Ristorante Il Teatro

Das Leben könnte für die Betreiber des Ristorante Il Teatro in der Schiffbauergasse sicher nicht schöner sein: Es befindet sich wohl in einem der schönsten Gebäude, dass man sich für ein italienisches Restaurant überhaupt vorstellen kann: einer historischen Mühle.

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Wenn das Ganze dann noch in unmittelbarer Wassernähe und mit direktem Blick auf die malerischen Hügel des Babelsberger Parks am anderen Ufer des Tiefen Sees verortet ist, scheint zumindest das äußerliche Glück bereits perfekt. Vom Boot oder auch vom Park aus bildet es mit seiner markanten Architektur und einer Mischung aus alt und neu neben dem Hans-Otto-Theater mit dessen prägnanten roten Spitzdächern diese unverwechselbare Skyline Potsdams.

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Genauso ansprechend ist auch das Innere des Turms: Im Erdgeschoss das eigentliche Restaurant im nachträglich angebauten Wintergarten, in der ersten Etage eine Vinothek mit Platz für bis zu 30 Personen und einer eigenen Bar und nicht zuletzt in der zweiten Etage ein nett dekorierter Partyraum mit Platz für ca. 50 Freunde, der gemietet werden kann. Von dort aus genießt du den 360-Grad-Rundumblick auf die Potsdamer Seenlandschaft bis hinüber auf die andere Seite des Tiefen Sees oder über die Dächer der Schiffbauergasse.

Kernkompetenzen

Wenn die Jungs und Mädels vom Il Teatro eines bis zur Perfektion beherrschen, dann ist das Kochen: italienische Pasta, zartestes Fleisch und auf den Punkt gegarter Fisch – alle Gerichte in diesem Hause sind über jeden Zweifel erhaben. Das weiß natürlich auch die äußerst freundliche Bedienung, die stets jeden Wunsch von den Lippen ablesen kann und ebenso kompetent die unfassbar große Auswahl an italienischen Weinen für unser geplantes Menü gekonnt einzugrenzen.

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Wir haben daher nach beherztem Griff in die untersten Ecken unserer Geldbörse herrliche Großgarnelen sowie ein verdammt großes, hauchzartes Filet vom Iberico-Schwein in Rotweinsauce gegönnt. Diesem kulinarischen Traum gingen zwei Antipasti-Platten mit hauchzart geschnittenem Schinken, gegrillten Zucchini, unglaublich geschmacksintensiver italienischer Salami sowie dem obligatorischen Tomate-Mozzarella-Mix voraus. Dem geneigten Pasta-Liebehaber wird auf Wunsch live am Tisch eine riesige Portion Trüffel direkt über Pasta gerieben. Wow!

Über die tatsächlich gehandelten Preise reden wir besser nicht. So viel sei jedoch verraten: Bei guter Planung und kleinem Hunger können vier Personen mit Glück im zweistelligen Bereich bleiben.

Fazit

Egal ob bei sommerlichen Temperaturen draußen auf der Terrasse direkt am Ufer der Havel oder im Wintergarten: Wenn es kalt ist, kannst du hier ganze Abende verbringen. Aber warum werden bloß die strengen Minen nicht mal durch ein freundliches Lächeln aufgehellt und warum wird man nach freundlichem Fragen, wo das vor 20 Minuten bestellte Bier bleibt, mit bösen Blicken bestraft. Das darf nicht sein.

Das Top-Essen ist zwar alles andere als preiswert, aber für diesen Standort und diese ausgezeichnete Karte mehr als angemessen. Darum – auch wenn‘s abgedroschen klingt: Ein Abend im Ristorante Il Teatro ist wie ein bisschen Italien; mit allem, was einem auch dort tatsächlich an ‚Gastlichkeit‘ widerfahren würde.

Ach, eins noch

Das Il Teatro bietet sogar Business-Lunch an, welches wir zwar ähnlich wie die Standardpreise als „gerade noch erschwinglich“, aber eben nicht als „preiswert“ klassifizieren würden.

