Park Inn

Über die wortlos sich dahin schiebenden Rolltreppen finden sie ihren Weg an die Oberfläche: Die zahlreichen Touristen, die bewaffnet mit ihren Taschen und Kameras eines der vielen Wahrzeichen Berlins nun endlich selbst in Augenschein nehmen wollen.

Kurz nachdem sie zum ersten Mal das Licht Berlins am Alexanderplatz erblickt haben, suchen ihre neugierigen Blicke den Himmel nach dem Fernsehturm ab – und vergessen dabei ganz seinen mindestens ebenso eindrucksvollen Nachbarn, das Park Inn by Radisson Berlin Alexanderplatz.

Zugegeben, das 150 Meter messende Hotel mag zwar zu den höchsten Gebäuden Berlins zählen, und das schon seit über 40 Jahren. Über seine Optik aber kann man sich streiten. Ob das Aussehen des glasummantelten Bettenturms nun die Mitte Berlins schmückt oder nicht, ist Geschmacksache. Wenn es aber um die Aussicht aus der 40. Etage des Riesen geht, dürfen die Meinungen deutlich ähnlicher ausfallen. Denn neben einer Vielzahl unterschiedlicher Zimmer (ja, darunter tatsächlich auch einige „Standard-Zimmer mit Mehrblick“), mehrerer Restaurants, Spa und Fitness hat das Park Inn vor allem eines zu bieten: einen atemberaubenden Ausblick auf die schönste Stadt der Welt. Okay, okay – auch der Begriff Schönheit liegt hier wieder im Auge des Betrachters. Wer jedoch nach einer exzellenten Aussicht mit frischer Berliner Luft und angenehmer Musikuntermalung sucht, der ist bei der Dachterrasse des Park Inn genau richtig.

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Während sich die einen einen Drink auf der öffentlich zugänglichen Plattform genehmigen, dürfen einige Wagemutige dank Jochen Schweitzer gleich nebenan beim Base-Flying in die Tiefe stürzen. 125 Meter geht’s mit einer der schnellsten Seilzüge Deutschlands in nahezu Freifallgeschwindigkeit in Richtung Alexanderplatz aus exotischer Richtung. Und die absoluten Thrill-Seeker unter euch können das jeden Freitag auch nachts ausprobieren.

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(Foto mit freundlicher Genehmigung von René Günther)

Abgesehen davon habt ihr jedoch auch eine hervorragende Aussicht auf einige der wichtigsten Berliner Sehenswürdigkeiten: der Deutsche und der Französische Dom am Gendarmenmarkt, der Kollhoff-Tower >> am Potsdamer Platz, der Berliner Dom und der Bundestag >> sind beinahe ebenso gut zu erkennen wie der Fernsehturm aus einer ganz neuen Perspektive. Und wer seinen Blick in die Ferne schweifen lässt, der erkennt mit ein bisschen Glück sogar die kreisrunden Spitzen der ehemaligen Abhörstation >> auf dem Teufelsberg. Auch für ein wenig sportliche Betätigung ist gesorgt: Der Aufzug des Park Inn bringt die Besucher nur in die 37. Etage. Von da an sind es noch ein paar Stufen bis zur Terrasse. Dafür laden dort einige Liegestühle zum Verweilen und Entspannen ein.

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Was der Spaß kostet? Derzeit seid ihr für absolut angemessene vier Euro dabei. Ob sich das lohnt? Auf jeden Fall!

Eure Sarah


Waikiki Burger

Du findest, gegrillte Ananas, karamellisierte Zwiebeln oder Tropical-Sauce gehören nicht in einen klassischen Burger? Das sehen die Jungs und Mädels vom Waikiki-Burger in der Dortustraße anders. Gott sei Dank!

