Burgermeister

… exakt so lautet die Sub-Line, wenn man den Burgermeister bei Google Maps entdeckt. Nun klingt der Slogan jetzt nicht so unbedingt einladend, aber wer schon einmal einen dieser Geschmackskracher probieren durfte, nimmt darauf nun gar keine Rücksicht mehr.

Dort wo Skalitzer, Schlesische und Oberbaumstraße eine verkehrsreiche Liaison eingehen, werdet ihr einen der besten Burger-Läden der Mudderstadt vorfinden. Mission also: Burger essen. Aber Obacht: Beim Burgermeister seid ihr im Sommer dem vorbeiziehenden Verkehrslärm ausgesetzt, im Winter findet ihr Schutz unter einem schmucklosen Plexiglas-Vorbau. Das weiß man beim Besuch des Burgermeisters jedoch vorher und kehrt hier nicht ein, um gediegene, Südwest-Berliner Restaurantambiente zu finden, sondern um nix als Burger zu essen. Aber egal zu welcher Tages- oder Nachtzeit ihr hier ankommt, ihr müsst euch immer auf das Warten in einer Schlange einrichten.

Low Carb is‘ anders

Wir haben unsere burgerkennenden Gaumen beim letzten Besuch u.a. mit dem ‚Meister aller Klassen‘ verwöhnen dürfen. Jener ist mit 6,90 € in der langen Liste von Burgern der teuerste, diesen Preis jedoch mehr als wert: doppelt Fleisch, doppelt Käse, gebratener Speck sowie krass würzige BBQ-Soße und Jalapenos erachten wir darum als fair gehandelt. Von den Bratlingen bis zur Soße ist alles hausgemacht. Dazu Chili Cheese Fries.

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Mann oh Mann … wer macht denn sowas? Pommes mit Käsesoße und Hackfleischsoße garniert mit Jalapenos. Low Carb is‘ anders! Egal! Allein der Duft, wenn sie vor dir auf den viereckigen Bartischen stehen, lassen dich alle eventuell gefassten Diätgedanken in die nächtlich Kreuzberger Luft entfleuchen. Und der mit dem ganzen Fett einhergehende Flüssigkeitsbedarf wird mit einer hipsteresken Flasche ‚Mischmasch‘ (siehe Foto) gesättigt.

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„Nummer ziehen und warten!“

Der Burgermeister reiht sich in die illustre Gesellschaft von Burger-Experten wie Berlin Burger International oder Burgeramt ein – er ist schlicht und ergreifend echtes Berlin-Feeling. Man fühlt die Atmosphäre Berlins und kann dabei alles und jeden entdecen: Bauarbeiter holen sich Lunch, Touristen folgen den Tipps der unzähligen Blogs und junge Mütter vertreiben sich die Elternzeit mit einem Burger.

Zudem wird man irgendwie mit typisch Berliner Schnauze und zu ziehender Nummer abgefertigt und beim Verlassen dieses Imbisses fallen die Blicke auf die unzähligen in der Gegend herumstehenden Burgermeister-Takeaway-Papptüten – rundherum um den Burgermeister – direkt am S-Bahnhof Schlesisches Tor in Kreuzberg.

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Park in Progress

Urban Agriculture – Was in New York als neuer Trend gehandelt wird, ist in den Weiten Berlins schon längst Realität. Glaubt ihr nicht? Dann setzt sofort in die M8 Richtung Herzbergstraße. Denn Plattenbauten sind nicht das einzige, was in Lichtenberg aus dem Boden sprießt

Als „Park in Progress“ stellt ein Schild am Eingang das weitläufige Areal rund um das Evangelische Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge vor. Seit 2010 als Landschaftspark Herzberge mehr oder minder bekannt, erstreckt sich das Stück Wandel in Berlin über eine Fläche von gut 100 Hektar.

Dabei ist der Landschaftspark Herzberge kein Park im klassischen Sinn. Er ist vielmehr eine Mischung aus Brach- und Grün-, Erholungs- und Nutzflächen. Neben einem Teich, Schafweiden, den obligatorischen Bäumen und einer Streuobstwiese beherbergt er auch ein Krankenhaus und gar Wohnanlagen.

