Café à la Russe

Das Café à la Russe in der Lindenstraße Ecke Hegelallee in unmittelbarer Nähe zum Jägertor gibt es erst seit Frühjahr 2015. Optisch sticht es nicht gerade heraus.

Im Vergleich zu anderen großen Cafés in der Potsdamer Innenstadt ist es mit seinen rund 30 Plätzen eher winzig. Aber irgendwie macht es das noch ein bisschen gemütlicher und sympathischer. Die typisch russische Inneneinrichtung – den Vorwendekindern unter euch werden Erinnerungen wach – von der Matrjoschka bis zum Samowar und Rot als dominierende Farbe tun ihr Übriges.

Aber genug geschwärmt, reden wir übers Essen: Das Besondere am Café à la Russe ist, dass alle Speisen zu 100 % hausgemacht sind und darüber hinaus zu echt fairen Preisen gehandelt werden. So bekommt ihr zwischen 12 und 14 Uhr ein wochentägliches Mittagsmenü für lediglich 5,50 €, welches ein Heißgetränk, eine Suppe und dazu unfassbar leckere Piroschki beinhaltet. Und selbstverständlich alles auch ‚to go‘.

Für den, der diese kleinen gefüllten Teigtaschen nicht kennt und sich keinen Reim drauf machen kann, empfiehlt sich ein Blick in die Fotos hier oben drüber. Piroschki sind eine russische Spezialität und bestehen aus Hefeteig und können mit Fisch mit Gemüse und Eiern oder Pilzen, aber auch mit süßer Marmelade gefüllt sein. Der Duft, den sie machen, wenn sie gerade zubereitet worden sind, ist nahezu betörend.

Oder die traumhaften Pelmeni, welche ebenfalls ihresgleichen in Potsdam und Umgebung suchen: Die muss man einfach probiert haben. Lauft im Sommer am Café vorbei, wenn die Tür offen ist … ihr werdet nicht vorbeiziehen, ohne etwas von den russischen Köstlichkeiten probiert zu haben. Bei den Pelmeni habt ihr übrigens auch die Wahl zwischen Hühner-, Rinder- oder Schweinefleischfüllung.

Die Torten werden jeden zweiten Tag frisch gebacken und- naja – stehen halt da und werden aller Wahrscheinlichkeit nach nie älter als diese zwei Tage: Napoleontorte, Honigtorte oder unfassbar riesige Schokotorten – man kommt sich vor wie im Schlaraffenland.

Nun, wenn ihr das alles live erleben wollt: Geöffnet hat das Café à la Russe von 12 bis 18 Uhr, wobei wir davon ausgehen können, dass sich diese Zeiten in der nächsten Zeit verlängern werden.

Ach so, Wodka .. ja, den gibt’s natürlich. Was dachtet ihr denn?

Brasserie zu Gutenberg

In hervorragender Innenstadtlage, direkt an der Ecke von Gutenberg- und Jägerstraße präsentiert sich das Restaurant Brasserie zu Gutenberg nebst hauseigener Pension.

Einem professionellen Haute-Cuisine-Restauranttester würde sicher folgende Formulierung in den Sinn kommen: „Die etwas hellere und doch gemütliche Atmosphäre lädt dank der gehobenen Inneneinrichtung mit viel Liebe zum Detail auch nach dem Genuss der Hauptspeisen zum Verweilen ein.“ Klingt geschwollen wie nix, würde aber zweifellos den Nagel auf den Kopf treffen und würde zum Ambiente passen. Das Service-Personal weiß offenbar, was es tut und tritt dabei in jeder Situation zuvorkommend auf.

Französischkurs ist hier empfehlenswert

Mit wohlklingenden Köstlichkeiten wie Croque Provence, einem Schweinesteak mit Kaviarbrot, oder dem Haute-Cuisine-Klassiker wie „Coq au vin“ mit Perlzwiebeln und Pilzen an Rosmarinkartoffeln spielt die Brasserie zu Gutenberg schon in einer anderen Liga als das schnelle Bistro am Bahnhof.