Allein die Location an sich ist top: Im Sommer genießt du draußen vor der Location auf hellen Biergarnituren und unter Sonnenschirmen eine Atmosphäre wie im Straßenrestaurant. Wem das zu heiß ist, kann es sich auf den bequemen Sitzgruppen im Innenbereich gemütlich machen. Hier herrscht ein irgendwie passendes amerikanisch-hawaiianisches Flair. Schön! Aber auch bei semi-gutem Wetter kannst du Urlaubsflair erleben: Mit entspannten Hawaii-Sounds, Surfbrettern und Beach-Bikes im überdachten, mit Licht durchflutetem Innenhof kannst du sogar im Winter dem miesen Wetter in eine sommerliche Traumwelt entfliehen.

Aber zum Essen: Der Big Kahuna mit 180 Gramm Beef im Sesambrötchen und mit Kahuna-Sauce sowie gegrillter Ananas plus einer Portion Süßkartoffel-Pommes – den es für unseren Geschmack ein wenig an Knusprigkeit mangelte – ist einfach Pflicht und wird zum fairen Preis von rund 9,- € gehandelt. Mit all diesen Zutaten bietet er einen Turm aus den verschiedensten Geschmacksrichtungen. Und dabei scheinen sich unter anderem das Rauchige des gegrillten Fleischs und die Süße der Ananas hervorragend zu verstehen.

waikiki

Und mit seinem täglich wechselnden Business-Lunch-Angebot, bei dem du immer ein hawaiianisches Nationalgericht inklusive eines 0,2l-Softdrinks für legere 4,50 € bekommst, wird dir auch als Werktätiger nicht das sauer verdiente Geld aus den Taschen gezogen. Wer etwas länger Zeit hat, kann für sportliche 14,50 € das Sunday-Brunch am Wochenende probieren.

Fazit

Nun, Potsdam ist nicht gerade weltberühmt für seine breite Auswahl an guten und aktuell stark nachgefragten Burger-Restaurants. Und mit Berliner Szene-Burgerläden wie dem Shiso Burger in Berlin-Mitte oder dem unübertroffenen Berlinburger International in Neukölln >> kann wohl auch das Waikiki geschmacklich nicht mithalten (wer diese einmal erleben durfte, weiß, wovon wir reden …). Unserer Meinung nach ist dieses Restaurant in Potsdam irgendwie jedoch immer noch ein Geheimtipp und sollte unbedingt auf eurer Liste noch zu erledigender Dinge in unserer schönen Stadt stehen.

Café am Neuen See

Das Café am Neuen See ist wohl eins der am idyllischsten gelegenen Cafés in Berlin. Ihr werdet vom leuchtenden Tiergarten-Grün förmlich erschlagen und wollt nicht mehr weg. Interessanterweise ist die Bezeichnung ‚Café‘ hier unglücklich gewählt, denn das Café am neuen See auch Biergarten, Raststätte, Restaurant und Berliner Naherholungsgebiet.

Nun ist es aufgrund seiner Lage mitten im Tiergarten nicht einfach zu finden. Mit dem Auto müsst ihr schon ein wenig suchen, um diese umwerfende Location direkt hinter der Botschaft von Spanien zu verorten. Glücklich ist dann der, der hier auch noch eine passende Abstellmöglichkeit für sein Gefährt findet. Am besten gelangt ihr hierher, indem ihr von der Hofjägerallee in die Rauchstraße einbiegt. Gut gemeinter Tipp: Dennoch solltet ihr besser zu Fuß oder mit dem Fahrrad herkommen – ist eh umweltfreundlicher.

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Also wie gesagt, im Grunde besteht das Café am Neuen See aus drei Locations in einer: Zunächst findet ihr in ihm einen geräumigen Biergarten mit Selbstbedienung und dementsprechend lockerer Atmosphäre, in dem genug Platz selbst für größere Besuchergruppen ist und wo ihr hausgemachte Brezeln und Leberkäse oder leckere – aber nicht ganz billige – Steinofenpizza erwerben könnt. Direkt am Ufer habt ihr darüber hinaus die Gelegenheit ein kleines Ruderboot auszuleihen und eine romantische Tour über den Neuen See und um seine kleinen Inseln zu unternehmen. Ihr müsst dabei nicht einmal die Ohren genau spitzen und die Nase rümpfen, um mit allen Sinnen zu erfahren, dass der Zoologische Garten nur einen Steinwurf entfernt ist.