Herzberge Berlin - 01

Als Berlin sich im 19. Jahrhundert sprunghaft ausdehnte, wurde neben den umliegenden Gemeinden auch viel landwirtschaftliche Fläche Teil der Stadt – Urban Agriculture in ihrer frühesten Form. Seit einigen Jahren versucht man im Landschaftspark Herzberge eine solche urbane Landwirtschaft wieder aufleben zu lassen. Daher ist der Park, der sich immer noch in einem Entstehungsprozess befindet, gleichzeitig Erholungsort und landwirtschaftliche Nutzfläche. Schlendert man das gesamte Areal ab, wirkt der Park wie ein Flickenteppich – hinter jeder Gabelung verbirgt sich was Neues. Hier einige eingezäunte Wiesen für die Schafe, dort ein dichtes Wäldchen, im Süden eine weitläufige Fläche mit Obstbäumen. Zum Erholen lädt außerdem die Gartenanlage mit Springbrunnen des Evangelischen Krankenhauses ein (das nebenbei bemerkt überhaupt nicht wie eines aussieht). Wer außerdem schon einmal in Barcelona war, den wird die Mosaikbank am südlichsten Ende des Geländes unweigerlich an Gaudis Park Güell erinnern. Auch ein bisschen Kunst wird also geboten.

Yoga nicht unter, sondern mit dem Weidenbaum

Neben seiner vielseitigen Landschaft wartet der Park mit einem vielfältigen Programm auf: Kleine Besucher erwartet eine Quiz-Rallye, Entspannungsbegeisterte lädt ein Natur- und Gesundheitspfad zu 15 verschiedenen Yoga-artigen Übungen ein. Diese muten teilweise skurril an – so sollen wir beispielsweise bei einem ausladenden Weidenbaum unsere Aura stärken (Weide anschauen, Augen schließen, mit Weide verbinden, Arme schlangengleich auf und ab bewegen und auf gar keinen Fall das Atmen vergessen!). Aber wer ein bisschen Zeit und Neugierde mitbringt, wird bei den Stationen, egal ob er die Übungen befolgt oder nicht, vor allem eines finden: Ruhe. Denn im Gegensatz zum Volkspark Friedrichshain ist der Landschaftspark Herzberge keineswegs überlaufen.

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Das Einzige, das wir beim ausgiebigen Spaziergang durch den Landschaftspark beim besten Willen nicht ausfindig machen konnten, ist das so viel umworbene und groß angekündigte Pommersche Landschaf. Als natürlicher Rasenmäher sollte es über eingezäunte Grünflächen streifen und für Bauernhofatmosphäre sorgen. Aber auch ohne Schaf hat der Landschaftspark Herzberge es geschafft, mich von sich zu überzeugen. So werde ich ihn in die Liste meiner besonderen Orte in Berlin aufnehmen. Er ist vielleicht keines der Sightseeing-Highlights der Hauptstadt und nicht zu vergleichen mit einem Tiergarten in Mitte. Er bietet keine hippen Cafés, aber ein Fleckchen Ruhe inmitten der Großstadt. Und einen Besuch, der im Gedächtnis bleibt.

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Okay, wir geben es ja zu: Wir sind Wiederholungstäter. Statt unserem Auftrag nachzukommen, Neues auszuprobieren und wöchentlich etwas Anderes für euch zu testen, zieht es uns immer wieder nach Friedrichshain. Genauer gesagt in die Wühlischstraße 30. Kurz hinter der Tramstation Simplonstraße verbirgt sich zwischen Buchhandlung, Wohnraum und trendigen Geschäften ein Muss für alle Fans guter Schokolade.

Französisches Flair in Friedrichshain

Das Olivia könnte man mittlerweile schon fast als eine wahre Institution im Simon-Dach-Kiez bezeichnen. Eine Institution mit französischem Flair, versteht sich. Denn laut eigenen Angaben gibt es in dem kleinen Café die besten französischen Tartes von ganz Friedrichshain. Und ja, wir können sagen: Bisher haben wir gegen diese Behauptung absolut nichts einzuwenden! Für euch getestet haben wir beispielsweise eine Tarte mit dreierlei Sorten Schokolade und eine fruchtige Tarte-Variante mit Beeren. Auch der Tee und die weiße und dunkle Trinkschokolade sind sehr zu empfehlen.

