Süßkramdealer

Es gibt einen Kiez, in dem ticken die Uhren anders als im Rest der Hauptstadt. Die beständigen Wellen des Großstadttrubels brechen sich an zahlreichen Stadtvillen und Baudenkmälern, ehe sie abebben und im Grün der Parks und Vorgärten auslaufen. Friedenau, einer der kleinsten Bezirke Berlins, ist trotz seiner Nähe zur City West von einer heimeligen Ruhe durchzogen. Kein Wunder also, dass sich hier ein Ladencafé angesiedelt hat, in dem die Uhren wortwörtlich rückwärst laufen.

Schokolade aus der Zigarrenhandlung

Der Süßkramdealer am Varziner Platz ist schon fast eine Institution der ehemaligen Landhauskolonie Friedenau. Ansässig in einer ehemaligen Zigarrenhandlung versorgt er Kiezbewohner und –besucher mit dem Stoff, der süchtig macht: Im Stil eines alten Krämerladens werden in dunklen Holzregalen Schokoladen, Pralinen und weitere Köstlichkeiten angeboten. Man darf sich die Leckereien selbst zusammensuchen oder zu den ausgestellten Tafeln oder Schokofiguren greifen. Die sind allerdings recht hochpreisig: Für eine Tafel Schokolade legt man mindestens 4 Euro, teilweise auch deutlich mehr auf den Holztresen. Ich brauche nur ein Mitbringsel für einen Geburtstag und entscheide mich für das vergleichsweise günstige Tütchen mit Schoko-Fröschen.

Zeitsprung

Kaum habe ich den Durchbruch in der holzverkleideten Regalwand durchschritten, finde ich mich in einem hellen, modernen Lokal mit hoher Decke wieder. Die Wände sind ausgekleidet mit Geschenkpapier, Regalreihen mit Keramik und Kochbüchern. Daneben gibt es eine übersichtliche Kuchentheke und mehrere kleine Tische. An diesem Nachmittag ist es vergleichsweise leer – zu dieser Zeit scheint der Süßkramdealer Zufluchtsort für jene zu sein, die sich gerne einmal nur selbst auf einen Kaffee einladen. Entsprechend ruhig ist es auch, bis auf die 50er-Jahre-Musik, die irgendwo aus den Wänden plätschert.

Cafés überall in Berlin findest du hier >>

Ich nehme Platz unter einzelnen Glühbirnen, die an lilafarbenen Schnüren von der Decke baumeln, und werfe einen Blick in die Karte. Die ist nichts für schmale Geldbeutel, aber der Qualität und netten Atmosphäre durchaus angemessen. Ich bestelle einen Chai Latte mit leckerem süßen Chai Sirup und Apfel-Ingwer-Tee mit Honig von der Winterkarte. Im Sommer gibt es übrigens auch Zitronenwasser, hausgemachten Eistee mit Karamellsirup und den „Friedenauer Engel“, einen gekühlten Blutorangensaft mit Bourbon-Vanilleeis – interessante Kombination.

Alleine die Aussicht lässt ein bisschen zu wünschen übrig. Wer gern vorbei eilende Passanten beobachtet, muss sich entweder nach draußen setzen oder sich mit dem Blick auf den Ausgang der S-Bahn-Station Bundesplatz zufrieden geben. Ich tue es anderen Gästen gleich und vertiefe mich in ein Buch. Eine gute halbe Stunde genieße ich die Ruhe, bis meine Füße wieder unruhig werden. Allzu lange komme ich ohne den Großstadttrubel eben doch nicht aus. Ich verabschiede mich von der netten Verkäuferin – aber nicht ohne noch schnell ein Foto von der Uhr mit dem umgekehrten Ziffernblatt zu machen. Die würde ich am liebsten mitnehmen.

Der Süßkramdealer hat jeden Tag geöffnet, werktags von 8 bis 20 Uhr und am Wochenende von 10 bis 19 Uhr. Solltet ihr einmal wieder vergeblich am Bundesplatz auf die nächste Ringbahn warten, ein Geschenk suchen oder einfach nur in der Gegend sein: Schaut vorbei! Es lohnt sich!