Weitere Restauransts gibt’s hier >>

Und nicht zuletzt ist es ein höherpreisiges italienisches Restaurant mit Gartenterrasse und im Jagdhausstil sehr rustikal eingerichtetem, unglaublich gemütlichem Innenraum. Das Übrige tut das riesige Panoramafenster, das bei Schnee und Sonnenschein einen atemberaubenden Blick nach draußen auf den See gewährt.

Nun gibt es zwar preiswertere Ess- und Trinkmöglichkeiten in Berlin, aber bei der wundervollen Aussicht auf den Neuen See vergesst ihr das hundertprozentig sofort. Komischerweise hat man nie das Gefühl, dass es touristisch überlaufen ist, sondern meint sich unter Berlinern wiederzufinden, die einfach einen Ausflug ins Grüne unternommen haben.


Café Kieselstein

Eine ganze Menge Bio, viel Vegetarisch und sogar Vegan: In der Reihenfolge geht’s für viele Normal-Fleisch- und Wurstesser ganz weit nach oben auf der „Boah-nee-bloß-nich”-Skala. Leider völlig zu unrecht, wirst du resümieren, sobald du das klitzekleine Bio-Café Kieselstein unten im Erdgeschoss des ehemaligen Werner-Alfred-Bads in der Hegelallee nach dem Nachmittagskaffee wieder verlässt.

Zu jeder Vormittags- und Nachmittagszeit und ob wochentags oder am Wochentag ist das Kieselstein irgendwie voll mit Gästen. Kein Wunder, lädt doch der schöne Innenraum mit seinen gemütlichen Sesseln und Sofas selbst zu längerem Verweilen ein. Alles ist niedlich eingerichtet und passt zum wunderbaren Gesamteindruck.

Du wirst von netter Bedienung empfangen und mit unfassbar leckeren Torten, Pizzen und Omelettes in gemütlicher, familiärer Atmosphäre versorgt. Nicht alles hier ist vegetarisch, aber alles ist voll lecker. Und die Preise sind genauso ‘fair gehandelt’ wie der Kaffee.

Am jeweils ersten Sonntag jeden Monats lädt das Café Kieselstein zum gemütlichen Sonntagsbruch mit vegetarischen und veganen warmen und kalten Speisen ein. Das ist bei den Potsdamern mittlerweile verständlicherweise so beliebt, dass du vorher reservieren solltest. Und was auch immer du währenddessen probierst – alles ist 100% bio.

Für euch sollte das Café Kieselstein unbedingt auf der Nach-Hause-Route vom unweit entfernt liegenden Park Sanssouci liegen. Schön, dass wir sowas in Potsdam haben (… schreiben wir als Nicht-Veganer).

11-line

… so lässt sich das 11-line am einfachsten beschreiben: Es folgt schlicht und ergreifend keinem Stil. Schon beim Eintreten fragt man sich mit Blick auf die unzähligen Plakate, Flyer und Aufkleber an der Wand nur „Mann, wo bin ich hier bloß?“.

Ganz anders der Nachbarraum, wo man bei miesem Wetter Platz nehmen kann: Er wirkt mit seinem wohl immer noch originalen DDR-Steinfußboden und seiner grün-weißen Wand und den Gemälden mehr wie eine Berliner Hipster-Galerie. Und bei Sonnenschein drängt sich die Bevölkerung auf bunt zusammengewürfelten Bänken, Holzstühlen oder Strandsesseln auf dem Gehweg vor dem Laden in dem sonst nahezu menschenleeren Abschnitt der Charlottenstraße, was das 11-line noch mehr wie eine hipstereske Berliner Kneipe wirken lässt. das 11-line entwickelt hier einen ganz eigenen Charme, wie man ihn in Potsdam kein zweites Mal vorfindet. Am nächsten kommt dem dabei noch die szenige Waschbar in Potsdam West.