Weitere Restaurants findest du natürlich hier >>

Das auf den Punkt gebratene, 300 Gramm schwere und unfassbar leckere Test-Entrecôte für gerade noch machbare 21,90 Euro – die auf demselben Teller mit angerichteten Rosmarinkartoffeln und die grünen, gut gewürzten Bohnen sind dabei noch nicht mit eingerechnet – macht die Brasserie zu Gutenberg schon zu einer hochpreisigeren Location als andere Potsdamer Restaurants, fühlt sich erfahrungsgemäß neben der großen Konkurrenz im unmittelbaren Umfeld wie Pfeffer & Salz, La Madeleine oder Der Weisse Schwan preismäßig durchaus unter seinesgleichen. Andererseits bekommst du einige Nudelgerichte für faire 9 Euro und weitere Snacks wie zum Beispiel einen tollen Flammkuchen ebenfalls unter 10 Euro. Die als Dessert gereichte, hinreichend große Portion traumhafter Crème brûlée vergrößert das Loch im Portmonee noch weiter, lohnt sich aber definitiv.

Wir könnten schon wieder hingehen

Wenn ihr euch also zu Monatsbeginn gerade über ein gefülltes Konto freuen könnt und über Appetit auf sehr, sehr gutes Essen habt, können wir euch die Brasserie zu Gutenberg mehr als empfehlen. Für uns war es definitiv nicht das letzte Mal, dass wir diesen tollen Laden von innen sahen.

Ach so, der Wein … ja, der ist – sagen wir mal – okay. Aber über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten.

Hans im Glück

Um es mal vorweg zu nehmen: Uns kommt auch nach längerem Hin-und-her-Überlegen kein Restaurant in den Sinn, das eine kreativere Inneneinrichtung vorweisen kann als die Locations dieser kleinen deutschlandweiten Burgerkette. Und genau darum soll sie hier auch Erwähnung finden. Im Hans im Glück direkt am Bahnhof Friedrichstraße findet man sich nämlich im skandinavischen Birkenwald wieder. Alle zwei Meter erstrecken sich armdicke Birkenstämme bis zu Decke um die zentral installierte Getränkebar. Dieser positive Eindruck wird abends durch die schöne Beleuchtung noch verstärkt – wirklich sehr nett gemacht. Ach und … selbst der Gang zur Toilette wird im Hans im Glück zu einem besonderen Ereignis. Wo sonst nur Fahrstuhlmusik durch die Boxen schalmeyt, läuft im Hans im Glück ein berühmtes Märchen der Gebrüder Grimm in Dauerschleife. Dreimal darfst du raten, welches.

Und menüseitig?

Empfehlen können wir den Heumilchkäse-Burger mit frischem Salat und großen Tomatenscheiben für faire 6,90 Euro und dazu eine große Portion knuspriger Pommes frites, wobei man zwischen den Brotsorten Sauerteig und Mehrkorn wählen kann. Alles zusammen wird nett angerichtet an die bequemen Holzbänke und –tische geliefert. Dazu sollte man einen halben Liter Limonade jeglicher Geschmacksrichtung mit echten Minzblättern probieren, was als Menü übrigens gerade zur Mittagszeit keine 9 Euro kostet.

Aber auch alle anderen Burger kann man echt essen, ohne dass man einen wirklich herausragenden findet. Das mag ja generell zu den größten Nachteilen von Burger-Ketten zählen. Alle Burger schmecken echt nicht schlecht, aber irgendwie auch alle gleich.

Fazit

Auch wenn die Burger hier nicht an die kulinarischen Kunstwerke von Berliner Burger-Experten wie zum Beispiel Burgermeister oder Berlinburger International heranreichen, kann man einen Besuch im Hans im Glück zwischendurch durchaus mal absolvieren, um seinen Hunger auf die amerikanischen Bulettenbrötchen zu stillen. Dagegen verfügt wohl keine der eben genannten Burgerläden über eine derartig große Auswahl verschiedener Burger.

Athos

So, nach langem Überlegen und mehrmaligem Besuch fanden es an der Zeit, uns einmal dem Restaurant Athos in der Zeppelinstraße in Potsdam-West nun auch redaktionell zu widmen. Unglücklicherweise an einem Freitagabend – glücklicherweise jedoch nicht ohne Reservierung. … um dies gleichzeitig auch als hilfreichen Tipp mit zu kommunizieren.

Nun kann man dieses Stadtteilrestaurant nicht unbedingt als exklusiven Gourmet-Tempel bezeichnen. Den Anspruch hat der familienbetriebene Laden sicher auch gar nicht. Wir würden es aber als eines der verwinkeltsten, gemütlichsten, dunkelsten, dienstältesten und bodenständigsten Potsdamer Restaurants bezeichnen wollen, obwohl es von außen alles andere als nach einem gemütlichen Griechen aussieht. Wenn du aber den urigen Gästeraum oder im Sommer gar den niedlichen kleinen Innenhof betrittst, fühlst du dich sofort wohl.

