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Fazit

Wenn euch freundliche Bedienung nicht egal ist und der Appetit auf gutes Essen euch aus dem Haus lockt, findet ihr im Café Zweitwohnsitz in Potsdam-West, was euch zum Frohsein bislang fehlte. Schöner Laden – mehr geht nicht.

Olivia

Okay, wir geben es ja zu: Wir sind Wiederholungstäter. Statt unserem Auftrag nachzukommen, Neues auszuprobieren und wöchentlich etwas Anderes für euch zu testen, zieht es uns immer wieder nach Friedrichshain. Genauer gesagt in die Wühlischstraße 30. Kurz hinter der Tramstation Simplonstraße verbirgt sich zwischen Buchhandlung, Wohnraum und trendigen Geschäften ein Muss für alle Fans guter Schokolade.

Französisches Flair in Friedrichshain

Das Olivia könnte man mittlerweile schon fast als eine wahre Institution im Simon-Dach-Kiez bezeichnen. Eine Institution mit französischem Flair, versteht sich. Denn laut eigenen Angaben gibt es in dem kleinen Café die besten französischen Tartes von ganz Friedrichshain. Und ja, wir können sagen: Bisher haben wir gegen diese Behauptung absolut nichts einzuwenden! Für euch getestet haben wir beispielsweise eine Tarte mit dreierlei Sorten Schokolade und eine fruchtige Tarte-Variante mit Beeren. Auch der Tee und die weiße und dunkle Trinkschokolade sind sehr zu empfehlen.

Daneben gibt es aber auch noch allerlei weitere Leckereien in dem kleinen Laden zu entdecken. Neben den Tartes und Torten türmen sich kunstvolle Pralinen im Verkaufstresen und in den wandhohen Regalen stehen ordentlich sortiert und süß dekoriert verschiedene Schokoladentafeln zur Auswahl. Wer nach Bio und Fair-Trade sucht, wird hier genauso fündig wie jemand, der ungewöhnliche Kombinationen wertschätzt: Schokolade mit Pfeffer zum Beispiel. Beim Kauf von Tafel- oder Trinkschokolade wird man bestens beraten. Der ideale Ort also, um besondere Geschenke einzukaufen. Auch Gutscheine sind im Olivia zu erwerben. Allerdings sollte man den Betrag bei einem solchen Präsent nicht allzu niedrig ansetzen – die Preise im Olivia sind der Qualität entsprechend hoch.

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Eine ganz besonders coole Geschenkidee sind auch die Kuchen im Glas, die lange Zeit haltbar sind und wie frisch gebacken schmecken sollen, wenn man sie vor dem Öffnen kurz in den Backofen stellt.

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Mangelndes Platzangebot

Das einzige, was uns bei unserem Besuch ein wenig negativ aufgefallen ist, ist dass das Café sehr wenige Sitzgelegenheiten bietet. Im Laden selbst ist kein Platz für Tische und Stühle und vor dem Olivia ist deren Anzahl auch sehr begrenzt. Gut, wir waren auch zu Herbst- und Winterzeiten dort. Aber viel mehr als drei kleine Tisch und sechs Stühle finden vor dem Olivia kaum Platz – genauso wie wir, wenn die Tischchen schon belegt sind. Bisher hatten wir keine Probleme, da die meisten übrigen Besucher Kuchen und Pralinen zum Mitnehmen gekauft oder ein Geschenk besorgt haben. Dennoch ein kleines Manko des Schokoladencafés. Ebenso wie die nicht vorhandene Kundentoilette.

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Aber dennoch: Irgendwie macht dieses Kleine, dieses Versteckte und Süße auch den Charme des Olivia aus. Wäre es anders, wäre es kaum dasselbe.

Das Olivia hat täglich von 12 bis 19 Uhr, sonntags von 13 bis 18 Uhr geöffnet. Wer also am Wochenende ein gemütliches Plätzchen nach seinem Spaziergang über den Markt am Boxhagener Platz sucht, ist hier bestens aufgehoben.

Eure Sarah

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Sowjetisches Ehrenmal

Das Großstadtleben mag vielerorts hektisch und aufregend sein. Menschen drängen sich in überfüllte U-Bahnen, eilen über den Alexanderplatz zur Arbeit oder in den nächsten Club, tanzen bis in die Morgenstunden, nur um am nächsten Nachmittag auf dem örtlichen Flohmarkt verkatert, aber trotzdem voller Energie, wieder zusammenzutreffen.

Alles ist ständig in Bewegung. Sogar die Spree schiebt sich unaufhaltsam durch die Stadt. Unweit ihrer Küste jedoch gibt es einen jener Orte, der den tosenden Wellen der Großstadt trotzt. Der sich nicht bewegen, verunsichern, verjagen lässt. Wie ein Fels in der Brandung ruht er im Treptower Park. Um jenen Zuflucht zu bieten, die – wenn auch nur für einen Nachmittag – dem rastlosen Dasein Berlins entfliehen wollen.

Ein kleiner Ausflug in die Vergangenheit

Majestätisch ragt der steinerne Triumphbogen vor uns in den Himmel. Wie ein Tor in eine andere Welt markiert er den Eingang zu jenem Stückchen Erde, das seit 1949 unverändert blieb. Einen seiner Sockel ziert ein Emblem, bestehend aus einem Stern, Hammer und Sichel – und zwei Waffen. Und verrät damit schon einen Teil der Geschichte, die es auf einer Tafel im Inneren des Geländes zu entdecken gilt.