Festival of Lights

Seid ihr schon mal abends spazieren gegangen, wenn im Berliner Innenstadtzentrum nahezu jedes größere Gebäude oder gar deren öffentliche Innenhöfe, jede wichtige Sehenswürdigkeit vom Fernsehturm, vom Reichstag, von der Siegessäule über die gesamte Museumsinsel oder den Berliner Dom bis hin zu Brandenburger Tor und Funkturm von Abertausenden von Lichtstrahlern in jeder nur erdenklichen Farbe angeleuchtet werden?

Dann muss es Mitte Oktober sein, dann muss es das Festival of Lights sein. Allein visuell ist diese jährliche Veranstaltung unserer Meinung nach mit das Schönste, was das herbstliche Berlin trotz des regelmäßig doofen Wetters zu bieten hat. Ohnehin bemerkenswert schöne Bauwerke wie der Berliner Dom, das Brandenburger Tor, die unfassbar schöne Humboldt-Uni oder das Hotel de Rome sind in diesen zehn Tagen noch ein ganzes Stück schöner.

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Besonderes Highlight ist jedes Jahr die Nacht der offenen Türen, an denen dir von den Partnern des Festivals of Lights die Gelegenheit gegeben wird, unzählige Blicke hinter unzählige Kulissen zu werfen: so zum Beispiel in die Hauptstadtstudios von ARD und ZDF oder gar in den Berliner Dom am Alex, von dessen Dach du einen eindrucksvollen und somit wohl unvergesslichen Blick über unser nächtliches Berlin in seinen bunten Farben genießen kannst. Tolle Erfahrung.

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Und das Allerbeste: Das Festival of Lights ist kostenlos und wie jedes Jahr begleitet von unzähligen Veranstaltungen, die zusammen über 2 Millionen Besucher hatten. Mittlerweile ist es so erfolgreich, dass es bereits in andere Großstädte wie New York exportiert wurde.

Escape Berlin

Aktuell schießen sie ja wie Pilze auch aus dem Berliner Boden: Die Möglichkeiten, an einem Live Escape Game teilzunehmen. Und eine weitere dieser Möglichkeiten haben wir nun genutzt.

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Für die Live-Escape-Frischlinge unter euch: Bei einem Live-Escape-Game werden kleine Personengruppen in einem Raum eingesperrt und müssen ihr Gefängnis innerhalb einer vorgegebenen Zeit mit Hilfe der darin versteckten Hinweise und Gegenstände wieder verlassen.

Wir haben uns dasjenige gesucht, bei dem das Rätsel lösen bereits lange vor Betreten des entsprechenden Raumes begann. So war die erste Aufgabe bereits, das ESCAPE Berlin in einem der alten DDR-Bürohochhäuser in Prenzlauer Berg überhaupt zu finden. Recht versteckt liegt es auf einem der großen Hinterhöfe in der Nähe des Velodroms. Nimmt man – anders als wir – den richtigen Ausgang an der S-Bahn Haltestelle Landsberger Allee, dauert es einen kurzen Fußweg von ca. vier Minuten, um an der Location anzukommen.

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Zweite Aufgabe: Eingang zu finden. Dritte Aufgabe: Eigentliche Location im 5. Stock zu finden: Denn ihr müsst rein ins Haus, dann eine Treppe runter und dort in einen Fahrstuhl, der euch hinauf in den fünften Stock bringt.

Dort findet ihr einen schmucklosen, dennoch symphatischen Empfangsraum vor, in dem ein Kühlschrank mit Getränken und kleinen Mini-Snacks bereitsteht. In einer Reihe an verschließbaren Spinden könnt ihr eure Wertsachen getrost zurücklassen.

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Ja, und das eigentliche Spiel?

Na, das findet in einem der Themenräume statt, den ihr euch für eure Gruppe eben aussucht: von Sherlock Holmes über Batman bis hin zur nicht ganz ernst gemeinten Big-Bang-Theory-WG. Wir haben uns für den Sherlock-Holmes-Raum entschieden, über den wir hier jedoch kein Sterbenswörtchen verlieren werden. Soll ja auch für euch spannend bleiben bzw. ihr sollt euch genau so hilflos fühlen wie wir. Nur so viel: Der berühmte Detektiv ist verschwunden und unsere Aufgabe war es nun, ihn in dem tollen historischen Ambiente wiederzufinden.