Gleich zur Begrüßung wird der obligatorische Ouzo serviert, welcher Pflicht ist und nicht verschmäht werden darf. Prädikat: Widerlich. Wer in dieser Welt mag den Geschmack dieses Höllengetränks? Aber sei’s drum.

Kein Bock auf Griechisch? Hier alle Restaurants >>

Und ob Bifteki, Suflaki oder der schlichte griechische Salat – alles auf der Hauptspeisekarte schmeckt so, du es dir vorstellst. Ein besonderer Speisetipp von uns, nachdem wir ihn beim letzten Besuch probieren durften: das ‚Filet Spezial‘ – ein auf den Punkt gegartes Schweinefilet, welches geschmackvolle Hülle für einen intensiven Feta und Spinat war, überbacken mit Metaxa-Sauce und dazu einer hinreichend großen Portion Pommes frites, die für unseren Geschmack einen winzigen Tick knuspriger hätten sein können. Und das Ganze für 13,20 €. Noch Fragen?

Was uns nicht gefällt

Hm, man bekommt freitagabends für gewöhnlich ohne vorherige Reservierung keinen Tisch, aber das können wir dem sympathischen Griechen nicht wirklich ankreiden. Im Gegenteil, das mag auch nur ein durchaus glaubhafter Beleg dafür sein, wie gut Potsdamer, aber auch geneigte ortsfremde Hungrige dieses Restaurant annehmen. Auch bei vollem Haus kam uns das flinke Service-Personal nicht überfordert vor, sondern hatte mitunter auch für kleine Scherze Zeit. Schön!

Und vielleicht noch ein Tipp zur An- und Abreise: Kommt mit den Öffentlichen, Freunde! Parkplätze sind auch hier rares Gut und können nicht jedem Besucher mit eigenem KfZ präsentiert werden.

Fazit

Irgendwie können wir uns Potsdam nicht ohne das Athos vorstellen. Darum ist es zumindest für uns ‚Ureinwohner‘ definitiv ein ‚Thing to do‘ in Potsdam und sollte nicht nur einmal besucht werden.

Park Sanssouci

Also, wir wollen ja gar nicht viele Worte über seine preußische Geschichte oder architektonischen Besonderheiten verlieren, sondern euch diesen Park einfach in seiner ganzen Pracht präsentieren.

Unbestritten ist, dass er die Mutter aller Dinge ist, die ihr in Potsdam getan haben müsst. Sowohl für Potsdam-Touristen als auch „Ureinwohner“ ist der Besuch der größten der drei Potsdamer Parkanlagen – neben Neuem Garten und Park Babelsberg – Pflichtprogramm. Zwar wirkt er auf der Karte gar nicht so riesig, aber jede Wette, ihr werdet es nicht schaffen, all seine natürlichen und architektonischen Attraktionen an einem Tag zu erkunden, auch wenn ihr noch so früh aufsteht. Er ist ganzjährig von 6 Uhr bis 20:30 Uhr geöffnet und der Eintritt ist kostenlos, ihr könnt jedoch an diversen Haupteingängen einen freiwilligen Betrag zur Unterstützung von Erhalt und Pflege des Parks abdrücken.

‚Hauptschlagader‘ ist jedenfalls der 2,5 Kilometer lange Hauptweg, der schnurgerade vom Neuen Palais bis zum Obelisk am östlichen Parkende führt und vereinzelt von wunderschönen, riesigen Fontänen unterbrochen wird. Von ihm gehen unzählige verwinkelte Seitenpfade mit insgesamt fast 70 Kilometer Wegelänge zu den 22 mehr oder weniger offiziellen Eingängen ab.

Fun Fact übrigens: In seinem Umfang misst der Park 7,1 km, wenn du die Maulbeerallee als äußere Parkbegrenzung hinzuziehst.