Daneben gibt es aber auch noch allerlei weitere Leckereien in dem kleinen Laden zu entdecken. Neben den Tartes und Torten türmen sich kunstvolle Pralinen im Verkaufstresen und in den wandhohen Regalen stehen ordentlich sortiert und süß dekoriert verschiedene Schokoladentafeln zur Auswahl. Wer nach Bio und Fair-Trade sucht, wird hier genauso fündig wie jemand, der ungewöhnliche Kombinationen wertschätzt: Schokolade mit Pfeffer zum Beispiel. Beim Kauf von Tafel- oder Trinkschokolade wird man bestens beraten. Der ideale Ort also, um besondere Geschenke einzukaufen. Auch Gutscheine sind im Olivia zu erwerben. Allerdings sollte man den Betrag bei einem solchen Präsent nicht allzu niedrig ansetzen – die Preise im Olivia sind der Qualität entsprechend hoch.

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Eine ganz besonders coole Geschenkidee sind auch die Kuchen im Glas, die lange Zeit haltbar sind und wie frisch gebacken schmecken sollen, wenn man sie vor dem Öffnen kurz in den Backofen stellt.

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Mangelndes Platzangebot

Das einzige, was uns bei unserem Besuch ein wenig negativ aufgefallen ist, ist dass das Café sehr wenige Sitzgelegenheiten bietet. Im Laden selbst ist kein Platz für Tische und Stühle und vor dem Olivia ist deren Anzahl auch sehr begrenzt. Gut, wir waren auch zu Herbst- und Winterzeiten dort. Aber viel mehr als drei kleine Tisch und sechs Stühle finden vor dem Olivia kaum Platz – genauso wie wir, wenn die Tischchen schon belegt sind. Bisher hatten wir keine Probleme, da die meisten übrigen Besucher Kuchen und Pralinen zum Mitnehmen gekauft oder ein Geschenk besorgt haben. Dennoch ein kleines Manko des Schokoladencafés. Ebenso wie die nicht vorhandene Kundentoilette.

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Aber dennoch: Irgendwie macht dieses Kleine, dieses Versteckte und Süße auch den Charme des Olivia aus. Wäre es anders, wäre es kaum dasselbe.

Das Olivia hat täglich von 12 bis 19 Uhr, sonntags von 13 bis 18 Uhr geöffnet. Wer also am Wochenende ein gemütliches Plätzchen nach seinem Spaziergang über den Markt am Boxhagener Platz sucht, ist hier bestens aufgehoben.

Eure Sarah

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Sowjetisches Ehrenmal

Das Großstadtleben mag vielerorts hektisch und aufregend sein. Menschen drängen sich in überfüllte U-Bahnen, eilen über den Alexanderplatz zur Arbeit oder in den nächsten Club, tanzen bis in die Morgenstunden, nur um am nächsten Nachmittag auf dem örtlichen Flohmarkt verkatert, aber trotzdem voller Energie, wieder zusammenzutreffen.

Alles ist ständig in Bewegung. Sogar die Spree schiebt sich unaufhaltsam durch die Stadt. Unweit ihrer Küste jedoch gibt es einen jener Orte, der den tosenden Wellen der Großstadt trotzt. Der sich nicht bewegen, verunsichern, verjagen lässt. Wie ein Fels in der Brandung ruht er im Treptower Park. Um jenen Zuflucht zu bieten, die – wenn auch nur für einen Nachmittag – dem rastlosen Dasein Berlins entfliehen wollen.

Ein kleiner Ausflug in die Vergangenheit

Majestätisch ragt der steinerne Triumphbogen vor uns in den Himmel. Wie ein Tor in eine andere Welt markiert er den Eingang zu jenem Stückchen Erde, das seit 1949 unverändert blieb. Einen seiner Sockel ziert ein Emblem, bestehend aus einem Stern, Hammer und Sichel – und zwei Waffen. Und verrät damit schon einen Teil der Geschichte, die es auf einer Tafel im Inneren des Geländes zu entdecken gilt.