Für die Lösung des Rätsels stand uns eine Stunde Zeit zur Verfügung. Oh Mann … die brauchten wir aber auch. Gott Sei Dank waren wir über einen Bildschirm mit jemand am anderen Ende verbunden, der uns in hoher Frequenz lebensrettende, schriftliche Tipps gab. Um’s mal einfach zu sagen: Wir stellten uns alle ziemlich blöd an und hatten ‘ne Menge doofer Ideen, die uns nicht einen Meter nach vorne brachten. Klasse.

Tatsächlich nur mit den Tipps des Spielleiters konnten wir das Rätsel innerhalb der vorgegebenen Zeit lösen. Dieser Spielleiter wird wohl den besten Job der Welt haben, weil er nur dort sitzt und sich über Leute wie uns totlacht. Nichtsdestotrotz muss er aber auf Zack sein und jederzeit bereit sein, Hilfestellung zu scheinbar unlösbaren Problemen zu geben. Top-Mann! Komisch: Nach fast allen Tipps waren wir uns sicher, dass wir darauf auch alleine gekommen wären.

Am Ende gelangten wir wieder in den öffentlichen Empfangsraum und entspannten uns auf den mit Kissen bedeckten Euro-Paletten noch etwas von der hinter uns liegenden Aufregung. Denn nie hätten wir gedacht, dass uns ein dämlicher Rätselraum geistig so fordern würde, uns aber auch so viel Spaß bescheren würde. Wir kommen auf jeden Fall wieder und können kaum erwarten, die anderen Räume beim ESCAPE Berlin auf die Probe zu stellen.

Sofern euch 89 Euro für vier Personen nicht abschrecken, solltet ihr dies ebenfalls in Kürze tun. Und wer das Rätsel nicht in der Zeit zu lösen vermag, wird durch einen traumhaften Blick über die Mudderstadt entschädigt.

Globus Grillbar

Jawoll! So muss halbes Hähnchen! Wir sind sowas von aus dem Häuschen. So lecker bekommst du Broiler (für die Baden-Württemberger unter euch: sprich „Breula“) nur in der Broilerbar in der Straße Am Kanal gegenüber der Hauptpost, in der Häuserzeile die irgendwie immer noch so aussieht, als stünde die Wende noch bevor. In keinem Restaurant in Potsdam wird schlichtes DDR-Ambiente so stringent weiter eingehalten wie hier. Laut amtlichem Branchenverzeichnis heißt sie Globus Grillbar, aber keine Sau nennt sie so.

An einem Freitagabend sind die freien Plätze in diesem tot-chicken Etablissement neben Conny’s Container und irgend‘nem Fleischer rar gesät. Man muss schon einen günstigen Moment abpassen. Oder man wartet halt. Es lohnt sich nämlich. Die Broiler hier schmecken einfach traumhaft. Dazu Pommes mit einer „Ahnung“ Salat sowie Ketchup & Mayo im stilechten Mikro-Tetrapak. Ihr kennt die Dinger sicher von McDonalds.

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Und beim Personal man kann auch nicht wirklich von „Service“ sprechen: Da is‘ halt die Frau, die die Broiler bringt. Und das im positivsten aller Sinne. Weder nett, noch unfreundlich fügt sie sich in das von Gemälde-Kopien und 90er-Jahre-Möbeln ein.

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Wir würden gern noch mehr schreiben, um die Seite hier voll zu kriegen, aber es ist alles gesagt. Das einzige, was bleibt: Hingehen, hinsetzen, benehmen (die soeben erwähnte Frau kann nämlich auch ‚anders‘), Broiler essen, fertig werden, rausgehen. Haute Cuisine à la Damals. Lecker!

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PS: Eines ist uns jedoch nicht ganz klar: Was zur Hölle hat die lebensgroße Schaufensterpuppe siehe Foto auf der Fensterbank sitzend in diesem Laden zu suchen? Wenn du nachts an der Broilerbar vorbeiläufst, ist das schon ein wenig creepy.

Website: gibt’s nicht. Facebook-Seite: gibt’s nicht.

Kunstquartier Bethanien

Die Sonne brennt vom Himmel über Berlin, als wir uns an einem viel zu heißen Freitagnachmittag durch Kreuzberg schleppen. Vom Kottbusser Tor aus, an dem ein vermeintlich echter Pirat mit Hut, aber ohne Holzbein, die Passanten mit einem wilden „Argh!“ grüßt, bahnen wir uns unseren Weg vorbei an unzähligen Köstlichkeiten durch die Adalbertstraße Richtung Bethaniendamm.