Briefmarken

Kerzen und gedämpftes Licht erhellen den rustikal eingerichtet Raum. Die Wände sind teilweise aus unverputzten Backsteinen, teilweise mit einer Blumentapete geschmückt. Darauf werden alte italienische Filme projiziert, während klassische Musik im Hintergrund läuft.

All das würde man in der Berliner Karl-Marx-Allee, gesäumt mit stalinistischen Zuckerbäckerbauten, nicht erwarten. Über dem Eingang leuchtet in großen grünen Neon-Buchstaben das Wort „Briefmarken“ und erinnert an den ehemaligen Briefmarkenladen zu DDR-Zeiten. Heute hat hier eine gemütliche italienische Weinbar mit Vintage-Flair ihr Zuhause.

WineO’Clock

Nicola, einer der beiden Besitzer mit Rauschebart, bringt die Weinkarte und eine Flasche Wasser. Die Weinkarte versteht sich eher als Weinbibel. Unzählige Sorten aus unterschiedlichen italienischen Regionen sind in dem dicken Buch in schöner Handschrift aufgelistet. „Wir haben die Weine nach den vier Elementen, Feuer, Wasser, Erde und Luft, eingeteilt …“, beginnt der enthusiastische Weinkenner zu erklären. Er spricht mit italienischem Akzent, der ihn noch überzeugender klingen lässt.

Weitere Geheimtipps in Sachen Bar gibt’s hier >>

Neben Weiß- und Rotweinen, gibt es auch eine kleine Küche. Serviert werden wechselnde Pasta-Gerichte, Antipasti-, sowie Käseteller. Außerdem äußerst fleischige Oliven, die als Snack an den Tisch gebracht werden. Getreu ihrem Motto „Grandi Vini, PiccolaCucina“ – große Weine, kleine Küche.

Fazit

Diese Weinbar hält was sie verspricht. Die Inhaber kennen sich perfekt mit Wein aus und finden für jeden Geschmack den richtigen. Die Küche ist einfach, aber super lecker. Die Preise sind nicht gerade billig, aber wer sich einen schönen authentischen Abend gönnen will, ist hier genau richtig aufgehoben.

(Fotos mit freundlicher Genehmigung von Briefmarken Weine)

The Wall Museum

Diesen berühmten Satz sagte DDR-Staats- und Parteichef Walter Ulbricht am 15. Juni 1961, nur zwei Monate bevor die Berliner Mauer gebaut wurde. Ganze 155 Kilometer betrug die Gesamtlänge des Rings um Berlin und 43,1 Kilometer zwischen West- und Ostberlin. Einen Teil der Mauer könnt ihr vor oder nach dem Museumsbesuch bei einem Spaziergang entlang der East Side Gallery bestaunen.

Das Museum spannt einen audiovisuellen Bogen vom Bau bis zum Fall der Berliner Mauer. Besonders den Ereignissen im Sommer und Herbst 1989, die zum Ende der DDR führten, wird viel Raum geboten.

In 13 Themenräumen und mit über 100 Bildschirmen könnt ihr euch multimedial über eine der spannendsten Zeiten deutscher Geschichte informieren.

Impressionen von der East Side Gallery? Hier lang >>

Anstatt nur über die heute unglaublichen Geschehnisse von damals zu lesen, könnt ihr alles in kurzen Filmsequenzen und berührenden Interviews mit Betroffenen hautnah erleben. Auch Führungen könnt ihr buchen – entweder mit einem Mitarbeiter des Museums oder einem Zeitzeugen, durch den ihr einen noch besseren Eindruck bekommt, wie sich das Leben der Menschen in Ost und West veränderte und wie sehr sie unter der Mauer litten.

Museum mit Ausblick

Eine Besonderheit ist der Balkon, der zur Spree hinaus führt und einen einmaligen Blick auf die Oberbaumbrücke gewährt. Nachdem ihr das Wohnzimmer mit Originalmöbeln aus der DDR durchquert habt, findet ihr die Tür im nächsten Raum auf der rechten Seite.