Dem geneigten Durch-den-Park-Schlenderer wird auffallen, dass eine Hälfte ein barocker Ziergarten mit messerscharf abgesteckten Rasenflächen, Blumenrabatten in allen Farben der Welt und turmhohen Hecken ist, wohingegen die andere Hälfte im Stil eines englischen Gartens beeindruckt und etwas wilder und naturbelassener, aber nicht weniger schön ist. Und irgendwie würde es nicht wundern, wenn irgendwo im Areal zwei rokokobekleidete Hofdamen den Weg kreuzten. Obwohl … einmal im Jahr passiert das ja sogar >>

Und folgende Tipps wollen wir euch nicht vorenthalten: Wunderschön ist der Park insbesondere im Winter, wenn es geschneit hat und die Sonne scheint. Dann gibt es fast nichts Schöneres als einen Spaziergang durch den Park und ein anschließender Besuch im Drachenhaus und einer Tasse Kaffee, um sich aufzuwärmen. Weiteres Highlight ist der Flötenspieler vom Mühlentor. Ob Schubert, Vivaldi oder Mozart, ob Sonne oder Regen, Helmut Sabers spielt als preußischer Hofdiener verkleidet seit gefühlten 100 Jahren auf seiner Querflöte am Mühlentor hinter dem Schloss Sanssouci. Wirklich nett anzuhören und eine Attraktion für Besucher. Und wenn ihr danach Gelegenheit habt, einen Blick zum Beispiel vom Turm der Orangerie zu werfen, habt ihr einen unfassbaren Ausblick auf diesen schönen Park und die Stadt dahinter.

Und wenn euch der einfache Parkbesuch nicht genug ist, dann sei euch entweder die Potsdamer Schlössernacht Mitte August wärmstens ans Herz gelegt, bei der ihr romantisch durch den Park schlendern und jeglicher Art klassischer Musik lauschen könnt oder die Teilnahme am Potsdamer Schlösserlauf Anfang Juni >> , dessen 21 km lange Strecke euch ebenfalls teilweise durch den Park führt. Aber egal, wie ihr den Park besucht: Feststeht, dass er das bedeutendste Stück Kultur in Potsdam ist.

Buena Vida Coffee Club

Also … diese Location können wir im Grunde gar nicht als ausgewachsenes Café bezeichnen, eher als klitzekleinen Miniladen direkt am Bassinplatz, am östlichen Ende der belebten Brandenburger Straße mit vier bis fünf kleinen Tischen, in dem sich alles, aber auch wirklich alles um den Kaffee dreht.

Dieser Eindruck bestätigt sich schon beim Gang durch Ladentür, wenn der Blick über das Caféhaus-typische Inventar schweifen kann. Und das gilt sprichwörtlich für alles hier. Ob die verschiedenen Coffee-Maker im Regal oder die Wand mit dem selbstgerösteten Kaffeebohnen, die zum Verkauf angeboten werden und übrigens auch nicht viel teurer sind als Standardkaffee aus dem Supermarkt. Und wenn die Tür zum nicht-öffentlichen Teil des Ladens ein wenig offen steht, siehst du sie stehen: die kupferfarbene, hauseigene Kaffeeröstmaschine, bei der man sich fragt, wie die den Weg durch die schmale Eingangstür genommen hat.

Der Buena Vida Coffee Club ist ein Coffee-Shop in bester Lage am Bassinplatz, da wo die Touri-Busse ankommen. Er ist eigentlich viel zu schade für vorbeihetzende Stadtbesucher, die auf der Suche nach ’nem schnellen Coffee to-go im Pappbecher sind. Einen großen Trumpf spielt der Laden natürlich im Sommer aus, wenn draußen an der Hauswand große Holzpodeste und kleine Cafétische sowohl Potsdamer Kaffeeliebhaber als auch die Touris zum Verweilen einladen.

Ach, und neben all den verschiedenen Kaffees vom einfachen Espresso bis hin zum Latte Macchiato mit Mandelgeschmack können wir auch noch eins empfehlen: eine heiße Schokolade mit Marshmallows, die sich langsam in der heißen, 43-prozentigen Schokolade auflösen. What? Ja, unfassbar lecker.

Schön, dass es Menschen gibt, die sich so der ‚Kaffee-Kunst‘ verschreiben und offenbar aus einem Hobby einen Beruf machen.

Neuerdings engagiert sich der kleine Laden sogar in Sachen Potsdamer Kultur – und zwar in Form des noch jungen Labels ROTHOLZ: Dahinter stecken die Inhaber der Potsdamer Unternehmen Buena Vida Coffee Club, des Concept Store GOODS und der Bar Rückholz – die haben es sich zur Mission gemacht, mit ihren Ideen das kulturelle Leben der Stadt zu bereichern. Da liegt es nah gemeinsame Sache zu machen.