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Das sowjetische Ehrenmal, das nach dem Ende des zweiten Weltkriegs für die gefallenen Soldaten der Roten Armee errichtet wurde, ist nicht nur in Berlin, sondern deutschlandweit das größte Denkmal seiner Art. Und gleichzeitig auch Grabstätte für etwa 7.000 gefallene Frontkämpfer. Das imposante Zentrum des Parkgeländes bildet die gut zwölf Meter hohe Bronze-Statue eines Sowjetsoldaten. Mit einem Kind auf dem Arm und einem Schwert in der Hand symbolisiert er en Sieg der Sowjets über das NS-Regime. Kein realer Kriegsheld also. Überhaupt haben die Skulpturen und Grabfelder mehr symbolischen Charakter – die kniende Frauenstatue am Eingang etwa, steht für Mutter Heimat und auch die Toten sind nicht unter den imposanten Flächen im Zentrum, sondern mehr am Rande der Anlage bestattet.

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Kein ‚To Do‘, aber ein ‚To See‘

Was mir besonders gut gefällt: Die Farben der Blätter, wenn der Herbst sich über den Park legt. Die Nachmittagssonne, die meine Nase kitzelt, während ich auf einer der steinernen Bänke am Rande des Denkmals Platz nehme und ein gutes Buch hervorhole. Und die dunkelschwarzen Statuen, die übermächtig und groß in den Himmel ragen, sich verneigen und mir irgendwie das Gefühl geben, an einem ganz besonderen Ort zu sein.

Natürlich ist das Sowjetische Ehrenmal kein Geheimtipp mehr. Eine so große Fläche Berlins zu verstecken käme dem Versuch gleich, das Tempelhofer Feld von der Landkarte zu streichen. So findet man sie auch hier, die Touristen und Berlinbegeisterten, die Sonntagsausflügler und Jogger. Und dennoch hat dieser Ort etwas Majestätisches. Jedes Mal wenn ich ihn betrete, mich auf die Mauer vor den Treppen setze und meinen Blick über das Gelände schweifen lassen, erfüllt mich eine angenehme Ruhe.

Vielleicht zählt das sowjetische Ehrenmal nicht zu den Dingen, die man in Berlin getan haben sollte. Denn an sich gibt es hier nichts zu tun. Kein hippes Café in Sichtweite, keine Trendjutebeutel verkaufenden Flohmarktstände an den Ecken und kein Event, das es zu erleben gibt. Wohl aber ein Ort, den es zu bestaunen gilt. Oder einfach nur einmal anzuschauen. Daher: Setzt das Sowjetische Ehrenmal am besten nicht auf eure To-Do-Liste für Berlin. Dafür aber definitiv auf eure Liste „To-See“.

Eure Sarah

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Der Kuchenladen

Es ist ein gemütlicher Sonntagnachmittag an dem es uns weit in den Westen verschlägt. Genauer gesagt zieht es uns nach Charlottenburg, in die Kantstraße 138 und was uns da anzieht, klingt den Empfehlungen nach sehr vielversprechend. Der Kuchenladen lockt mit einer den Gerüchten zufolge riesigen Auswahl an Kuchen und Torten, die wir an diesem Nachmittag unbedingt testen wollen.

Obwohl die Kantstraße viele kleine Läden und abwechslungsreiche Bauten zur Schau stellt, ist das rote Haus schon von Weitem zu sehen. Bunt und frech hat es sich zwischen den daneben erblassenden Hausfassaden seinen festen Platz gesichert. Genauso rot wie die Wandfarbe ist auch die Markise der kleinen Lokalität, die sich dort im Erdgeschoss befindet. Ein Café, das ein rotes Schild als den Kuchenladen ausweist. Den Gehweg vor den Fensterscheiben zieren kleine bunte Tische und Stühle, die ebenso keck wie das Haus noch ein bisschen mehr Farbe in die Straße schmuggeln. In den Schaufenstern thronen edle Tortenkreationen und allerlei Leckereien, an denen kein Blick vorbei führt. Wir sind an unserem Ziel!