Eigentlich haben wir für unser Ziel heute das Baumhaus an der Mauer auserkoren – ein zu Zeiten der Teilung mitten im Niemandsland an der Mauer errichtetes Häuschen aus Sperrmüll mit Garten. Das es, nebenbei bemerkt, vor Kurzem sogar weit in den Süden, bis in die Augsburger Allgemeine geschafft hat. Doch als uns unsere Füße schließlich über den Mariannenplatz tragen, halten wir inne. Herrschaftlich ragen die beiden spitzen Türme des ehemaligen Krankenhauses Bethanien in den wolkenlosen Himmel. Und angezogen von der Hoffnung auf ein kühles Getränk und ein wenig Schutz vor der Sonne im Bauch des mächtigen Gebäudes, bewegen wir uns auf den dunklen Eingang zu.

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Drei Schwester laden zu Linsen

Bereits im 19. Jahrhundert von Theodor Stein gebaut, fungierte das Bethanien bis 1970 – und damit mehr als 100 Jahre – als Krankenhaus. Und tatsächlich kann man sich, mit etwas Vorstellungskraft, in der Eingangshalle des Gebäudes noch die Krankenschwestern vorstellen, die hier einst ausgebildet wurden. In ihren langen Kutten tragen sie vor unserem inneren Auge geschäftig Verbände und Medikamente hinter den Säulen hin und her, eilen zu ihren Patienten, werfen sich Befehle und Bitten über die Eingangshalle hinweg entgegen. Die eigentümliche Ruhe, die der kühle Innenraum an diesem Nachmittag ausstrahlt, muss in krassem Gegensatz zu dem Trubel stehen, der einst in den Fluren und Hallen und Zimmern des Krankenhauses herrschte.

Wer seiner Fantasie ein wenig freien Lauf lassen und in vergangene Tage eintauchen möchte, der kann im Restaurant „3 Schwestern“ speisen, wo die Schwestern von damals einst aßen. Jeden Dienstag bis Sonntag öffnet das Restaurant im ehemaligen Speisesaal der Krankenpflegerinnen seine Pforten. Am heutigen Tag lockt die Speisekarte zwar nicht besonders abwechslungsreich, dafür aber sehr liebevoll gestaltet mit: Linsen! Linsen! Linsen!

Zwischen Kunst und alter Apotheke

Wer nicht in der Eingangshalle stehen bleibt, kann allerdings noch einiges mehr im Bethanien entdecken. So zum Beispiel eine alte Apotheke, die zu den an der Glastür genannten Öffnungszeiten und im Rahmen von Führungen besichtigt werden kann. Der Name der historischen Theodor-Fontane-Apotheke kommt dabei nicht von ungefähr: 1848 bis 1849 hat Theodor Fontane persönlich hier als Apotheker gearbeitet und Schwestern zu Apothekerinnen ausgebildet.

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Neben dem Fenster in eine vergangene Zeit beherbergt der großflächige Bau aber noch Weiteres. So haben unter anderem die Musikschule Friedrichshain-Kreuzberg, die Druckwerkstatt des bbk Berlin (die umfangreichste nichtkommerzielle Druckwerkstatt für Künstler weltweit!), die Dramaturgische Gesellschaft, das Lufttanz Theater, Nordwind und viele weitere Künstlerinnen und Künstler und Vereine einen Schaffensort gefunden. Für Besucher besonders interessant: Das Freiluftkino Kreuzberg im Innenhof des Kunstquartiers. Im einzigen OmU-Open-Air Kino Berlins werden täglich von Mai bis August Originalfassungen von Filmen mit Untertiteln gezeigt werden. Perfekt also, wenn man mal bei internationalem Besuch punkten will!

In den Winter- oder – wie in unserem Fall – zu heißen Sommertagen lohnt sich ab und an auch ein Besuch des Kunstraums Kreuzberg / Bethanien. Als wir die Ausstellungsräume nach interessanten Motiven (ein Schuh!) durchforstet haben, war gerade „contesting / contexting SPORT“ zu sehen. Zugegebenermaßen waren wir doch ein bisschen verwirrt von den Ausstellungsstücken. Die hatten zwar allesamt etwas mit Diskriminierung im Sport zu tun – so ganz verstanden haben wir dann aber doch nicht jedes Detail. Ein Blick auf die Webseite oder das Gespräch mit den Künstlern oder den Menschen am Eingang kann da bestimmt Abhilfe schaffen.