Seerose

Die großen Kinder unter euch wissen, dass das Gebäude der Seerose schon seit mehr als 30 Jahren steht. Bis heute hat sich ihr Äußeres auch irgendwie kaum verändert und versprüht aufgrund seiner markanten Architektur durchaus auch heute noch eine Menge DDR-Charme, der die größeren Besucher unter uns an die längst vergangene Kindheit zu erinnern vermag … nicht zuletzt auch vom Wasser aus, wenn ihr auf der Neustädter Havelbucht mit dem Boot unterwegs seid.

Aber zurück in die jüngere Vergangenheit: Wie geschockt standen wir eines Tages da und mussten feststellen, dass unsere geliebte Sandbar nicht mehr da ist: Heimstätte vieler lauer Sommerabende, in denen wir mit einem Schöfferhofer Grapefruit in der Hand den Blick auf die Neustädter Havelbucht und den leichten Geruch von Bootsbenzin genießen durften.

Es stellte sich heraus, dass die Seerose ihr Konzept völlig überarbeitet hatte – von einer Strandbar mit Urlaubsflair zur höherpreisigen Gastronomie mit – wow! – richtigen Tischen und Stühlen. Sowohl die Terrasse als auch der Innenraum versprühen eine sehr gediegene Atmosphäre. Alles ist irgendwie nach der Sonne ausgerichtet.

Wohin der geübte Blick auf streift … die Seerose versprüht überall gemütliche Atmosphäre. Ergänzend wirkt da natürlich die nette Bedienung und nicht zuletzt die akzeptablen Preise der sehr übersichtlichen Karte. Bei unserem letzten Besuch an einem sonnenreichen Mittwochnachmittag waren nahezu alle Tische auf der Terrasse reserviert – ein Zeichen dafür, dass die Seerose auch bei Leuten, die nach einer Veranstaltungs-Location suchen, mehr als beliebt ist.

Das wirklich nette Ambiente, das Steak und der unfassbare Classic-House-Burger entschädigen jedoch für den Verlust der geliebten Sandbar. Zwar reicht auch dieser Burger nicht an Berliner Burgerklassiker von Burgeramt oder Berlin Burger International heran, sucht hier bei uns in Potsdam jedoch durchaus Seinesgleichen.

Die Aussicht auf die Neustädter Havelbucht ist schließlich noch dieselbe – und die Cocktails mitunter sogar besser: so zum Beispiel der mehr als abgefahrene „Harlem Cucumber Shake“ mit Wodka, Gurkensaft, Zitrone, Eiweis und ‘ner Prise Meersalz.

Fazit

Hingehen und sich davon überzeugen, dass nicht alles Neue per sé schlecht ist. Der doch recht drastische Umbau hin zum aktuellen Design macht die Seerose zu einem hervorragenden Restaurant in Potsdam.

Indian Garden

Nun, es gibt ja eine ganze Reihe von indischen Restaurants in Potsdam. Alle irgendwie im Stadtzentrum, alle irgendwie gut zu erreichen und alle auch irgendwie ganz nett. Nur eins sticht da irgendwie doch noch heraus. Das Indian Garden direkt am Heiligen See gegenüber der Gotischen Bibliothek im Neuen Garten.

 

Das vom touristischen Trubel des relativ weit entfernten Potsdamer Stadtzentrums bislang verschonte indische Restaurant ist interessant eingerichtet mit bequemen Sitzgelegenheiten, auf denen man gern lange sitzt. Es sei denn, ihr wollt unbedingt die indischen Schaukelsessel probieren. Auf denen wird es schnell unbequem. Trotzdem solltet ihr jedoch einmal drauf Platz genommen haben.

Aber nun zur Kernkompetenz des Indian Garden: das traumhafte Essen. Wir sind nicht sicher, ob es außerhalb vom indischen Subkontinent ein besseres gibt. Zur Einstimmung auf ein in jeder Hinsicht umwerfenden Essen können wir als Aperitif einen Mango-Lassi empfehlen, der in seiner Konsistenz alle Strohhalm-Stehenbleib-Tests besteht.

Indian Garden - 4

Sofern ihr nicht allein ins Indian Garden geht, sondern zu zweit oder in großer Gruppe, können wir euch die Nummer 142 auf der reichhaltigen Karte ans Herz legen. Die besteht aus einem Menü für zwei Personen, bei dem ihr euch drei verschiedene Gerichte wie z.B. Lamm, Hühnchen oder Vegetarisch auswählen könnt und die dann in den typischen kupfernen Schalen serviert werden. Dazu ist Reis quasi Pflicht.