Sitzplatz? Am Sonntag ein schwieriges Thema

Neugierig betreten wir die zu erkundende Location – und suchen vergeblich nach einem Sitzplatz. Obwohl der Kuchenladen innen rund 40 Sitzplätze bietet, lässt sich kein freier Stuhl mehr finden. Schade eigentlich, denn das Café ist stilvoll eingerichtet. Den Innenraum zieren kunstvolle Lampen, pastellfarbene Wände, dunkle Tische und lederüberzogene Stühle – ganz so, wie man sich das in einem klassischen Café vorstellt. Platzlos entschließen wir uns also erst einmal dazu, uns der vielversprechenden Theke zuzuwenden. Hinter der Glasvitrine strahlen uns die Kuchen-, Tarte- und Torten-Kreationen entgegen. Wir stehen vor der Qual der Wahl zwischen Karottenkuchen, der Manhattan Queen (mit Frischkäse und Basilikum), einem klassischen kalten Hund und einer Vielzahl weiterer altbekannter und kreativer Kompositionen. Der Mann hinter der Theke wirkt etwas ungeduldig, als wir überlegen und überlegen und uns nicht entscheiden können. Schließlich ordern wir ein Stück Obsttarte (allerlei Früchte auf Buttermilchsahne) und einen Traum aus Schokolade und Bananen.

Neben den bestimmt 40 angebotenen Kuchen und Torten ist die Getränkeauswahl eher klassisch: Espresso, Cappuccino, Milchkaffee, Chai Latte und heiße Schokolade. Da die stattlichen Preise von etwa 5 Euro für ein Stück Kuchen – so gut es auch ist – unseren studentischen Geldbeutel ganz schön schmälern, beschließen wir, den Kaffee zu Hause zu trinken.

Was gut zu wissen ist: Um Kuchenladen wird an der Theke bestellt und dann am Platz serviert. Obwohl es schon etwas kühl ist, machen wir es uns auf den bunten Stühlen vor dem Café bequem und beobachten das Treiben auf der Kantstraße. Nach kurzer Zeit stehen dann unsere großzügigen Kuchenstücke vor uns und es zeigt sich schnell, dass die Investition sich gelohnt hat!

Der Laden hat täglich von 10 bis 20 Uhr, in den Sommermonaten sogar bis 22 Uhr geöffnet. Ganz besondere Tortenkreationen für Festivitäten kann man übrigens auch bestellen. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.

Fazit

Eine grandiose und kreative Auswahl, super leckere Kuchen – wegen der Preise ist der Kuchenladen in der Charlottenburger Kantstraße eher etwas für besondere Anlässe.

Eure Sarah

Rausch Schokoladenhaus

Ein stattliches Gewicht von 35,7 Kilogramm, eine schwindelerregende Höhe von 365 Zentimetern und in ganzen 300 Arbeitsstunden gefertigt – so kennen wir ihn, unseren Fernsehturm! Äh, Moment mal…

Tatsächlich prägt der Fernsehturm nicht nur die Skyline Berlins, sondern mittlerweile auch die Kulisse eines der wohl berühmtesten Schokoladenhäuser der Hauptstadt. Aus 1367 Einzelteilen zusammengesetzt verschmilzt das schokoladene Wahrzeichen der DDR mit dem edlen Ambiente der Ladenfläche in der Charlottenstraße 60. Ihr ahnt vielleicht schon, um welche Institution es sich handelt: Das Schokoladenhaus Rausch, das wir für euch besucht haben.

Flüssige Schokolade im Schokoladen-Café

Wer eine heiße Schokolade in gemütlicher Atmosphäre dem Weihnachtstrubel vorzieht oder sich schlicht und einfach den Menschenmassen in der Adventszeit entziehen möchte, findet im ersten Stock des Schokoladenhauses seine Zuflucht. Eine große Auswahl an Pralinen, Törtchen und heißen Getränken wartet nur darauf, verspeist zu werden. Was uns zu Beginn unseres Besuchs etwas abschreckt, sind die nicht ganz unerheblichen Preise, die sich bei top Lage, top Qualität und top Service eigentlich von selbst verstehen. Allerdings: eine Tasse pure flüssige Schokolade für 3,90 Euro ist auch kaum teurer als ein großer Kaffee bei Starbucks – nur deutlich besonderer.