Die Tür ist im Winter zwar geschlossen, ihr könnt sie aber leicht von selbst öffnen. Neben einem großartigen Ausblick, wird hier auch über das tragische Schicksal der Kinder berichtet, die an dieser Stelle im Fluss ertranken.


Habt ihr das zugemauerte Fenster bemerkt? Unheimlich.

Gar nicht so einfach zu finden

Dass viele noch nie in diesem Museum waren, liegt zum einen daran, dass es noch ganz neu ist und erst zu Ostern 2016 eröffnet wurde. Zum anderen dass es etwas versteckt ist. Am südlichen Ende des noch am längsten erhaltenen Mauerstreifens, also unweit der Oberbaumbrücke, hat die East Side Gallery ein Loch. Hier im historischen und denkmalgeschützten Mühlenspeicher befindet sich nicht nur die Eventlocation Pirates Berlin, sondern im ersten Stock auch das The Wall Museum. Als Teil der Grenzanlage zwischen Ost und West im Kalten Krieg bietet der Mühlenspeicher die perfekte Ausgangslage für ein solches Museum.

Der Schrecken der Mauer in Zahlen >>

Außerdem …

Das Museum ist täglich zwischen 10 – 19 Uhr geöffnet. Und ein Teil des Eintrittspreis von 12,50 Euro (ermäßigt 6,50 Euro) kommt sogar der historischen Forschung zugute. Das Museum ist außerdem kinder- und schulklassenfreundlich. Nicht nur weil die Ausstellung anstatt mit öden Texten zu langweilen, mit ergreifenden Filmchen fasziniert. Sondern auch weil Kinder bis sieben Jahren keinen Eintritt zahlen.


++ Achtung! Rabatt ++

Die Geschichte der Berliner Mauer ist unglaublich interessant. Ihr könnt sie nun für’n Appel und’n Ei live erleben.

20 % Rabatt auf eure Eintrittskarten bekommt ihr, wenn ihr euch am Eingang als „Fans von 1000-things.de“ anmeldet.

Hops und Hopsi im Kulturhaus Spandau

Ok, Ich geb‘s zu …

… ich bin nicht wirklich aktiver Zirkusgänger. Aus dem Clown-Alter wächst man irgendwann raus. Erst seit ich einen Sohn habe, rücken derlei Veranstaltungen irgendwie wieder in den unumgänglichen Vordergrund.

Mitmach-Theater

Und hier kamen vor Kurzem Hops und Hopsi ins Spiel. Die Berliner jonglieren, machen Musik, zaubern. Auf ’ner Bühne. Vor Dutzenden vor Freude schreiender Kinder. Und das unglaublich abwechslungsreich und interaktiv. Sie konstruierten den Kindern geschickt Szenerien voller Geschichten und stellten sich dabei mitunter natürlich furchtbar ‚dämlich‘ und ‚ungeschickt‘ an. Darum benötigten sie immer wieder die Unterstützung aus dem mitfiebernden Publikum, sodass die Kinder auch selbst zu richtigen kleinen Artisten wurden. Die beiden bezogen die Kinder komplett mit ein. Sehr cool. Kindergeschrei. Taubheitsgefühle in beiden Ohren, Lachkrämpfe … alles vorprogrammiert.

Bock auf Kultur in Berlin? Dann hier >>

Selten so gelacht

Selbst den griesgrämigsten Erwachsenen, der sich sichtlich vorgenommen hatte, nicht zu lachen, sah man mit einem Schmunzeln auf den Lippen rausgehen. Alle Kinder erhielten am Ende sogar eine kleine Erinnerung an diesen besonderen Zirkus-Besuch. Die einstündige Show kam mir und meinem Sohn aber weitaus kürzer vor. So kindgerecht, so unterhaltsam. Prädikat: pädagogisch wertvoll.


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Wann? Wo? Wie?

Seit 1980 gibt es diese liebevolle Clownerie für Kinder ab 2 Jahren, seit 2014 in 2. Generation. Und oft ist dieses dynamisch-verrückte Duo in Potsdam im Kulturhaus Spandau. Die nächsten Termine stehen auch schon.