Und nebenbei kannst du von der leckeren Birnen-Limo über die Fritz-Cola oder einen stinknormalen Latte Macchiato hier alle Getränke und Speisen erwerben, die du woanders auch bekommst.

Anders als andere Cafés

Selbst das Service-Personal ist hier anders als die anderen: Du kannst sie nie auf dem falschen Fuß erwischen, höchstens in der falschen Situation. Sollten sie gerade dabei sein, eine Zigarette zu rauchen, wirst du mitunter warten müssen, bis diese fertig geraucht wurde – dann kann’s mit der Bestellung losgehen. Aber das verzeihst du ihnen sofort, wenn du mit ihnen sprichst. Super-nett, super-unkompliziert und freundlich. So stellen wir uns ein Straßencafé vor, das nicht den Anspruch eines Café Heider oder Wiener Café hat.

Und was andere Cafés auch nicht haben, ist zum Beispiel die allmittwöchliche Tischtennisrunde im 11-line. Einfach hingehen, Drink bestellen, eine von den – Sorry, Freunde – abgeranzten Kellen ergattern, mitmachen, verlieren, weitertrinken – und das alles Übrigens im eben erwähnten Raum mit dem DDR-Steinfußboden.

Übrigens, das reichhaltige Sonntagsbrunch für 8,- € ist genauso wie man es vom 11-line erwartet: alternativ, preiswert, gemütlich. So, mehr ist nicht zu sagen. Außer dass man das 11-line unbedingt einmal live erlebt haben muss.

Lemon Gras

Wer von außen auf das Lemon Gras schaut, wird nicht auf die Idee kommen, dass sich hinter den Mauern der typischen Architektur des holländischen Viertels eines der besten thailändischen Restaurants in und um Potsdam verbirgt.

Und ehrlich gesagt, an diesem Eindruck ändert sich jetzt nicht so viel, wenn ihr den Laden in der Benkertstraße betretet. Aber all das ist flugs vergessen, wenn ihr die Nase in Richtung Küche bewegt: Das gesamte Etablissement verbreitet einen Duft nach Curry, asiatischen Gewürzen und gebratenem Fleisch, dass einem das Wasser nur so im Munde zusammenläuft.

Wenn ihr nun die nicht gerade große Servierstube – anders können wir das kleine Kämmerlein nicht nennen – betretet und glücklicherweise noch einen freien Tisch ergattern konntet, beginnt der Wohlfühlabend: Der Service hier ist sprichwörtlich außergewöhnlich. In wenig anderen Restaurants in Potsdam wird man so nett begrüßt und freundlich bedient wie im Lemon Gras. Wir sind an einem Samstagabend hier gewesen und hatten demzufolge etwas länger auf unser Essen zu warten. Kein Problem: die Inneneinrichtung vermag euch, auch längere Wartezeiten zu versüßen. Sie passt halt so gar nicht zu einem asiatischen Restaurant. Aufforderung an das Lemon Gras an dieser Stelle: Bitte unbedingt so lassen.

Aber nun zum Essen: Als Vorspeise können wir einen Salat mit Hühnchenfleisch nicht nur empfehlen, sondern bestehen darauf, dass ihr ihn probiert. Es lohnt sich – aber sowas von. Für den Hauptgang wählten ein verdammt scharfes Thai-Curry mit traumhaft zartem Rindfleisch, leckerem Reis und sehr liebevoll garnierten Gemüse. Alles verdammt lecker und geschmacksintensiv.

Lemon Gras - 1

Keine Lust auf asiatisch? Andere Restaurants in Potsdam hier >>

Wenn ihr der Schärfe des Thai-Currys im Anschluss dann noch etwas mit „süß“ begegnen müsst bzw. wollt, ist nur eins der wirkliche wahre Nachtisch der Wahl: Klebereis mit Thai Mango und einer Kugel Kokos-Eis nebst Früchten. Wer von euch Klebereis noch nicht kennt: is‘ halt Reis, der zusammenbappt – der Nachtisch-Himmel auf Erden.