Wie jetzt – pure flüssige Schokolade? Ganz genau! Neben der klassischen Trinkschokolade findet sich auf der Speisekarte tatsächlich auch geschmolzene dunkle Rausch Plantagen-Schokolade Ecuador. Klar, dass wir die für euch probiert haben! Serviert wird die Köstlichkeit in einem kleinen, unscheinbaren Tässchen zum Löffeln. Was zunächst einen etwas mickrigen Eindruck macht, entpuppt sich schnell als wahrer Traum für Fans dunkler Schokolade. Begeistert tauchen wir unsere silbernen Löffel in die dunkle Masse und lassen die Schokolade auf unseren Zungen ein zweites Mal schmelzen. Definitiv probierenswert!

Dennoch: Pure Schokolade zum Löffeln ist nicht jedermanns Sache – und bei einer Tasse sollte man es trotz des guten Geschmacks auch definitiv belassen. Alternativ sind auch die angebotenen Törtchen sehr zu empfehlen. Zum Beispiel Nougat-Mousse, Mango oder Orange-Krokant…

Kunstwerke aus Schokolade im Schokoladen-Geschäft

Im Erdgeschoss des Schokoladenhauses befindet sich das Geschäft, in dem es nicht nur Berliner Wahrzeichen und weitere Kunstwerke aus Schokolade zu bestaunen, sondern – klar – jede Menge Schokolade zu kaufen gibt. Laut eigenen Angaben besitzt Rausch dort übrigens auch die längste Pralinentheke der Welt. Ein großer Pluspunkt des Hauses ist, dass es auch sonntags geöffnet hat und sich somit für jeden anbietet, der ein schönes Last-Minute-Geschenk sucht.

Was wir für euch nicht getestet haben ist das Rausch Schokoladen-Restaurant. Das ist leider nicht ganz für den studentischen Geldbeutel geeignet. Außerdem war uns eine deftige Hauptspeise vom angrenzenden Weihnachtsmarkt doch lieber als „Mousse von der Languste“ oder Perlhuhnbrust mit Schokoladennote.

Fazit

Wer Mitte nicht scheut und sich in die touristische Zone Berlins wagen will, findet im Schokoladenhaus am Gendarmenmarkt mit etwas Kleingeld ein schönes Plätzchen – und fantastische Schokolade!

Eure Sarah

Chén Chè

Einen Besuch in einem wirklich original vietnamesisch eingerichteten Restaurant gefällig? Sorry, aber damit kann das Chén Chè nicht dienen. Dafür aber mit mehr als köstlichen Gerichten, einer großen Auswahl an Tees und einer ebenso edlen wie liebevollen Inneneinrichtung. Auf nach Mitte!

Dass die Gegend um den Rosenthaler Platz mit einer Auswahl feinster asiatischer Restaurants ausgestattet ist, ist längst kein Geheimnis mehr. Und der In-Vietnamese in Mitte, Monsieur Vuong, dürfte mittlerweile jedem Berliner und Berlinbesucher ein Begriff sein. Ebenso wie die ewig langen Wartezeiten vor dem Restaurant, in dem sich dicht an dicht Teller und Menschen drängen. Etwas ruhiger geht es im weniger bekannten Chén Chè zu. Das Lokal verbirgt sich in einem typischen Berliner Hinterhof in der Rosenthaler Straße 13.

Der versteckte Eingang zum Himmel

Das verborgene Idyll

Der Eingang zum Chén Chè neben der Jazzbar b-flat könnte unscheinbarer kaum sein: Lediglich ein Schild auf dem Gehweg lockt zu mancher Stunde mit den angebotenen Tagesgerichten. Wir lassen uns an diesem Montagabend von Gà Sốt Chua Ngọt verführen und betreten den dezent dekorierten Durchgang zum Chén Chè.