Und Kultur für Erwachsene gibt’s hier >>

Fairytale Bar

Es war einmal im fernen Friedrichshain vor knapp zwei Jahren, als eine Bar eröffnete, die ihre Gäste mit sagenhaften Cocktails zu verzaubern gedachte. Aber nicht nur damit! Eintauchen in eine Märchenwelt sollte der Besucher in der Nähe des Märchenbrunnens im Volkspark, auf den Spuren von Alice im Wunderland wandeln und Grinsekatze & Co einen Besuch abstatten. Vorhang auf!

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. Zumindest trifft das auf unseren ersten Besuch in der Fairytale Bar zu, die in einem von Clubs und Bars noch wenig erschlossenen Fleckchen Berlin zwischen den Tram-Stationen Am Friedrichshain und Kniprodestraße/Danziger Straße zu finden ist. Unter einem wolkenverhangenen Himmel tragen uns unsere Füße durch die Nacht. Noch einige wenige Meter, dann sind wir am Ziel. Vielleicht liegt es an der Dunkelheit, dass wir vorsichtigen Schrittes über den Gehweg wandern, vielleicht an der herbstlichen Kälte, dass wir ein wenig zittern. Vielleicht ist es aber auch die Aufregung, die uns überkommt, als wir schließlich die mit Licht gemalten Worte vor uns auf dem Boden entdecken: Follow the white rabbit.

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Beginne am Beginn …

Der Eingang zur Fairytale Bar am nördlichen Rand von Friedrichshain wirkt geradezu unscheinbar. Auffällig unauffällig verbirgt er sich in einem Gebäude, das mehr wie ein Wohnhaus anmutet als ein geeigneter Ort für eine Bar. Wir haben uns schick gemacht. Trotzdem sind wir ein klein wenig nervös, als wir die Türklingel betätigen, um Einlass zu erhalten. Wenige Sekunden vergehen, dann öffnet uns ein Dienstmädchen die Tür. Von der Straße aus betrachtet wirkt ihre Erscheinung ein wenig überzeichnet – der schwarz-weiße Dress, das Make-Up… doch als wir hinein gebeten werden, fügt sie sich ganz natürlich ein in diese wundersame Welt, die uns im Inneren der Bar erwartet.

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Zunächst dürfen wir unsere Jacken, die freundlich entgegen genommen werden, gegen Spielkarten eintauschen und die ersten Kuriositäten hinter einer Glasvitrine bei der Garderobe betrachten: Ein weißes Kaninchen mitsamt Uhr, Schmetterlinge unter Glaskolben, edle Flaschen und Schmuck. Dann geht es durch einen schweren Vorhang hindurch in die tiefsten Tiefen des Kaninchenbaus.

Uns wird ein Platz auf einem orangenen Ecksofa angeboten. Es ist noch früh an diesem Donnerstagabend, so dass außer uns kaum Gäste in der Bar sind. Doch die Aufteilung des Raumes verspricht selbst bei mehreren Besuchern eine angenehme Atmosphäre. Hier sitzt man nicht dicht an dicht, da Raumteiler und Möblierung gemütliche Nischen schaffen. Auch sonst sind die Räumlichkeiten liebe- und stilvoll eingerichtet. Von der Wand gegenüber unseres Platzes ragen uns eingerahmte Zitate aus Alice im Wunderland entgegen.

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Das Highlight der Bar bekommen wir neben Nüssen und Wasser gleich zu Beginn gereicht: Die Karte, die mehr an ein Märchenbuch erinnert (und wohl auch mal eines war). Behutsam öffnen wir den Buchdeckel und schmökern durch die Seiten als plötzlich – ein Schmetterling! Tatsächlich, ein Schmetterling, der aus dem Buch entweicht! Nach und nach schwirren die Konstruktionen aus Draht, Gummi und Papier aus unseren Karten heraus. Ein fantastischer Trick, der jedoch mit Vorsicht zu genießen ist – unglücklicherweise verübt einer der kleinen Schmetterlinge einen gemeinen Anschlag auf die Autorin dieses Textes. Wer lange Haare hat und diese nicht anschließend mühselig aus den Klauen des Schmetterlings befreien möchte, sollte ein wenig Abstand zur Karte des Nachbarn halten. Verzwirbelungsgefahr!