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Angesichts der vielseitigen kulturellen, sozialen und künstlerischen Institutionen kann man wohl mehr als dankbar sein, dass der „Kampf um Bethanien“, der mit der Stilllegung des Krankenhauses 1970 begann, zugunsten der Besetzer entschieden wurde. Was es mit dem so genau auf sich hatte, erklären auch einige Schautafeln und Flyer im Inneren des Gebäudes. Wer in Kreuzberg lebt und ein bisschen etwas zur Geschichte seines Kiezes erfahren will, dem sei ein Besuch des Bethanien also wärmstens empfohlen.

Das Baumhaus an der Mauer haben wir nach unserer Wanderung durch Bethanien im Übrigen noch gefunden. Unscheinbar und ein wenig verlassen spannt es sich mitsamt Garten über eine Art Verkehrsinsel hinter der St.-Thomas-Kirche. Aber wie heißt es so schön? Der Weg ist das Ziel, oder so ähnlich.

Grüne Woche

Seit nunmehr 100 Jahren begrüßen fast 2.000 Aussteller in den Hallen am Berliner Funkturm im Bezirk Halensee den geneigten Besucher. Für unserer Ansicht nach angemessene 15 Euro für eine Tageskarte erlebt ihr Gerüche, Geschmäcker und Musik aus jedem Winkel dieser Welt.

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Bereits unglaublich ist die schiere Größe dieser zehntägigen Veranstaltung. Schon an den zahlreichen Eingängen rund um das riesige Messegelände drängen sich die Besucher – egal ob wochentags oder an den zwei Wochenenden – dicht an dicht, um durch die 25 riesigen Hallen zu schleichen.

Warum tun sie das?

Na warum wohl: kostenloses Essen. Leider haben sie die Rechnung in den letzten Jahren ohne die Aussteller gemacht. Was bis vor wenigen Jahren stets für ‚umme‘ über die Tresentische ging, kostet mittlerweile stets ein paar Cent oder gar mehrere Euro.

Was gibt’s zu sehen?

Vom Erlebnisbauernhof in Halle 3 mit seinen Kühen, Schweinen und Lamas und den riesigen Mähdreschern bis zu den verdammt interessanten Länderhallen, in denen jedes Bundesland regionale Spezialitäten zum Probieren und Kauf präsentiert, bleibt kein Magen leer und keine Kehle trocken. Ach Gott, wir lieben diese Messe!

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Die Blumenhalle in den Hallen direkt am Funkturm können wir gar nicht wirklich beschreiben: Diesen betörenden Duft von abertausenden von Blumen muss man einfach live erlebt haben.

Größte Attraktion ist unserer Meinung nach jedoch stets die Russland-Halle mit der Nummer 5. Wer hier nüchtern und hungrig wieder rausgeht, macht definitiv was falsch. Die gute (Geber-)Laune der Aussteller ist hier legendär. An jedem Stand, vor jedem Eingang stehen oft leicht bekleidete Damen und Herren und bieten Wodka und winzige Weißbrot-Stüllchen mit herrlich rotem russischem Kaviar an. Kostet zwei Euro? Egaaaaaal. Runter damit. Aber Obacht: Viel zu leicht wird euch das Gläschen unbemerkt nachgeschenkt und aufgepasst, dass ihr auch dieses in einem Zug leert. Kostet nochmal zwei Euro? Auch egaaaaaal. Druschba!

Was auch immer ihr erlebt habt, welche Hallen auch immer ihr mies geschwänzt habt: Abends geht ihr völlig geschafft von dem nicht enden wollenden Marsch durch die Hallen und satt von den unzähligen Leckereien aus aller Herren Länder zufrieden und selig nach Hause.

Was bleibt?