Auf dem Weg zum Lokal durchschreiten wir einen Innenhof, der mit Tischen und Bänken, allerlei Grün und einer angenehmen Ruhe vor allem im Sommer zum Verweilen einlädt. Neben dieser Außenfläche besitzt das Chén Chè außerdem noch einen zweiten privaten Innenhof, der nur durch das Restaurant zu erreichen ist. Für die kalten Wintermonate empfiehlt es sich allerdings doch, einen Platz im Inneren des Restaurants zu suchen. Daher machen wir es uns in den sehr liebevoll, aber nicht überladen dekorierten Räumlichkeiten des Chén Chè gemütlich. Kunstvolle Lampen hängen von der Decke und tauchen den gesamten Innenraum in ein gemütliches, gedämpftes Licht. Da man an den Tischen in der Mitte des Lokals manchmal Gefahr läuft, ein wenig im Zug zu sitzen, entscheiden wir uns lieber für einen Platz am Rand, nahe der Theke. Die blaue Speisekarte glänzt fast auf dem dunkelhölzernen Tisch an dem wir sitzen.

Viel besser als im Chén Chè kann man in Berlin nicht essen

Eine wahre Perle vietnamesischer Tee- und Kochkunst

Ein Blick auf die Karte zeigt, dass das Chén Chè mehr auf Klasse statt Masse setzt. Sowohl die kleinen Gerichte (um die 6 Euro, z.B. Reisburger) als auch die Hauptspeisen (um die 10 Euro) sind recht überschaubar. Dafür gibt es jedoch eine Tageskarte mit einer Auswahl leckerer Speisen, die ausnahmslos zu empfehlen sind. Egal ob ihr euch für eine vegetarische Variante, Huhn oder Rind entscheidet – von den außergewöhnlich gewürzten Gerichten kann man kaum genug bekommen. Ein Glück also, dass neben den Hauptgerichten auch landestypisches Gebäck und eine Auswahl an Desserts angeboten wird.

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Stilecht serviert werden viele Gerichte im Tontopf. Mindestens ebenso schön sind auch die Schalen, in denen der Tee kredenzt wird. Für euch getestet haben wir den frischen Jasmin-Tee. Zugegeben, die losen Blüten im Wasser sind beim Trinken ein wenig störend. Geschmacklich ist der Tee aber ausgezeichnet!

Preislich bewegt sich das Chén Chè für Berliner Verhältnisse im oberen Bereich. Für die Qualität und die Atmosphäre sind die Preise aber echt in Ordnung. Wollt ihr mit einem abendlichen Besuch im Chén Chè eure Familie, Freunde oder Gäste in der Hauptstadt beeindrucken, ist es ratsam, vorher zu reservieren. Das geht übrigens ganz einfach und bequem online über die Webseite – auch über das Smartphone.

Das ChénChè – die etwas edlere Variante des vietnamesischen Restaurants in Berlin Mitte und definitiv einen Besuch wert!

Eure Sarah

Weisses Röss´l

Durch das beschauliche Berlin-Lichterfelde zu spazieren, vermag dem geneigten Besucher nun nicht wirklich ein adäquates Gefühl von Weltstadt vermitteln. Alles ist irgendwie kleiner, leiser und langsamer als am Alex. Und darum verwundet es auch nicht weiter, wenn genau auf der Ecke von Heinersdorfer und Hildburghauser Straße unter hohen Lindenbäumen plötzlich das leuchtende Blau-weiß eines bayerischen Wirtshauses den Blick auf sich zieht.

Wer von euch deutsche Küche, ordentliche Portionen, faire Preise und rustikales Ambiente mag, der ist im Weißen Röss´l genau richtig. Dieses Restaurant ist schlichtweg ein Muss.

Urig, klein, unaufgeräumt

Schon beim Betreten des Gastraumes kommt süddeutsche Lebensfreude auf: Das gemütliche, rustikale Ambiente ist selbstredend auf urbayrisch getrimmt, folgt darüber hinaus jedoch keiner Stringenz, was total sympathisch ist. Überall steht irgendwas rum, hier ein Bierkrug, da ein Hirschgeweih. Jawohl, denkt man sich, so hat eine bayerische Kneipe auszusehen. Das Personal ist freundlich, aufgeweckt und kompetent. Typisch bayerisch? Hm … naja!