Unbeeindruckt von diesem unglücklichen Zwischenfall widmen wir uns wieder der liebevoll illustrierten Karte. Die Namen der Cocktails klingen verheißungsvoll, ebenso wie ihre fantasievollen Beschreibungen und die exquisiten Zutaten. Ob eine Kombination aus Rum und Schokolade wohl mundet? Ob die Mischung aus Don Julio 1942, Grand Marnier 100, Agavensirup und Limette tatsächlich die namensgebenden „Bilder im Kopf“ entstehen lässt? Schließlich entscheiden wir uns unter anderem für den „Schwarzen Ritter“, einen – wie sich herausstellen sollte recht starken – Cocktail mit Brombeerlikör, der passend zum Namen im tiefschwarzen Kelch gereicht wird. Kurz bevor wir das Buch zuklappen, wartet am Ende der Karte noch eine Überraschung auf uns. „Trink aus dem Fläschchen, iss den Keks“, verkündet eine Stimme, als wir die letzte Seite aufgeschlagen haben – und weist damit hin auf eine Leckerei und ein kleines Reagenzgläschen, die sich in jedem Buch verstecken.

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… und ende am Ende

Das Ende der Geschichte? Mit einem geschmälerten Geldbeutel, aber voller wundersamer Eindrücke verlassen wir die Bar – jedoch nicht ohne vorher bei einem magischen Spiegel vorbei zu schauen, der im Toilettenvorraum majestätisch an der Wand thront. Gerüchten zufolge bekommt man eckige Pupillen, wenn man sich darin betrachtet. Was wir – und ja, wir schwören es, obwohl wir unsere Getränke zu dem Zeitpunkt schon geleert haben – tatsächlich bestätigen können. Nachdem so mancher Zauber jedoch seinen Glanz verliert, wenn man die Wissenschaft dahinter verrät, behalten wir dieses Geheimnis für uns.

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Apropos Getränke und Geld: Die Fairytale Bar ist tatsächlich keine Bar für jeden Abend und auch nicht für jeden Geldbeutel. Gerade die alkoholischen Cocktail-Kreationen, die sich mehrheitlich in einer Preisspanne von 10 bis 18 Euro bewegen, aber auch mehr kosten können, sind nicht gerade günstig. Dafür bekommt man jedoch wirklich ausgefallene und geschmackvolle Drinks serviert – und ein Erlebnis, das im Gedächtnis bleibt, gerade was die kreative Barkarte angeht. Nicht umsonst wurde die Fairytale Bar schließlich mit dem Mixology Bar Award 2016 in der Kategorie „Barkarte des Jahres“ ausgezeichnet.

Wir sehen uns bei Alice im Wunderland – oder demnächst in der Fairytale Bar Berlin!

Eure Sarah

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Belvedere auf dem Pfingstberg

Der Pfingstberg ist zwar nur zarte 76 Meter hoch und zankt dennoch mit dem nahen Ruinenberg um den Status höchste Erhebung im Norden Potsdams. Das auf ihm thronende Schloss Belvedere setzt dem ganzen jedoch sprichwörtlich die Krone auf. Es reiht sich nahtlos in die lange Reihe traumhafter Schlösser Potsdams ein.

Im Grunde ist das Belvedere ein völlig nutzloses Gebäude, da es über keine großen Räumlichkeiten verfügt. Und als nichts anderes als ‚Schmuck‘ wurde es einst gar geplant. Einzig sinnhaft erscheint der Innenhof: Darin steht nämlich ein Swimming-Pool.

Dennoch sollte man das Belvedere einmal besuchen. Wer Lust und etwas Geduld hat, kann für faire 4,50 Euro einen der beiden – oder auch beide – Türme über die schmale Wendeltreppe erklimmen. Der Aufstieg lohnt sich: Hier oben bietet das Belvedere einen einzigartigen 360-Grad-Rundumblick über Potsdam.

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Man sieht wirklich jedes Gebäude, jeden Kirchturm und sogar die Eisenbahnbrücke über dem Templiner See. Bei gutem Wetter lässt sich sogar bis zum Alexanderplatz mit dem Fernsehturm in Berlin spähen. Wer das nicht mit eigenen Augen gesehen hat, meint in jedem Bild eine Fotomontage zu entdecken.