Das ungute Gefühl, das einen zurecht beschleicht, wenn man die vielen lebenden Nutztiere in den Agrarhallen sieht, wie sie eng zusammen in den Boxen ausharren, wird wohl auch nach Beendigung der Messe noch bleiben. Nicht umsonst demonstrieren jedes Jahr zur Grünen Woche zehntausende Berliner für eine Landwirtschaft ohne Massentierhaltung.

Panoramapunkt

An einem der belebtesten Plätze der Stadt, im Herzen Berlins steht der einhundert Meter hohe Kollhoff-Tower, an dem ihr nicht vorbeilaufen solltet, ohne hinaufzusteigen.

Der schnellste Personenaufzug Europas befördert euch flugs mit 8,65 Meter pro Sekunde und in gerade einmal 20 Sekunden Fahrtzeit bis hoch zur Aufsichtsplattform und seinem relativ schmalen Rundumgang, von wo ihr einen sagenhaften Rundumblick über Berlin genießen könnt.

Zunächst schweift der Blick natürlich über die unmittelbare Umgebung des Potsdamer Platzes direkt unter euch. So könnt ihr zum Beispiel von oben ins benachbarte Sony Center auf der anderen Straßenseite schauen, das Beisheim-Center mit dem noblen Hotel Ritz-Carlton und den Asian-Food-Experten vom COA >> von oben begutachten oder – sehr geil – den Leuten im Bahntower wochentags beim Arbeiten zuschauen.

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Gerade im Sommer bei schönem Sonnenschein springt natürlich die geschlossene grüne Fläche des nahen Tiergartens förmlich ins Auge oder das von hier oben noch imposantere Holocaust-Mahnmal, das mit seinen mehr als 1.600 Betonquadern irgendwie wie eine geschlossene, geschwungene und unfassbar imposante Steindecke wirkt. Und bei besonders klarem Wetter schaut ihr bis hinüber in unsere schöne Nachbarstadt Potsdam und ganz und gar darüber hinaus bis in die freien Flächen Brandenburgs. Überzeugt euch selbst!

Weitere Aussichtspunkte findest du hier >>

Und nach dem Besuch der Plattform empfiehlt sich ein Abstecher in das wunderschön eingerichtete und rundum vollverglaste Panorama-Café im Stil der 30er Jahre, wo ihr einen noch entspannteren und weitaus weniger windigen 360-Grad-Rundumblick über Berlin genießen könnt und definitiv solltet.

Eine letzte Frage stellt sich selbstverständlich noch: Was kostet der Spaß? Wir finden, mit 6,50 € pro Person wird man bei so einem Ausblick nicht über den Tisch gezogen. Familientickets kosten sogar insgesamt nur 15 Euro. Toll!

Also … wenn auch nicht der höchste Aussichtspunkt, so ist der Panoramapunkt auf dem Kollhoff-Tower dennoch sicher ein einmaliges Outdoor-Erlebnis in Berlin.

Café & Bistro Eisenbergs

Eröffnet im Oktober 2014 und nach so kurzer Zeit so viele wohlwollende Bewertungen auf Facebook? Wir konnten das nicht glauben und machten uns kurzerhand auf den Weg um dem Café und Bistro Eisenbergs einen Besuch abzustatten und radelten kurzerhand in die verschlafene Sophienstraße 5 nahe den Hackeschen Höfen in Berlin-Mitte.

Zumindest war das der Plan, der sich zumindest beim Auffinden der Location als nicht ganz einfach herausstellte: Wir haben erst einmal ein Weilchen suchen müssen. Wie klein und unscheinbar kann denn ein Café eigentlich sein? Man läuft verdammt leicht dran vorbei. Aber schon beim Hineinkommen stellten wir fest: Der Laden ist eine einzige Sünde. Ein klitzekleines, gemütlich eingerichtetes Ladenlokal im Stil einer französischen Patisserie. Nicht größer als das heimische Wohnzimmer. Wirklich niedlich!

Wir bestellten zwei Stückchen Quiche mit Blauschimmelkäse und Birne sowie Hackfleisch und kamen ins Gespräch. Die übersichtliche aber voll ausreichende Karte mit leckeren Suppen, weiteren verdammt leckeren Quiches sowie Sandwiches – so verriet uns Inhaber Tobias – wechsele sehr häufig vor allem auch saisonal. Jeden Tag werden jedoch Baguettes, Schokocroissants und Laugenstangen gebacken und sogar Pralinen hergestellt. Daneben gibt es französische Macarons und Minitörtchen, glutenfrei oder gar vegan. Und im Regal wartet Honig aus eigenem Anbau von ‚Onkel Herbert‘ darauf, den Besitzer zu wechseln.