Als nicht weniger köstliche Alternative käme natürlich das leuchtend rote Tandoori-Chicken in die engere Wahl. Dieses im Ofen gebackene Stück indischer Tradition macht beim Servieren schon verdammt was her: Es wird auf Bananenblättern ruhend serviert und aufgrund des hörbaren Weiterbrutzel-Geräuschs schauten viele Gäste erstaunt und neugierig. So auch wir. Zu diesem Zeitpunkt, wurde uns einmal vom Kellner verraten, hat das Hühnchen bereits ein 24-stündiges Joghurt-Gewürz-Marinade-Bad hinter sich, was es zu einem der zartesten Hühnchen macht, mit denen unsere verwöhnten Gaumen bislang Bekanntschaft machen durften.

Nicht unerwähnt lassen dürfen wir dabei natürlich, dass das ballonartige Bhatura-Brot zu jedem Gericht stets mit dazukommt, aber wir können noch die flachen, im Steinofen gebackenen Naan-Brote empfehlen.

Indian Garden - 1

Fazit: Das Indian Garden hebt sich mit seiner reichhaltigen Auswahl und dem intensiven Geschmack der Gerichte spürbar von den anderen indischen Restaurants in Potsdam ab. Ihr werdet den Laden definitiv viel zu vollgefuttert verlassen. Was in der warmen Jahreszeit etwas stört, ist der laute Verkehr der Behlertstraße, der quasi unmittelbar am Tisch vorbeirauscht. Dafür kann aber das Restaurant nix.

 

Berlinburger International

Man nehme 190 Gramm leckeren gegrillten Beefs, feinste Guacamole, echte Süßkartoffelchips, Bacon, würzigen irischen Cheddar sowie Tomate, Mayo, Aioli, Salsa und dazu noch Salat … Was macht das? Richtig: süchtig. Bei Berlin Burger International ergibt dies den „El-Gordanito“. Beim bloßen Anblick verspricht er Wasserfälle im hungrigen Schlund und beim genüsslichen Verzehr verspricht er eine satte Maulsperre.

Aber mal zum Anfang zurück: Mitten in der so absolut gar nicht beschaulichen Pannierstraße in Berlin-Neukölln versteckt sich diese kleine, mit tausenden Stickern verzierte Burger-Manufaktur die Ihresgleichen sucht. Der Laden ist mini-klein und man kann absolut nicht gut sitzen, jedenfalls nicht, wenn es draußen kalt ist. Da helfen die beiden Heizpilze auch nicht viel. Ist man erst mal drin, warten die absolut sympathischen Jungs von BBI auf einen und machen einem schon viel Spaß auf das, was kommen wird.

bbi3

Wenn man den kleinen Hunger zwischendurch verspürt, ist man hier genau falsch. Die Portionen bzw. Burger sind echt gigantisch. Natürlich gibt’s auch hier die Süßkartoffelpommes dazu (leider sehr versalzen, einziges kleines Minus). Der El-Gordanito dagegen ist wirklich klasse. Die Guacamole ist frisch und bildet mit dem Burger an sich eine tolle Kombination. Man staunt, wie schnell dieses Monstergerät dann doch aufgegessen ist. Gern lässt sich dieser Genusshimmel durch eine Extraportion Chili-Cheese-Fries oder auch deren große Schwestern, die Chili-Cheese-Sweet-Potato-Fries toppen. Exotischste Zutaten wie irischer Chedder, Feigensenfsoße, Portweincharlotten, candierte Mandelsplitter, Austernpilze, Preiselbeermayo veranlassen  schon mal, den Sinn des Lebens neu zu eruieren.

Lust auf mehr Burger? Hier lang >>

Fazit

Das Berlin Burger International ist eine prima Einstimmung für den anstehenden Partyabend oder für was auch immer. Und wenn man Rande mithilfe eines alten Nintendo NES die Kindheit reaktiviert, wird der Abend zum ganz großen Kino. Hoffentlich spricht sich dieses kleine Traumstübchen für Burger-Liebhaber nicht weiter rum, denn wir wollen zukünftig nicht noch länger auf die leckeren, hausgemachten Burger warten müssen. Wer schließlich einmal da war, der kommt garantiert wieder. Wir auf jedenfalls auch. Danke für das leckere Essen.