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Heiraten?

Und wenn ihr es ganz ausgefallen mögt, könnt ihr im Maurischen Kabinett des Schlosses sogar standesamtlich heiraten. Gern auch mehrmals. Die Partnerwahl sollte jedoch nach reichlicher Überlegung getroffen worden sein, denn die knapp 500 Euro extra für Raummiete und Gebühr fürs Standesamt gibt man nur einmal gern aus.

So romantisch

Und noch ein Tipp für alle Romantiker: An mehreren Freitagabenden im Sommer habt ihr jeweils bis 23 Uhr die Gelegenheit, im wundervoll erleuchteten Belvedere bei klassischer Musik den Sonnenuntergang zu erleben.

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Durften wir selber schon erleben – ein Traum und ein hervorragender Start ins sommerliche Wochenende.

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Hops und Hopsi im AWO-Kulturhaus Babelsberg

Ok, Ich geb‘s zu …

… ich bin nicht wirklich aktiver Zirkusgänger. Aus dem Clown-Alter wächst man irgendwann raus. Erst seit ich einen Sohn habe, rücken derlei Veranstaltungen irgendwie wieder in den unumgänglichen Vordergrund.

Mitmach-Theater

Und hier kamen vor Kurzem Hops und Hopsi ins Spiel. Die Berliner jonglieren, machen Musik, zaubern. Auf ’ner Bühne. Vor Dutzenden vor Freude schreiender Kinder. Und das unglaublich abwechslungsreich und interaktiv. Sie konstruierten den Kindern geschickt Szenerien voller Geschichten und stellten sie sich dabei mitunter natürlich furchtbar ‚dämlich‘ und ‚ungeschickt‘ an. Darum benötigten sie immer wieder die Unterstützung aus dem mitfiebernden Publikum, sodass die Kinder auch selbst zu richtigen kleinen Artisten wurden. Die beiden bezogen die Kinder komplett mit ein. Sehr cool. Kindergeschrei. Taubheitsgefühle in beiden Ohren, Lachkrämpfe … alles vorprogrammiert.

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Selten so gelacht

Selbst den griesgrämigsten Erwachsenen, der sich sichtlich vorgenommen hatte, nicht zu lachen, sah man mit einem Schmunzeln auf den Lippen rausgehen. Alle Kinder erhielten am Ende sogar eine kleine Erinnerung an diesen besonderen Zirkus-Besuch. Die einstündige Show kam mir und meinem Sohn aber weitaus kürzer vor. So kindgerecht, so unterhaltsam. Prädikat: pädagogisch wertvoll.


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Wann? Wo? Wie?

Seit 1980 gibt es diese liebevolle Clownerie für Kinder ab 2 Jahren, seit 2014 in 2. Generation. Und oft ist dieses dynamisch-verrückte Duo in Potsdam im AWO-Kulturhaus am S-Bahnhof Babelsberg. Die nächsten Termine stehen auch schon


Bitte meldet euch vorher am besten online an. Alle Infos findet ihr auch auf der Website von Hops und Hopsi >>

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Sake Sushi Bar

Wir betraten ein kleines, offenbar familienbetriebenes Restaurant, an dem – Überraschung – kein einziger Tisch belegt war. So konnten wir uns jedoch einen guten Eindruck verschaffen. Keine Gemeinschaftstische, an denen einander fremde Gäste eingezwängt sitzen müssen, sondern einzelne Restauranttische.

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Kein Show ’n Shine

Keine extra angefertigten Speisekarten mit neumodischen Schriftarten und wenig Auswahl: Die Sake-Sushi-Bar strahlt schon mal nicht das typische ‚Chi-chi‘ anderer Sushi-Läden in der nahen Umgebung aus wie z. B. dieser hier >>

Jedoch ist sie auch nicht wirklich asiatisch eingerichtet. Vielmehr mutet sie mit den zahlreichen Spirituosen hinter dem breiten Tresen an wie eine Szene-Cocktailbar mit asiatischen ‚Touch‘. Die indirekte Beleuchtung sowie die riesigen Wandspiegel unterstützen diesen Eindruck, erzeugen jedoch ein einladendes und sehr gemütliches Ambiente. Man fühlt sich sofort wohl. Nicht zuletzt, weil hinter der Theke ein Forsythienstrauch mit Weihnachtsbaumkugeln steht. Offenbar das ganze Jahr hindurch. Whaaat?