So, und wer nun denkt, ein authentischer Asiate außerhalb Asiens – der zieht uns doch das Geld nur so aus der Tasche, liegt falsch. Alle Gerichte werden zu fairen Preisen feilgeboten, auch wenn’s ein wenig preisintensiver ist als beim Asiaten an der Ecke. Und wer sich die Fotos auf deren Facebook-Seite betrachtet, dem fällt auf, dass selbst asiatische Mönche das absolut genau so sehen. Is‘ ja der Hammer.

 

Andere Restaurants in Potsdam findest du hier >>

Lichtprojektion am Bundestag

Bundestag? Gibt‘s zu der Kuppel nicht schon ’nen Artikel? Doch, den gibt es. Aber während der Sommermonate und noch bis zum 3. Oktober ist der gläserne Oberbau des Bundestages nicht das einzige was es hier zu bestaunen gibt.

Der Nachthimmel über Berlin empfängt uns, als wir mit hektischen Schritten die letzten Treppenstufen der U5-Station am Bundestag hinauf eilen. Die Dunkelheit hat sich an diesem kühlen Septembertag kurz vor 21 Uhr längst über die Stadt gelegt. Am Paul-Löbe-Haus entlang bewegen wir uns zügig Richtung Spree. Hin zu jenem Ort, von dem aus uns die letzten Bässe und Musik eines Films unter freiem Himmel entgegen schlagen. Einige Dutzend Menschen haben sich dort bereits versammelt, starren gebannt über die Spree hinweg an eine vermeintliche Hauswand und beginnen zu klatschen, als die Musik endet und das Licht erlischt. Unser Ziel ist das Reichstagsufer am Friedrich-Ebert-Platz und was wir sehen wollen ist die Lichtprojektion Bundestag, die wir knapp verpasst haben. Zum Glück wird die Projektion immer zwei Mal hintereinander gezeigt. Pünktlich um 21 Uhr machen wir es uns deshalb auf den Stufen hinter dem Reichstagsgebäude bequem und starren gebannt auf das Marie-Elisabeth-Lüders-Haus am anderen Ufer.

Wie auch schon im vergangenen Jahr wirft sich der Bundestag noch bis zum Tag der Deutschen Einheit ordentlich in Schale. Seit dem 29. Juni verwandelt sich das Marie-Elisabeth-Lüders Haus allabendlich in eine riesige Leinwand – Open Air Kino mal ganz anders. Gezeigt wird der Film (mit dem unserer Meinung nach viel zu langen Titel) „Dem deutschen Volke – Eine parlamentarische Spurensuche. Vom Reichstag zum Bundestag“. Kurz gesagt: Erzählt wird die Geschichte des Bundestages. Ob das nicht etwas langweilig ist? Keineswegs! Denn im Gegensatz zum klassischen Lehrbuchtext aus Schulzeiten reiht die Lichtprojektion keine öden Fakten aneinander. Sie erzählt vielmehr mit berühmten Zitaten, eindrucksvollen Bildern, Filmausschnitten, Musik und einem ordentlichen Bass die wichtigsten und emotionalsten Momente aus über 100 Jahren Parlamentsgeschichte. Von der Kaiserzeit über die Weimarer Republik und die NS-Diktatur bis hin zur Teilung und Wiedervereinigung Deutschlands. Geschickt erzählt der Film dabei nicht nur die Geschichte des Reichstagsgebäudes, seine Zerstörung, Verhüllung und Wiedereröffnung. Sondern auch einen bewegten Abschnitt deutscher Geschichte. Und das immerhin so gut, dass man beim Anblick der einen oder anderen Szene („Mr. Gorbachev, tear down this wall!“) schon einmal eine Gänsehaut bekommt. Und das übrigens gratis!

Besonders cool ist, dass die gesamte Fläche des Marie-Elisabeth-Lüders Hauses als Leinwand genutzt und der eigentliche Film von einer Reihe passender Laserprojektionen untermalt wird. So leuchtet uns zur Teilung Berlins ein weißer Stacheldraht gefährlich entgegen, Flugzeuge ziehen über den Boden vor den Zuschauern hinweg, als die Rosinenbomber zum Einsatz kommen und zum Fall der Berliner Mauer beginnt auch die projizierte Mauer aus Licht an der Hausfassade zu bröckeln.