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Darüber hinaus blieben unsere Blicke immer wieder an Niedlichkeiten wie zum Beispiel kleinen schottischen Shortbreads hängen, an Schweineohren – boah, Kindheitserinnerungen – oder an schlichten Keksen … Ist ja gut, wir hören schon auf zu schwärmen. Obwohl, drei Sachen noch: Caramell salé, also salzigem Karamell, als Brotaufstrich für zu Hause, in Berlin gerösteter Kaffee und hausgemachte heiße Schokolade.

Was den Laden über seine feilgebotenen Produkte hinaus noch sehr interessant macht, ist das bereits einmal umgesetzte Konzept des ‚Supperclubbings‘>>. Die Zeit ließe es aktuell nicht zu, das Ganze zu wiederholen oder fremde Gäste gar regelmäßig zu diesem interessanten Event in seinen Laden einzuladen, erklärte uns Inhaber Tobias.

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Solltet ihr also einmal in den verwinkelten Gassen des ‚Scheunenviertels‘ von Berlin-Mitte unterwegs sein, so stattet dem Eisenbergs in der Sophienstraße – ein paar Schritte von der Rosenthaler Straße – unbedingt einen Besuch ab.

Pane e Vino

Auch nach nunmehr fast fünfzehn Jahren seines Bestehens ist dieses gemütliche kleine Restaurant immer noch ein Geheimtipp unter den mittelpreisigen italienischen Restaurants in Potsdam. Und das nicht zuletzt auch aufgrund seiner alles andere als zentralen Innenstadtlage: Ihr findet das Pane e Vino auf halbem Weg zwischen dem belebten Platz am Nauener Tor und dem Stadthaus im nördlichen Abschnitt der Friedrich-Ebert-Straße, die abends mitunter wie ausgestorben wirkt.

Wir jedenfalls verirren uns recht oft ins Gebiet nördlich des Nauener Tors und kommen dadurch auch hin und wieder an dem nach köstlichem italienischen Essen duftenden Laden vorbei. Jedes Mal würden am liebsten sofort auf der gemütlichen Terrasse unter der rot-weiß gestreiften Markise an den Tischen mit den rot-weiß karierten Tischdecken Platz nehmen. Im Sommer sitzt ihr hier nämlich draußen und fühlt euch dabei wie in einem sizilianischen Straßenrestaurant. Doch gerade zur kälteren Jahreszeit, wenn es rappelvoll ist, macht es auch im Innenraum viel Freude zu essen – familiäre italienische Atmosphäre mit echtem italienischem Akzent pur. Da sitzt das Portmonee mit dem Trinkgeld recht locker. Aber, Freunde, hier wird Pasta gegessen – nix anderes! Bei unserem letzten Besuch konnten wir u.a. von Pappadelle mit Tomaten, Hähnchenbrust und Rosmarin sowie einfachen Tagliatelle mit Pfifferlingen probieren.

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Man schmeckt, dass die Pasta mit viel Hingabe selbstgemacht werden. Und wer bereits mehrmals hier war, wird die ständig wechselnde, spannende und vor allem saisonabhängige Karte bemerken. Und alles wird serviert von zumindest uns gegenüber stets sympathischen Gastebern – so stellen wir uns einen waschechten Italiener vor. Toll. Fun Fact hierbei: Die Inhaber ziehen das italienische Flair echt durch. Zwischen 15 und 18 Uhr hat das Pane e Vino stets geschlossen.

Unser Fazit

Mit den hochklassigen Potsdamer Italienern wie zum Beispiel dem Il Teatro oder auch dem Crossover-Experten Quendel >> kann das Pane e Vino weder geschmacklich, noch auswahltechnisch mithalten. Aufgrund seines besonderen Charmes ist es jedoch und seiner gemütlichen Draußensitz-Atmosphäre durchaus auch einen mehrmaligen Besuch wert. Aber Achtung: Versucht bloß nicht, hier mit dem Auto herzufahren. Da parkt ihr besser zu Hause.