Das Essen

Als wir beim Bestellen die Preise bemerkten, begannen wir zu zweifeln, ob die Bewertungen im Internet tatsächlich so zutreffen: So gutes Sushi für solch niedrige Preise? Zunächst bestellten wir Ingwertee: Wir lieben ja diese individuell angefertigten Tongefäße, in denen neben Tee zum Beispiel die ganz ‚okaye‘ Miso-Suppe (war mit im Menü) kam.

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Was jedoch nicht okay, sondern ausgezeichnet war, waren die ultra-leckeren vier im Bastkorb servierten Ebi-Shumai – gedämpfte Teigtaschen mit Garnelen –, die wir uns als Vorspeise gönnten.

Das Sushi, das auf zwei Platten kam, für drei Leute gereicht hätte und daher im Laufe des Abends fröhlich hin- und hergereicht wurde, katapultierte uns zwar nicht in den absoluten Sushi-Himmel, war jedoch über jeden Zweifel erhaben: z. B. die Red Dragon Roll mit Garnelen mit scharfer, roter Mayonnaise. Lecker. Achtung! Tipp: Wir outen uns als Kimchi-Fans, das wir gern statt des stets servierten Ingwers aufs Sushi tun. Der saure Geschmack dieses fermentierten Gemüses vervollkommnet jedes Sushi-Erlebnis.

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Die Preise

Da sich trotz Prime-Time am frühen Samstagabend der Laden auch mit längerer Verweildauer nicht füllte, kann er durchaus als Geheimtipp betrachtet werden, obwohl viele Bewertungen auf anderen Plattformen auch von überfüllten Tischen und langen Wartezeiten berichten. Mit 39,- € samt Vorspeise und Getränken für zwei Personen finden wir die Sake Suhis Bar für Berliner Verhältnisse alles andere als hochpreisig.

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Deutsches Spionagemuseum

An einem der letzten Sonnen-Tage im Herbst ins Museum zu gehen, ist von der Idee her eigentlich so ‚mittel‘. Wir zogen es durch und sind von uns selbst überrascht: Selten hat uns etwas so gefesselt wie dieses Museum. Es wird euch in den Bann ziehen und reihenweise AHA-Effekte verursachen.


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Spionage ist so alt wie die Menschheit selbst. In Berlin hat nun ein Museum eröffnet, welches sich allein diesem Thema widmet. In froher Erwartung gingen wir also hinein. Mit einem komischen Gefühl, verfolgt zu werden, kamen wir wieder heraus.

Im menschenleeren Eingangsbereich wurden wir von einer Wand aus Überwachungskameras begrüßt, die alle auf uns gerichtet. Obwohl nur Attrappen, verursachen sie ein mulmiges Gefühl.

Bedrückend, beängstigend, beunruhigend

Graue Betonwände. Alles erschien sauber, aufgeräumt. Aber genau darum irgendwie kalt und beängstigend … Das passte jedoch zu der Atmosphäre, die uns als Besucher hier vermittelt werden soll. Die düstere Hintergrundmusik tat ihr Übriges. Gut gemacht.