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Das sowjetische Ehrenmal, das nach dem Ende des zweiten Weltkriegs für die gefallenen Soldaten der Roten Armee errichtet wurde, ist nicht nur in Berlin, sondern deutschlandweit das größte Denkmal seiner Art. Und gleichzeitig auch Grabstätte für etwa 7.000 gefallene Frontkämpfer. Das imposante Zentrum des Parkgeländes bildet die gut zwölf Meter hohe Bronze-Statue eines Sowjetsoldaten. Mit einem Kind auf dem Arm und einem Schwert in der Hand symbolisiert er en Sieg der Sowjets über das NS-Regime. Kein realer Kriegsheld also. Überhaupt haben die Skulpturen und Grabfelder mehr symbolischen Charakter – die kniende Frauenstatue am Eingang etwa, steht für Mutter Heimat und auch die Toten sind nicht unter den imposanten Flächen im Zentrum, sondern mehr am Rande der Anlage bestattet.

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Kein ‚To Do‘, aber ein ‚To See‘

Was mir besonders gut gefällt: Die Farben der Blätter, wenn der Herbst sich über den Park legt. Die Nachmittagssonne, die meine Nase kitzelt, während ich auf einer der steinernen Bänke am Rande des Denkmals Platz nehme und ein gutes Buch hervorhole. Und die dunkelschwarzen Statuen, die übermächtig und groß in den Himmel ragen, sich verneigen und mir irgendwie das Gefühl geben, an einem ganz besonderen Ort zu sein.

Natürlich ist das Sowjetische Ehrenmal kein Geheimtipp mehr. Eine so große Fläche Berlins zu verstecken käme dem Versuch gleich, das Tempelhofer Feld von der Landkarte zu streichen. So findet man sie auch hier, die Touristen und Berlinbegeisterten, die Sonntagsausflügler und Jogger. Und dennoch hat dieser Ort etwas Majestätisches. Jedes Mal wenn ich ihn betrete, mich auf die Mauer vor den Treppen setze und meinen Blick über das Gelände schweifen lassen, erfüllt mich eine angenehme Ruhe.

Vielleicht zählt das sowjetische Ehrenmal nicht zu den Dingen, die man in Berlin getan haben sollte. Denn an sich gibt es hier nichts zu tun. Kein hippes Café in Sichtweite, keine Trendjutebeutel verkaufenden Flohmarktstände an den Ecken und kein Event, das es zu erleben gibt. Wohl aber ein Ort, den es zu bestaunen gilt. Oder einfach nur einmal anzuschauen. Daher: Setzt das Sowjetische Ehrenmal am besten nicht auf eure To-Do-Liste für Berlin. Dafür aber definitiv auf eure Liste „To-See“.

Eure Sarah

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Quendel

Ein unscheinbares Eckhaus im tiefsten Potsdam-West, welches im Gegensatz zur Innenstadt von Touristen nicht gerade überlaufen ist, sollte zukünftig mehr im Fokus von Liebhabern gehobener Gastronomie stehen: Das klitzekleine Quendel am oberen Ende der Sellostraße in unmittelbarer Nähe zum Park Sanssouci.

Dem unbedarften Besucher, der hungrig im gemütlichen Ladenlokal Platz nimmt, mag zunächst auffallen, dass die Karte extrem übersichtlich ist und dass man keinem stringenten Stil folgt, sondern aus jeder Küche das Beste rauszuziehen scheint. So bekommst du neben russischen Pelmeni und italienischen Tagliatelle auch gehobene deutsche Hausmannskost. Aber zur Beruhigung können wir versichern, dass absolut alle Gerichte sans souci – also ohne Sorge – gegessen werden können.

Die feige Ziege ist ein Traum

Bei unserem diversen Besuchen haben wir uns mittlerweile einmal quer durch die Speisekarte probiert: Dieses Mal wagten wir uns zur Vorspeise an die „feige Ziege“ (Anmerkung: heißt wirklich so) – einen überbackenen Ziegenkäse mit Feige und Salat – sowie mit Hackfleisch gefüllte Maultaschen, was beides bereits ein kulinarischer Traum war.

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Selbst das während der Wartezeit gereichte Brot und das hausgemachte, sehr würzig schmeckende Öl sind irgendwie bereits eine Attraktion. Die georderten Hauptgerichte sollten dies jedoch noch einmal meilenweit in den Schatten stellen.

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Einmal um die Welt bitte

Während wir uns beim letzten Besuch unter anderem irische Ochsenbäckchen schmecken ließen, probierten wir diesmal den Krustenbraten vom Duroc-Schwein mit dem Wissen, dass man Krustenbraten ja auch viel zu leicht versauen kann. Entweder ist die Kruste nicht knusprig oder das Fleisch darunter viel zu trocken. Dieser hier stellte jedoch alles bisher in Potsdam Dagewesene in den Schatten. Und beim ebenfalls bestellten und mit Genuss verzehrten thüringischer Bio-Wels mit glaciertem Gemüse und einem Kartoffel-Sauerkraut-Rösti läuft uns jetzt noch das Wasser im Mund zusammen. Und was der Kenner …

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… noch wissen muss: Bei der Zubereitung von Saucen trennt sich ja bekanntlich Spreu von Weizen. Entweder sie schmeckt fad oder haut vom Hocker. Letzteres taten die Saucen zu unseren Gerichten.

Also, wenn man uns fragt …

Ja, wir mussten für diesen Abend ein wenig Geld in die Hand nehmen und ja, das war es uns wert, weil es geschmacklich einfach nicht zu toppen ist. Und wir werden es auf jeden Fall wieder tun. Sollten wir irgendwann einmal gefragt werden, welches Restaurant wir aktuell als das beste in Potsdam bezeichnen würden, käme uns das Quendel in den mittlerweile geschärften Sinn. Die hier praktizierte Kochkunst grenzt schon an Perfektion.