Noch bis zum Anfang Oktober ist die Lichtprojektion täglich ab 20:30 Uhr zu bestaunen. Wer dieses Jahr keine Gelegenheit findet, dem Bundestag einen abendlichen Besuch abzustatten, der sollte sich den nächsten Sommer vormerken. Gegen Ende Juni wird die Geschichte des Bundestages erneut an die Fassade des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses geworfen. Wegen der längeren Tage dann auch zu späterer Stunde (gegen 22 Uhr) – ideal also, um einen Partyabend einmal außergewöhnlich zu beginnen!

Eure Sarah

Klunkerkranich

Von der New York Times empfohlen, bei Tripadvisor mit besten Bewertungen ausgezeichnet und national wie international als eine der coolsten Berliner (Sommer-)Locations gekürt – der Klunkerkranich ist mittlerweile in aller Munde. Aber ist die gefeierte Stadt-Oase nach wie vor so hipp und sehenswert wie in Blogs und Zeitschriften so schwärmerisch beschrieben? Wir haben es für euch getestet!

Bei unserem ersten Besuch der Dachgartenoase in Neukölln, an einem sonnigen aber nicht gerade besonders warmen Mittwochvormittag, herrscht vor allem eines vor: Leere. Zwei, drei weitere Besucher schlürfen entspannt ihren 2 Euro günstigen Cappuccino und genießen mit uns die atemberaubende Aussicht vom Dach der Neukölln Arcaden – dem Nistplatz des Klunkerkranichs. Mehr als die gute Aussicht scheint an diesem Vormittag aber auch nicht drin zu sein – die Küche wirkt mit unseren Bestellungen heillos überfordert, wir sollen uns doch ein wenig gedulden. Vielleicht rechnet unter der Woche hier niemand mit Gästen.

Unser erster Eindruck wird jedoch bei unserem zweiten Besuch an einem goldenen Samstag im Oktober gründlich auf den Kopf gestellt.

Es ist ein Uhr nachmittags als wir mit der U-Bahn am Rathaus Neukölln ankommen. Wie zahlreiche weitere Gäste bahnen wir uns unseren Weg durch die Neukölln Arcaden, wo ein Kranich inmitten des Einkaufszentrums den Weg zu den Fahrstühlen weist, in Richtung fünftes Parkdeck. Von dort aus sind es nur noch ein paar Schritte über den Parkhausbeton bis zur Auffahrt des letzten Parkdecks – dem Eingang des Klunkerkranichs, vor dem sich an diesem Tag noch eine endlos lange Schlange bilden wird. Glücklicherweise sind wir früh genug dran, um nicht schon vor dem Eingang warten zu müssen.

Dafür gestaltet sich die Sitzplatzsuche auf dem sonnendurchfluteten Deck etwas schwierig. Als hätte es den einsamen Mittwochvormittag vor einem Monat nie gegeben, drängen sich Menschen unterschiedlicher Couleur und aller Altersklassen auf dem Dachgarten – typisch Berlin eben. Die Tische am Rande des Dachgartens, von denen aus man einen grandiosen Weitblick hat, sind bereits voll besetzt, genauso wie das Podest in der Mitte, auf dem sich zahllosen Sonnenanbeter niedergelassen haben. Fleißig werden Antipasti-Teller (für relativ teure 8 Euro, aber gut gefüllt) an uns vorbei getragen und verspeist. Wir entscheiden uns, auch erst einmal etwas zu essen und nehmen in den Innenräumen des Klunkerkranichs Platz. Über den bunt zusammengewürfelten Tischen, Stühlen und Sesseln hängen ebenso bunte kleine Kraniche von der Decke. Neben uns toben ein paar Kinder auf einem ausrangierten Sofa. Wir bestellen uns Kürbissuppe (4,50 Euro) und Croque fromage (3,50 Euro), zwei leckere und günstige Alternativen zum Antipasti-Teller.