„Um Gottes Willen“

Dem roten Faden durch die Geschichte der Spionage von den alten Babyloniern und ihren in Stein gemeißelten, codierten Nachrichten bis zu den ultra-modernen Aufklärungsdrohnen heutiger Zeit kann man leicht folgen. Am Anfang dachten wir ‚Um Gottes Willen, so viel zu lesen, da stehen wir übermorgen noch hier.‘ Aber alle Texte – Ok: Alle Texte komplett zu lesen, ist in der Tat unmöglich –  lesen sich wahnsinnig schnell runter, weil sie so verdammt interessant sind. Uns war übrigens nicht klar, dass allein durch Spionage im Jahre 1983 kein Atomkrieg ausgebrochen ist. Und krass, wer noch im 21. Jahrhundert alles durch einen Giftanschlag ermordet wurde – zum Beispiel durch eine vergiftete Spitze abgeschossen aus einem Regenschirm. Und dazu hunderte an Exponaten wie die Lippenstiftpistole oder die Anleitung, wie in 3 Stunden eine Biene zum Spion wird.
Highlight für uns war eine digitale Chiffriermaschine, an der wir gegeneinander spielen konnten: Auf einer Seite codieren, auf der anderen Seite den Code knacken. Ziemlich lässig.

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An einem weiteren Terminal konnten wir checken, wie lange ein durchschnittlicher PC braucht, um das eigene Passwort zu knacken. Von 0.0001 Sekunden bis 280 Jahre. Wir haben eines unserer Passwörter auch mal eingegeben. Nach kurzen 0,4 Sekunden (!) wurden wir von der Maschine aufgefordert, dieses Passwort schleunigst zu ändern. Es sei zu unsicher. Hm, vielen Dank auch.

„FAIL – Dein Tod“

Bezüglich des Laser-Games, welches ihr fast am Ende des Rundgangs spielen könnt, wollen wir nur Folgendes berichten: Wir haben es zweimal probiert. Nachdem uns beide Male über einen Monitor „FAIL – Dein Tod“ mitgeteilt wurde, haben wir nicht gewagt, es noch ein drittes Mal zu probieren. Die Idee mit diesem Parcours ist jedoch sehr cool und hat nahezu jeden Besucher völlig zu Recht in seinen Bann gezogen. Gerade die jüngsten Besucher, denen das ‚Erwachsenen‘-Programm zu trocken ist, finden hier kurzweilige Ablenkung.

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Sonst noch was? Ja und zwar …

… nach ziemlich genau zwei Stunden kamen wir wieder raus. Und plötzlich fanden wir diesen berlintypischen Eintrittspreis von 12 €, ermäßigt 6 €, vollkommen angebracht. Schließlich erfüllen die Jungs und Mädels vom Spionagemuseum ganz klar ihren Bildungsauftrag. Wir denken lange zurück an dieses Museum. Und immernoch haben wir diese James-Bond-Melodie im Kopf.

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++ GEWINNSPIEL ++

Zusammen mit dem Deutschen Spionagemuseum verlosen wir 10 x 2 Eintrittskarten für dieses Museum. Gewinnen könnt ihr, indem ihr unter unserem Facebook-Post kommentiert, mit welcher Person ihr hingehen wollt. Bis Freitag 20.01.2017, 22 Uhr, habt ihr Zeit. Solltet ihr gewonnen haben, benachrichtigen wir euch unter eurem Facebook-Kommentar Wir drücken euch die Daumen!

TEILNAHMEBEDINGUNGEN
 
Das Gewinnspiel wird von 1000 THINGS veranstaltet. Mit der Teilnahme am Gewinnspiel akzeptiert der Teilnehmer diese Teilnahmebedingungen. Die Teilnahme am Gewinnspiel ist kostenlos.

Je Teilnehmer nimmt nur ein Kommentar am Wettbewerb teil.
Die Preisvergabe findet unter allen Teilnehmern statt, die unter dem auf Facebook geteilten Beitrag kommentiert haben.
Teilnahmeschluss ist Freitag, 20.01.2017, 22 Uhr.

Die Gewinner der Tickets werden benachrichtigt, indem wir auf den jeweiligen Kommentar antworten.

Die Gewinner haben 7 Werktage Zeit, eine persönliche Facebook-Nachricht (PM) an 1000 THINGS zu versenden. Danach verfällt der Gewinn.

Eine Barauszahlung der Sachwerte oder ein Tausch der Tickets ist nicht möglich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Pornographische Motive, Gewalt verherrlichende oder sonstige gegen das geltende Recht verstoßende Kommentare werden vom Gewinnspiel ausgeschlossen. Jeder Kommentar wird durch den Veranstalter 1000 THINGS dahingehend geprüft.

Teilnahme ab 16 Jahre.