Weißes Röss'l

Das Essen ist wirklich sehr lecker und bei den Portionen wird selbst der fleißigste Bauarbeiter satt. Unser Highlight war die Schweinshaxe mit Weißkohl (sorry, liebe Bayern, so heißt Weißkraut nun mal) und einem nicht zu kleinen Semmelknödel. Mit schlanken 1,2 kg ist die Haxn ein wahres Schwergewicht unter den Gerichten. Versteckt unter einer Zentimeter dicken, knusprigen Kruste wartet unglaublich zartes Fleisch sehnlichst darauf, den Weg durch hungrige Schlunde anzutreten. Ein wirklicher Hit und eine große Empfehlung von uns. Und dazu trinkt man natürlich … ach, ihr wisst schon!

Fazit

Wenn ihr mit euren Berlin-Gästen oder mit Freunden einfach mal einen herrlich gemütlichen Abend verbringen wollt, dann ab ins Restaurant mit dem weißen Pferd. Die Wirtshaus-Atmosphäre kann man nur genießen und möchte gar nicht wieder nach Hause. Der Ausflug wird sich mit Sicherheit lohnen, nicht zuletzt wegen der in regelmäßigen Abständen stattfindenden kulinarischen Veranstaltungen und Themenabende. Aber Obacht: Da das Weiße Röss´l sehr beliebt ist, sei euch eine vorherige Reservierung wärmstens ans Herz gelegt.

Weißes Röss’l, ihr seid ein sympathischer Laden. Es macht Spaß, zu euch zu kommen.

Reichstagskuppel

Die vom britischen Stararchitekten Norman Foster nachträglich auf den wiedereröffneten Reichstag gesetzte Reichstagskuppel, bei der ihr so nah wie nie an der deutschen Politik seid, ist ja wohl mal ein absolutes Muss sowohl für Berliner als auch Touristen und ist nicht umsonst eines der markanten Wahrzeichen dieser Riesenstadt.

Also, um überhaupt hineinzukommen, geht’s erst einmal durch den Sicherheitspavillon auf dem Platz der Republik direkt vor dem großen Haupteingangsportal, wo man gern auch mal Schlange steht, um hineinzukommen. Wichtig: Ihr müsst euch zwingend vorher über ein Online-Formular anmelden, sonst lassen sie euch schlichtweg nicht hinein. Wenn ihr das aber hinter euch habt, kann der Spaß beginnen. Ab durch die Sicherheitsschleuse und per Fahrstuhl hinauf aufs Dach, dann Aufstieg nach oben über spiralförmigen Rundumlauf der Reichstagskuppel.

Kanzleramt

Von hier oben erwartet euch ein traumhafter Blick auf die Berliner Skyline. Und irgendwie haben wir stets das Gefühl, dass alle umliegenden Häuser besser zu erkennen sind als vom nicht weit entfernten Berliner Fernsehturm am Alexanderplatz oder auch vom Panoramapunkt am Potsdamer Platz, von denen man eben jeweils ausschließlich die Berliner Dächer von oben betrachten kann. Hier seid ihr genau in Höhe der umliegenden Häuser und könnt dennoch alles irgendwie top auseinanderhalten. Insbesondere gilt dies für die Neubauten im Regierungsviertel.

Das Kunstwerk „Der Bevölkerung“ von Hans Haacke wurde im Jahr 2000 im nördlichen Lichthof des Reichstagsgebäudes übrigens auf Beschluss des Bundestages selbst hin errichtet. Wer Höhe erträgt, kann es eben auch von Dach des Reichtsagsgebäudes erblicken. Es besteht im Grunde aus einem Blumenbeet, in dessen Mitte der von unten beleuchtete Schriftzug „DER BEVÖLKERUNG“ angebracht ist. Der Schriftzug ist von allen Etagen des Gebäudes aus zu lesen.

Und wenn ihr am Ende eures Besuches auf dem Dach des quasi wichtigsten deutschen Gebäudes noch Hunger habt – und auch nicht auf jeden Cent achten müsst – lohnt sich vielleicht ein Besuch im Restaurant Käfer, welches sich ebenfalls auf dem Dach dort befindet. Kann man machen, muss man aber nicht.

Und was kostet der Spaß auf dem Reichstagsgebäudes? Nix! Ist kostenlos.

(Fotos: mit freundlicher Genehmigung von einherold.de)