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Einen Platz an der Sonne können wir nach einigem Ausschau halten doch noch ergattern – und fühlen uns dort, mit einer fantastischen Aussicht auf den Fernsehturm und die Skyline Berlins so wohl, dass wir ihn den ganzen Nachmittag nicht mehr aufgeben. Nebn der an sich schon starken Location wartet der Klunkerkranich auch mit allerlei zusätzlichem Programm auf: Street Food, Kranich Markt mit Kunst, Klamotten und Trödel, Konzerte, DJs und was das Herz sonst so begehrt. Für den Kranich Markt, den wir an diesem Samstag erkunden, kann man sich übrigens auf der Webseite des Klunkerkranichs anmelden.

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Das einzig Miese an der urbanen Idylle: Der Klunkerkranich war wohl so erfolgreich, dass die Gründer mittlerweile eifrig vor Gericht darum zanken, wem die Location denn nun eigentlich gehört. Darum besser nichts wie hin – man weiß ja nie.

Und falls ihr euch diese Frage jemals stellen solltet: Ja, den Klunkerkranich gibt es wirklich. Ja, nicht nur als hippen Dachgarten, sondern auch als Vogel – zu finden allerdings nicht in Neukölln, sondern im Tierpark Friedrichsfelde.

Eure Sarah

Cana

Keine Idee für’s Frühstück? „Warum nicht mal arabisch“, fragten wir uns und entschieden uns eines sonnigen Wintersonntags kurzerhand für das Cana Restaurant: traumhaft gelegen in der ursprünglichen Mitte von Berlin am Berliner Spreekanal, welcher zusammen mit der Spree die Fischerinsel umfließt.

Im Sommer sitzt du direkt am Kanal – da wo es so schön nach Wasser riecht. Da wo es halt nach Berlin riecht. Auf den ersten Blick erscheint das nach einem modernen Bürohochhaus anmutende Gebäude direkt am Kanal kein so tolles Restaurant zu beherbergen. Sobald man den kleinen Vorraum durch die Eingangstür betritt, weiß man jedoch umgehend, wo man sich befindet: Der Gastraum bietet mit zahlreichen Tischen genug Platz auch für größere Gruppen. Ein extra abgetrennter Raum lässt sich auch für Feiern mieten.

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Wir haben uns beim letzten Besuch einmal dem Brunch für wirklich faire 10 Euro gewidmet und können durchaus sagen: „Ein verdammt leckeres arabisches Essen“. Im Vergleich zu anderen arabischen Restaurants in Berlin könnte die Auswahl etwas größer sein; geschmacklich muss sich das Cana jedoch hinter keinem dieser anderen Locations verstecken. Im Gegenteil. Alles ist frisch zubereitet, von megascharfem Zaytoun-Salat mit Oliven, Nüssen und Granatapfelsirup über gegrillte Auberginen mit Sesamcreme und natürlich auch dem sehr gut gelungene Hommous bis hin zu den süßen Nachspeisen schmeckt alles sehr intensiv.

Ok, mitunter sehr knoblauchlastig. Aber so ist es halt ebenfalls verdammt lecker! Nun hätten die warmen Speisen sowie das süße Dessert durchaus reichhaltiger sein können, aber nach dem Sich-durchprobieren aller angebotenen Speisen ist man meist sowieso bereits satt.

Nur’n Vorschlag

Was wir natürlich auch nicht unerwähnt lassen wollen, ist die typisch orientalische Gastfreundlichkeit. Da bleibt man gern etwas länger. Aber einen kleinen Vorschlag hätten wir noch: Nun ist es ja ein arabisches Brunch. Darum würden wir uns wünschen, dass die vielen verschiedenen und wirklich leckeren Saucen, Teigteilchen und Salate jeweils ein kleines Etikett hätten, die die Dinge kurz erklären. Nicht jeder Gast, der das Cana das erste Mal betritt, weiß von Vornherein, was ihn speisentechnisch erwartet. Ansonsten – wir kommen ganz sicher wieder.